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Online-Banking Dresdner Bank will Direktbanken angreifen

Die Dresdner Bank will die Direktbanken im hart umkämpften Privatkundenmarkt mit neuen Internet-Angeboten angreifen.

Dresdner Bank in Frankfurt Quelle: AP

Die krisengeplagte Dresdner Bank peilt in den nächsten drei Jahren ein Wachstum der Onlinekundenzahl um 50 Prozent auf drei Millionen an. Etwa die Hälfte davon sollen neue Klienten sein, wie Bankvorstand Andree Moschner erläuterte.

Die Allianz-Tochter nehme insbesondere die Kunden von Direktbanken ins Visier, die dort ein Beratungsangebot vermissten. Die Bank bietet ab sofort im Internet etwa Baufinanzierungen oder Konsumentenkredite zu günstigeren Konditionen an als in der Filiale. Die Bedingungen für das kostenlose Girokonto oder das Tagesgeldkonto seien dagegen identisch, sagte Moschner.

Neben der Kundengewinnung gehe es bei dem neuen Angebot „dresdner bank direct24“ darum, wechselwillige Kunden zu halten - ohne dafür eine eigene Direktbank zu gründen.

Die Zahl der Deutschen, die ihre Bankgeschäfte online erledigen, nimmt seit Jahren zu. Nach Angaben des Bundesverbands deutscher Banken liegt der Anteil mittlerweile bei mehr als einem Drittel nach nur elf Prozent vor acht Jahren.

Viele Banken haben daher Direktbank-Töchter gegründet wie etwa die Commerzbank die Comdirect, um von dem Boom zu profitieren. Dieser zunehmende Wettbewerb geht allerdings verstärkt zu Lasten der Margen. Die Dresdner Bank versucht seit einiger Zeit angesichts der massiven Probleme im Investmentbanking, im Privat- und Firmenkundengeschäft zu punkten. So präsentierte sie vergangene Woche Pläne zum Ausbau des Mittelstandsgeschäfts.

Die Allianz will die mit Milliardenabschreibungen kämpfende Bank in einen Privatkundenteil und eine Investmentbank aufspalten. Experten sehen darin den ersten Schritt hin zu einem Verkauf. Vorstand Moschner sieht keinen Grund für Befürchtungen, dass die Spekulationen über die Zukunft des Geldhauses die Offensive im Privatkundengeschäft abbremsen könnten. Das Kundenwachstum der vergangenen Monate stimme ihn optimistisch, sagte er.

Für die Dresdner Bank ist die Offensive ein erneuter Versuch auf dem Online-Banking-Markt. 1998 übernahm sie die von der Bayerischen Vereinsbank gegründet Advance Bank. Fünf Jahre später wurde die Bank aufgelöst. Trotz 330.000 Kunden wurde die Gewinnzone nie erreicht.

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