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Abgabenbelastung 2016 Sozialkassen machen Steuerentlastung zunichte

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Die Änderungen im Überblick


Und das sind die Änderungen im Überblick:

- Die Beitragsbemessungsgrenze – der Höchstbetrag, bis zu dem Sozialversicherungsbeiträge fällig werden – klettert in der Renten- und Arbeitslosenversicherung um 150 Euro auf 6200 Euro im Westen und um 200 Euro auf 5400 Euro im Osten. In der Kranken-und Pflegeversicherung steigt der Wert um einheitlich 112,50 Euro auf 4237,50 Euro. Besserverdiener kostet das gut 25 Euro im Monat. Mehr noch: Die allein von den Versicherten zu zahlenden Zusatzbeiträge der gesetzlichen Krankenkassen steigen im Schnitt um 0,2 Prozentpunkte. Einzelne Kassen liegen deutlich darüber, die DAK etwa packt 0,6 Punkte drauf. Schon jetzt steht fest, dass 2017 auch der Beitragssatz der Pflegeversicherung nach oben geht.

Was sich 2016 für Sie ändert
Grundfreibetrag: Der Grundfreibetrag bei der Einkommensteuer steigt um 180 Euro auf 8652 Euro. Das heißt, es werden bei einem Ledigen erst ab einem zu versteuernden Einkommen von mehr als 8652 Euro im Jahr Steuern fällig. Bei Ehepaaren oder eingetragenen Lebenspartnern verdoppelt sich der Betrag auf 17.304 Euro. Steuererklärung: Nichtarbeitnehmer – etwa Rentner oder Vermieter – müssen erst beim Gesamtbetrag der Einkünfte von mehr als 8652 Euro eine Steuererklärung abgeben, 2015 waren es 180 Euro weniger. Freibeträge: Freibeträge bei der Lohnsteuer-Ermäßigung sind zwei Jahre gültig. Erwarten Arbeitnehmer hohe Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen, können sie beim Finanzamt einen Freibetrag beantragen. Damit wird bereits bei der monatlichen Lohnsteuer ein zu hoher Steuerabzug vermieden. Ab 2016 sind diese Freibeträge zwei Jahre gültig. Bisher mussten sie jährlich neu beantragt werden.  Quelle: dpa
Kalte Progression: Um Mehrbelastungen der Steuerzahler durch das Zusammenspiel von Lohnsteigerungen, höheren Steuersätzen und Preiserhöhungen einzudämmen, werden die Eckwerte des Einkommensteuertarifs leicht verschoben. Das heißt, der sogenannte Grenzsteuersatz gilt jeweils erst bei einem etwas höheren Einkommen. Das dämpft den Effekt der „kalten Progression“, die Steuerzahler haben unterm Strich etwas mehr Geld in der Tasche. Quelle: Imago
Kinderfreibetrag: Der Freibetrag wird 2016 auf 4608 Euro im Jahr angehoben. Der Kinderfreibetrag steigt um 96 Euro pro Kind, 48 Euro für jeden Elternteil. Er wirkt sich laut Neuem Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL) vor allem bei höherem Einkommen steuermindernd aus. Der Freibetrag für Betreuung, Erziehung oder Ausbildung bleibt unverändert. Die Summe der Freibeträge beträgt damit 2016 pro Kind und Jahr 7248 Euro. Kindergeld: Das Kindergeld wird ab 2016 um weitere zwei Euro je Kind und Monat angehoben. Das Kindergeld für das erste und das zweite Kind beträgt damit monatlich jeweils 190 Euro, für das dritte Kind 196 Euro und für das vierte und jedes weitere Kind jeweils 221 Euro. Vom kommenden Jahr an muss die Steuer-ID des Kindes sowie des Elternteils, das Kindergeld erhält, angegeben werden. Kinderzugschlag: Der Kinderzuschlag für Geringverdiener steigt um 20 Euro auf 160 Euro. Quelle: Imago
Unterhalt: Mit Anhebung des Existenzminimums sind auch 180 Euro höherer Unterhalt als außergewöhnliche Belastung absetzbar. Unterhaltszahlungen an den geschiedenen oder dauernd getrennt lebenden Ehepartner können laut Steuerzahlerbund bis zu einem Betrag von 13.805 Euro im Jahr als Sonderausgaben abgesetzt werden.
Sparer: Freistellungsaufträge sind nach Angaben des Steuerzahlerbundes nur noch mit Steuer-ID gültig: Ab dem 1. Januar 2016 seien Freistellungsaufträge nur noch wirksam, wenn die Steuer-Identifikationsnummer des Sparers vorliege. Laut Verband der Lohnsteuerhilfevereine läuft die Übergangszeit, für die bei Banken vor 2011 erteilte Freistellungsaufträge ohne Steuer-ID noch weiter gelten, Ende 2015 aus. Quelle: Imago
Altersvorsorge: Vorsorgeaufwendungen für das Alter können nach Darstellung des Steuerzahlerbundes steuerlich besser abgesetzt werden. Für die Berücksichtigung der Sonderausgaben gelte ein Höchstbetrag von 22.767 Euro (2015: 22.172 Euro). 2016 könnten maximal 82 Prozent (2015: 80 Prozent) abgesetzt werden. Das bedeute, Alleinstehende könnten 18.669 Euro, Ehepaare und eingetragene Lebenspartner 37.338 Euro geltend machen. Bei Arbeitnehmern, die in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, werde allerdings der steuerfreie Arbeitgeberanteil von den Vorsorgeaufwendungen abgezogen. Quelle: gms
Gesetzliche Rente: Der Rentenbeitrag bleibt bei 18,7 Prozent. Die Renten dürften zum 1. Juli 2016 um knapp 4,4 Prozent im Westen und um rund fünf Prozent im Osten steigen. Genau entscheidet sich das im Frühjahr. Rentenbesteuerung: Der steuerpflichtige Rentenanteil steigt 2016 von 70 auf 72 Prozent. Somit bleiben nur noch 28 Prozent der ersten vollen Bruttojahresrente steuerfrei. Dieser Anteil gilt für im Jahr 2016 neu hinzukommende Rentnerjahrgänge. Bei Bestandsrenten bleibt der festgesetzte steuerfreie Rentenanteil bestehen. Quelle: dpa

