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Aktuelle Entscheidungen Steuern und Recht kompakt

Nur noch bis Jahresende können Anleger Altverluste versilbern. Außerdem gibt es Neues zu Privatfahrten mit Dienstwagen, Gerichtsgebühren und befristeten Mietverträgen.

Welche Fallen im Mietvertrag lauern
Welche Pflichten hat der Mieter?Wohnungen sind so umkämpft wie nie zuvor, wer endlich den heiß ersehnten Mietvertrag ergattert hat ist ein echter Glückspilz. Trotzdem sollte der Mietvertrag nicht sofort in der ersten Euphorie und ohne Check unterschrieben werden. Denn in vielen Verträgen lauern einige Fallen. Oft sind es Kleinigkeiten, die aber viel Ärger bereiten können. Wie sieht es beispielsweise mit den Pflichten des Mieters aus? Wann muss ich die Treppe im Hausflur putzen, wer schippt vor meinem Haus den Schnee weg? Eigentlich sind Hausbesitzer für Derartiges verantwortlich, sie dürfen diese und andere Pflichten aber auf den Mieter übertragen. Das muss aber im Mietvertrag entsprechend festgelegt werden, der Mieter muss das unterschrieben haben. Quelle: zehn.de Quelle: dpa/dpaweb
Klein oder groß?Auch Haustierbesitzer sollten sich ihren Mietvertrag ganz genau ansehen, bevor sie unterschreiben. Denn soll der vierbeinige Liebling mit einziehen, muss das erlaubt sein. Grundsätzlich gehört die Haltung von Kleintieren zu den Standardrechten. Allerdings stellt sich oft die Frage, welche Tiere noch als klein bezeichnet werden dürfen. Gerade bei Katzen ist das oft umstritten, da diese beispielsweise Kratzspuren hinterlassen. Ist Katzenhaltung im Mietvertrag ausdrücklich verboten, darf die geliebte Mieze auch nicht mit einziehen. Gleiches gilt, wenn die Haustierhaltung die Zustimmung des Vermieters vorsieht. Hat der Mieter das Tier einziehen lassen, ohne den Vermieter zu fragen, rechtfertigt das die fristlose Kündigung durch den Vermieter. Quelle: dpa
Starre Fristen adéAuch das Streichen der eigenen vier Wände ist nicht mal eben im Handumdrehen gemacht. Trotzdem enthalten viele Mietverträge genaue Zeitfenster darüber, wann Mieter ihre Wohnung streichen müssen. Bad und Küche alle drei Jahre, Wohn- und Schlafzimmer alle fünf Jahre. Diese starren Fristen sind nach einer entsprechenden Entscheidung des Bundesgerichtshofs nicht mehr gültig. Schließlich ist die Abnutzung einer Wohnung je nach Mieter unterschiedlich stark zu sehen, ein Raucher sollte beispielsweise öfter renovieren als ein Nichtraucher. Sind die Fristen allerdings mit einem Zusatz wie "falls erforderlich" oder "je nach Zustand" versehen, gelten sie weiterhin. Quelle: obs
Kleinvieh macht auch MistTropfende Wasserhähne, klemmende Türen...kleine Reparaturen fallen oft an. Während bei großen Schäden wie kaputten Fußböden oder Türen klar ist, dass der Vermieter den Handwerker kommen lassen muss, stellt sich bei kleinen Mängeln oft die Frage, wer für den Schaden zahlt. Deshalb enthalten viele Mietverträge eine entsprechende Klausel - der Mieter ist dann verpflichtet, die Kosten für kleine Ausbesserungen zu übernehmen. Etwa 200 Euro im Jahr können da zusammen kommen. Wer eine solche Klausel nicht hat, fährt also auch gut, muss aber mit regelmäßigen kleinen Mietsteigerungen rechnen. Quelle: AP
Nachmessen macht SinnNicht immer stimmt die tatsächliche Größe der Wohnung mit den im Mietvertrag vermerkten Quadratmetern überein. Grundsätzlich gelten hier Abweichungen von zehn Prozent als vertretbar. Ist die Angabe zur Wohnungsgröße im Vertrag allerdings unverbindlich, sind eventuell sogar mehr als zehn Prozent erlaubt. Quelle: AP
Vorsicht bei der StaffelungGrundsätzlich sind Staffelmieten für den Mieter eine feine Sache. Er weiß bereits jetzt, wie seine Miete in den nächsten Jahren steigen wird. In Boom-Zeiten wie diesen, in denen die Mietpreise gerade in gefragten Städten wie Hamburg, München oder Frankfurt in den Himmel schießen, ist das kein Problem. Schwierig wird es erst, wenn die Marktpreise wieder sinken und der Mieter auf seinen steigenden Staffelraten sitzen bleibt. Außerdem sollten Mieter darauf achten, dass mit den Staffelmieten nicht gleichzeitig ein Kündigungsverbot einhergeht. Maximal vier Jahre Kündigungsverzicht können Vermieter von ihren Mietern fordern. Quelle: dpa
Besser doppelt unterschreibenWer zu zweit in eine Wohnung oder ein Haus einzieht, sollte aus eigenem Interesse darauf bestehen, dass beide den Mietvertrag unterschreiben. Denn egal ob Freund, Ehe- oder Lebenspartner: Hat nur einer unterschrieben, steht der andere bei einer plötzlichen Trennung schnell ohne Bleibe auf der Straße. Quelle: dpa

