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Spekulation Aktien im Übernahmefieber

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Steigende Aktienkurse befeuern Übernahmen

Aufkäufer lieben deutsche Industriewerte: „Bei vielen deutschen Firmen ist der eigentliche Unternehmenswert höher als ihr derzeitiger Börsenwert“, sagt M&A-Experte Ulmer. Als Übernahmekandidaten herumgereicht werden besonders Mittelständler. Der Motorenhersteller Tognum könnte von seinem jetzigen Großaktionär Daimler komplett geschluckt werden. Auch bei Gildemeister können Anleger mitspekulieren. Der Maschinenbauer ist zwar kein Schnäppchen mehr: Der Unternehmenswert (Börsenwert plus Nettofinanzschulden) liegt bei rund einer Milliarde Euro und damit beim rund zehnfachen operativen Cash-Flow, den Gildemeister in guten Jahren erwirtschaftet.

Deutsche Werte gefragt

Das bedeutet: Ein Käufer hätte eine Übernahme erst nach zehn Jahren aus dem operativen Geschäft finanziert. Der japanische Konkurrent und Minderheitsaktionär Mori Seiki könnte seinen Fünf-Prozent-Anteil dennoch aufstocken, um mehr Einfluss zu gewinnen. An der Börse jagt in diesem Januar ein Übernahmegerücht das nächste. Eine Auswahl: 

Die chinesische Xinmao soll den Automobilzulieferer Leoni zu einem Preis von 42,65 Euro je Aktie übernehmen – das wären 20 Prozent Aufschlag auf den aktuellen Kurs. Leoni sprangen Mitte der Woche daraufhin um 5,2 Prozent. Gerüchte, der chinesische Solarkonzern Yingli Green Energy habe ein Auge auf Solaranlagenbauer Roth & Rau geworfen, trieben dessen Kurs um gut sieben Prozent. Knapp fünf Prozent legte am vergangenen Mittwoch die Gerresheimer-Aktie zu, als auf dem Parkett die Runde machte, die französische Saint Gobain wolle 40 Euro je Aktie für den Verpackungsspezialisten bieten. Am selben Tag legten Adva Optical um zwei Prozent zu, weil angeblich der US-Konzern Juniper Networks eine Offerte über neun Euro je Aktie vorlegen wolle.

Einen Tag später hieß es dann, Rüstungshersteller Rheinmetall solle vom US-Konzern Northrop übernommen werden. Der US-Softwarekonzern GSI Commerce will angeblich bei Intershop die ganze Macht, an der Aachener Aixtron soll der US-LED-Hersteller Cree interessiert sein. Der Generikahersteller Stada wird ebenso als mögliches Übernahmeziel gehandelt wie Anlagenbauer Gea, Aromenhersteller Symrise oder der Stahlhändler Klöckner & Co. Gea etwa ist netto schuldenfrei und kostet den rund achtfachen operativen Cash-Flow, Klöckner hat nur geringe Nettoschulden über 223 Millionen Euro und wäre derzeit ohne Aufschlag zu einem Kaufpreis von etwa einem Drittel Jahresumsatz zu haben.

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