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Aktien Mit Verlusten Steuern sparen

Wie alte Aktienverluste künftig Steuern sparen.

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Ein Ärgernis für viele Aktionäre: Haben sie bei Aktiendeals Verluste eingefahren, dürfen sie diese in der Steuererklärung nur von Spekulationsgewinnen abziehen – und nicht von Zinsen oder Dividenden. Immer wieder kommt es vor, dass sie ihr Minus „vortragen“ müssen und erst Jahre später steuermindernd einsetzen können – wenn sie wieder steuerpflichtige Gewinne einfahren. Solche Zitterpartien bleiben Aktionären von 2009 an fünf Jahre lang erspart – zumindest bei Verlusten, die sie bis Ende 2008 realisiert haben. Wer solche „Altverluste“ mit in die Abgeltungsteuer-Ära nimmt, darf sie bis 2013 nicht nur von Aktiengewinnen, sondern auch von einigen anderen Kapitaleinkünften abziehen. „Noch nie war es so leicht, Verluste zu verrechnen“, sagt Steuerberater Kurt Gratz von der Kanzlei CMS Hasche Sigle. Zwar darf ein altes Aktienminus nicht von Anleihezinsen oder Dividenden abgezogen werden, aber dafür zum Beispiel von Gewinnen aus dem Verkauf von Zerobonds oder Garantiezertifikaten. Aktionäre mit Altverlusten müssen also nicht mehr auf den nächsten erfolgreichen Deal hoffen, sondern nur gezielt Papiere kaufen, die sichere Kursgewinne bringen – und sich so verrechenbare Erträge sichern.

Statt Verlustbringer durchzuschleppen, können Aktionäre jetzt bedenkenlos aussteigen und so ein Minus aufbauen, das in den nächsten Jahren die Abgeltungsteuer auf andere Einkünfte mindert. Ein weiterer Vorteil: Anleger machen auf diese Weise Geld flüssig, das sie für abgeltungsteuer-optimale Investments einsetzen können. „Wer trotzdem langfristig von einer Aktie überzeugt sind, kann ja später nachkaufen“, rät Gratz. Dabei sollten Anleger aber „eine Schamfrist von mindestens zwei Wochen“ verstreichen lassen, sonst unterstellt das Finanzamt gerne „Gestaltungsmissbrauch“.

Der Aufbau von Verlustpolstern macht aber nur Sinn, wenn seit dem Kauf der Papiere weniger als ein Jahr vergangen ist – ansonsten sind Verluste steuerlich sowieso verfallen. Wichtig: Auch in der Ära der Abgeltungsteuer dürfen alte Verluste nur zur Hälfte abgezogen werden, hier wirkt das Halbeinkünfteverfahren nach. Ganz anders sind die Regeln für Neuverluste ab 2009: Anleger dürfen sie in voller Höhe abziehen – aber nur von Aktiengewinnen.

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