- Der Grundfreibetrag steigt von 8472 auf 8652 Euro. Zugleich gibt es zum Abbau der kalten Progression eine Inflationsbereinigung des Steuertarifs um knapp 1,5 Prozent. Laut Bundesfinanzministerium liegt die Entlastung bei 1,5 Milliarden Euro. „Die marginale Entlastung bei der Lohnsteuer wird jedoch durch die steigenden Beiträge kompensiert“, kritisiert Ökonom Stern.

- Aufwendungen für die Altersvorsorge sind zu 82 Prozent als Sonderausgaben absetzbar (2015: 80 Prozent).

- Der Kinderfreibetrag steigt um 48 Euro auf 2304 Euro, das Kindergeld erhöht sich um zwei Euro monatlich.

- Die EEG-Umlage auf Strom klettert von 6,17 auf 6,35 Cent/Kilowattstunde.

In Arbeit
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- Die TV-Haushaltsabgabe sinkt von 17,98 auf 17,50 Euro im Monat.

Die Kommunalgebühren dürften derweil nur geringfügig zulegen. Bernd Düsterdiek, Abgabenexperte beim Deutschen Städte- und Gemeindebund, rechnet mit einem Plus von maximal einem bis zwei Prozent. Dank gesunkener Energiekosten, ein Faktor vor allem für die Abwasserentsorgung und Müllverbrennung, könnten Kommunen hier und da sogar Gebühren reduzieren. Allerdings gibt es ein Risiko – die im März beginnende Tarifrunde im öffentlichen Dienst. Diese habe eine „nicht unwesentliche Bedeutung für die künftige Gebührenentwicklung“, warnt Düsterdiek. Bei Ver- und Entsorgungsdiensten machen Personalausgaben rund 20 Prozent der Fixkosten aus – und werden auf die Gebührenzahler umgelegt.

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