Altverluste: Mit Miesen sparen

Nur noch bis Jahresende können Anleger Altverluste versilbern.

Dieses Jahr können Anleger mit Altverlusten noch viel Geld sparen. Zum Jahresende läuft eine Frist aus; danach können sie Altverluste nur noch sehr eingeschränkt nutzen. Altverluste entstanden, wenn Anleger vor Einführung der Abgeltungsteuer 2009 Wertpapiere innerhalb eines Jahres mit Verlust verkauft haben. Die Altverluste können Anleger nun mit neuen, steuerpflichtigen Gewinnen ausgleichen. Dividenden und Zinsen zählen aber nicht. Bis zur Höhe der Altverluste bleiben neue Erträge steuerfrei. Bei 10.000 Euro Gewinn, die komplett verrechnet werden können, spart der Anleger 26,4 Prozent Abgeltungsteuer und Soli, also 2.640 Euro.

Viele Anleger haben Schwierigkeiten, von Altverlusten zu profitieren. Denn die Banken verrechnen seit 2009 entstandene Gewinne vorrangig mit neuen Verlusten, auch zwischen verschiedenen Anlagearten. Einzig Verluste aus Aktien werden nur mit Aktiengewinnen und nicht mit anderen Erträgen ausgeglichen. Nur wenn nach der bankinternen Verrechnung ein Gewinn bleibt, stellen die Banken eine Bescheinigung aus. Erst das Finanzamt berücksichtigt dann die Altverluste. Ausnahme: Gegen Vorlage der Bescheinigung über die Altverluste im Original berücksichtigen einzelne Banken offenbar selbst die Altverluste. Nachfragen lohnt sich.

Schnellgericht

Haben Bankkunden seit 2009 hohe neue Verluste erlitten, die sie bislang nicht ausgleichen konnten, brauchen sie sonst besonders üppige neue Gewinne, um am Ende auch die Altverluste nutzen zu können. Einige Tricks helfen. Anleger können zum Beispiel:

  • nach 2009 gekaufte Wertpapiere mit Gewinn verkaufen. So erzielen sie steuerpflichtige Gewinne. Bleiben die Anleger von den Papieren überzeugt, kaufen sie diese gleich wieder zurück;
  • gehaltene, abgeltungsteuerpflichtige Anleihen vor dem nächsten Zinstermin verkaufen. Vom Käufer bekommen sie Stückzinsen, die vom Fiskus nicht als Zinsen, sondern als Gewinn gewertet werden. Anders als die Zinszahlung aus der Anleihe bringen Stückzinsen daher Verrechnungsspielraum;
  • gleichzeitig auf fallende und steigende Kurse setzen, etwa mit Long- und Short-ETFs oder Faktorzertifikaten, zum Beispiel auf den Dax. Haben Anleger nur bei einer Bank ein Depot, verkaufen sie kurz vor Jahresende den ETF oder das Zertifikat mit Gewinn. Die andere Anlage mit dem spiegelbildlichen Verlust verkaufen sie nächstes Jahr. So wandeln sie Altverluste in neue Verluste, die dauerhaft verrechnet werden können. Im Idealfall verfügen die Anleger über zwei Depots bei verschiedenen Banken, dann können sie sogar beide ETFs oder Zertifikate noch dieses Jahr, in zeitlicher Nähe, verkaufen und so das Risiko von Verlusten über den Jahreswechsel komplett vermeiden.
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