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Reiseschutz Nicht an der Versicherung sparen

Wer im Ausland erkrankt, sollte viel Geld dabei haben – oder eine Auslandsreise-Krankenversichung.

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Thema Reise & Touristik Quelle: dpa

Wen ein Unfall oder ein Virus im Urlaub auszählt, der hat Pech. Wer die daraus resultierende Rechnung selber bezahlen muss, der war dumm. Denn schon für knapp 18 Euro, dem Gegenwert eines McDonalds-Besuchs, kann sich eine Familie ein ganz Jahr lang eine Zusatzkrankenversicherung leisten, die solche Kosten übernimmt.

Wie gewaltig die ausfallen können, unterschätzen viele: Vierhundert Euro für einen umgeschlagenen Fuß in Spanien, 1000 Dollar pro Tag im amerikanischen Krankenhaus, 75 000 Euro Euro für einen Ambulanzflug von Thailand nach Deutschland.

Kosten für Medikamente, Klink und Rücktransport

Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) sind zwar innerhalb der EU versichert, aber nur zu den dort für die Einheimischen geltenden Bedingungen. Die können schon bei vermeintlichen kleinen Erkrankungen weit unterhalb des Leistungsspektrums einer deutschen Kasse liegen. Deutsche sind verwöhnt von unserem Gesundheitssystem, die meisten wissen’s nur nicht.

Auslandsreisekrankenversicherungen decken in der Regel die Kosten für – notwendige – Behandlungen, Medikamente. Klinikaufenthalte und Rücktransporte ab. Nichtsdestotrotz müssen die Ausgaben oder Teile davon häufig vorgestreckt werden. Es empfiehlt sich deshalb, das Limit der eigenen Kreditkarte im Zweifel beim Kartenanbieter höher setzen zu lassen.

Aktuelles Ranking

Die Stiftung Warentest hat erst im März die aktuellen Angebote und deren Kleingedrucktes unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Sieben Angebote erhielten die Note „sehr gut“, 24 schnitte „gut“ ab – darunter auch die des ADAC, die in Deutschland weit verbreitet ist. Wichtig ist, genau den getesteten Tarif abzuschließen, nicht irgendeinen des Anbieters – dessen Offerten können sich in wichtigem Punkten unterscheiden. Dazu später mehr.

Die besten Anbieter bei Warentest:

Ergo Direkt (Tarif  RD für 8,90 Euro pro Jahr für Einzelpersonen , 17,80 Euro für Familien)Neckermann (RD, 8.90 Euro/17,89 Euro)DFV (AKV, 8 Euro, keine Familienversicherung)HanseMerkur (RKJ, 9,50 Euro/25 Euro)HanseMErkus/DAK (DAK plus Reise für DAK Mitglieder, 7,10 Euro/19,90 Euro)Huk-Coburg ( RV/RVF, 8 Euro, 18 Euro)UKV (AKD-11, 10,90 Euro, keine Familienversicherung)

Woraus Sie achten sollten:

Die maximale Reisedauer ist je nach Versicherung unterschiedlich, bei den besten zwischen 42 und 56 Tagen am Stück. Unabhängig davon ist der Kunde das ganze Jahr über versichert, egal wie oft er auf Reisen geht. Für Backpacker oder beruflich Entsandte kann das aber bedeuten, der Versicherungsschutz reicht nicht für einen langen Auslandsaufenthalt. Dafür gibt es andere Angebote.

Vorhersehbare Krankheiten oft ausgeschlossen

Oft sind so genannte vorhersehbare Krankheiten vom Versicherungsschutz ausgeschlossen, was alle Reisenden betrifft, die Vorerkrankungen haben. Diesen Passus auf keinen Fall akzeptieren! Privatpatienten kennen das Problem: Wenn es im Streit um hohe Kostenübernahmen hart auf hart kommt, können Versicherungen noch Arztbesuche von vor fünf Jahren gegen ihre Kunden verwenden.

Auch Privatpatienten können und sollten einen Auslandsschutz abschließen, wenn er – das ist die Regel – nicht in ihren Versicherungsbedingungen eingeschlossen ist.

Quittungen sammeln

Unternehmenslustige Schwangere sollten sich ebenfalls erkundigen, nicht nur weil Fluggesellschaften oft vor allem am Ende der Schwangerschaft aus Angst vor Überraschungen an Bord keine werdenden Mütter mehr transportieren wollen. Auch Auslandsreisekrankenversicherungen schließen oft Kosten im letzten Schwangerschaftsdrittel aus.

Und für alle gilt: Quittungen sammeln!

Bewahren Sie die Rechnung und die Dokumente mit Angaben über Diagnose und Therapie unbedingt auf. Am besten klären Sie vor Reiseantritt bei Ihrem Versicherer, was auf den Belegen stehen muss. Muss zum Bespiel jede einzelne ärztliche Leistung exakt datiert sein? 

Bei Reisen in exotische Länder ist auch die Adresse der deutschen Vertretung im Ausland (Botschaft) im Notfall hilfreich. Die dortigen Beamten können bei der Suche nach Ärzten vor Ort helfen. Auf der Website des Auswärtigen Amts finden Sie auch nützliche Informationen des Gesundheitsdienstes. Dort erfahren Sie zum Beispiel, in welchen Regionen Malaria verbreitet ist und eine Prophylaxe sinnvoll.

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