WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Aktuelle Entscheidungen Steuern und Recht kompakt

Nach dem Unwetter über Nordrhein-Westfalen drängen Versicherer Kunden aus günstigen Verträgen mit umfangreichem Schutz. Außerdem gibt es Neues zu Altersvorsorge, Fahrrädern und dem Steuerbescheid.

Sturmschäden Quelle: dpa

Wohngebäudeversicherung

Der verheerende Sturm am Pfingstmontag hinterließ in Düsseldorf eine Spur der Verwüstung und Millionenschäden. Nur wenige Tage später gingen von der Düsseldorfer Zentrale des Versicherers Ergo Tausende Briefe in die Post, die Kunden der Wohngebäudeversicherung bundesweit den Rauswurf ankündigten: „In Kürze beenden wir alle alten Wohngebäudeversicherungen.“ Der Schutz verhindert den finanziellen Ruin, wenn Feuer, Leitungswasser oder eben ein Sturm das Haus beschädigen.

Erweitert um eine Elementarschadenversicherung sind auch Erdbeben oder Starkregenfolgen versichert. In den vergangenen Jahren hat es durch Unwetter teure Schäden gegeben. „Die alten günstigen Tarife sind für die Versicherer nicht wirtschaftlich, und die Verwaltung unterschiedlicher Vertragsbedingungen aus vielen Jahrzehnten überfordert die IT-Systeme“, sagt Thorsten Rudnik, Versicherungsberater aus Henstedt-Ulzburg. Häufig kommt es zu außerordentlichen Kündigungen durch Versicherer, nachdem Kunden Schäden gemeldet hatten. Mit dreimonatiger Frist dürfen sie jeden Vertrag beenden. Melden Kunden einen Schaden, wird es für sie schwieriger und teurer, zu einem anderen Versicherer zu wechseln.

Schnellgericht: Aktuelle Entscheidungen kompakt

„Die Versicherten haben einen Makel. Sie müssen in jedem Versicherungsantrag die Frage wahrheitsgemäß beantworten, ob es Schäden gab“, sagt Rudnik. Schummeln fliegt im branchenweiten Informationssystem auf. Rudnik rät, nach Schäden eine neue Police zunächst beim Altversicherer abzuschließen, selbst wenn die Prämie höher ist. Der Hausbesitzer vermeidet, ohne Schutz dazustehen, den auch finanzierende Banken verlangen. „Zum Ablauf des Versicherungsjahres, spätestens nach drei Jahren kann er selbst kündigen und ist in einer besseren Position“, sagt Rudnik.

Je nach Lage und Ausstattung des Hauses unterscheidet sich der Preis der Police. Für ein Reihenendhaus aus dem Jahr 1969 mit Keller, Garage, ausgebautem Dachgeschoss und einer Wohnfläche von 140 Quadratmetern nahe Frankfurt zahlen Ergo-Versicherte in einem alten Tarif nur 207 Euro jährlich. Der neue Schutz dürfte das Doppelte kosten, zudem enthält die Police eine Selbstbeteiligung von 350 Euro. „Auf abgespeckte Tarife, die billig sind, damit sie in Vergleichen oben stehen, die aber wenig Schutz bieten, sollte kein Kunde reinfallen“, rät Rudnik. Selbst beim gleichen Versicherer liegen die Tarifunterschiede bei einigen Hundert Euro. Ein teurer umfasst etwa Schäden durch Abwasserrohre, der billige schließt sie ebenso aus wie Hotelübernachtungen nach Schäden, das Entfernen umgekippter Bäume sowie die Haftung bei grober Fahrlässigkeit. Aus den gesetzlichen Produktinfos gehen die Unterschiede oft nicht hervor.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%