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Aktuelle Entscheidungen Steuern und recht kompakt

Wie viel Steuer anfällt, wenn Kinder auf ihren späteren Erbpflichtteil verzichten. Außerdem gibt es Neues zu Zivilprozessen, Anlagebetrug, Medienfonds und doppelter Haushaltsführung.

Was in keinem Testament fehlen darf
HandschriftWer sein Testament selber erstellen will, muss das handschriftlich machen. Denn ein maschinell geschriebenes Exemplar ist nicht gültig und wird von den Gerichten nicht anerkannt. Der Verfasser muss anhand der Handschrift identifizierbar sein. Viele machen den Fehler, und benutzen einfach maschinelle Vordrucke aus dem Internet. Alternativ kann einem ein Notar das Testament als Urkunde erstellen. Auch die muss aber handschriftlich unterschrieben werden. Außerdem sollte das Testament mit einer eindeutigen Überschrift versehen werden, damit es nicht verwechselt wird. Die genaue Bezeichnung ist aber frei wählbar, beispielsweise "Testament" oder "Mein letzter Wille". Quelle: dpa
UnterschriftEgal ob Sie das Testament allein anfertigen oder mit Hilfe des Notars - vergessen Sie nie die Unterschrift. Ohne die ist das Schreiben nicht gültig. Sie sollte immer am Ende des Dokuments stehen. So verdeutlicht sie, dass der letzte Wille hier zu Ende ist. Sobald das Testament mehrere Seiten lang ist, sollte jedes Blatt einzeln unterschrieben sein. Auch wenn das Dokument zu einem späteren Zeitpunkt ergänzt wird, ist wieder eine Unterschrift nötig, damit der Zusatz auch gültig ist. Im Idealfall sollte der Verfasser des Testaments mit seinem Vor- und Nachnamen unterschreiben. Wurde anders unterschrieben, beispielsweise mit "Euer Vater", ist das Testament trotzdem gültig, wenn der Verfasser sicher ausfindig gemacht werden kann. Quelle: AP
Datum und Unterschrift Quelle: dpa
Nicht verlieren! Ist das Testament fertig erstellt, sollte es nicht zu Hause zwischen den heimischen Papier- und Aktenbergen verschwinden. Auch der Nachtschrank oder Schreibtisch ist kein guter Aufbewahrungsort. Die Gefahr, dass keiner der Hinterbliebenen das Testament findet, ist zu groß. Sicherer ist es, den letzten Willen gleich beim Nachlassgericht zu hinterlegen. Dort wird das Testament dann auch eröffnet. Anfang 2012 wurde zudem das Zentrale Testamentsregister bei der Bundesnotarkammer in Berlin eingeführt. Dort werden Testamente registriert und ihr Verwahrungsort hinterlegt. Im Todesfall kann die Kammer so überprüfen, ob ein Testament vorliegt und gegebenenfalls das zuständige Nachlassgericht informieren. Quelle: Fotolia
Pflichtteil beachten! Auch mit einem Testament muss die gesetzlich vorgeschriebene Erbfolge eingehalten werden. Das gilt insbesondere für den Pflichtteil. Wird der vom Verfasser nicht beachtet, können die Betroffenen ihn einklagen. Einen Anspruch auf ihren Pflichtteil haben die in der Erbfolge nächsten Angehörigen – die Kinder und Enkel des Verstorbenen, der Ehegatte oder eingetragene Lebenspartner sowie die Eltern. Der Pflichtteil umfasst die Hälfte des gesetzlichen Erbteils. Quelle: Fotolia
Alles verteilen!Legen Sie in Ihrem Testament möglichst genau fest, wer am Ende was bekommt - nur so lassen sich nervige Streitereien vermeiden. Schreiben Sie also detailliert, wer Schmuck, Ferienhaus, Wertpapierdepot oder Auto erben soll. Nennen Sie dabei möglichst den vollständigen Namen des jeweiligen Erben, keine Spitznamen. Je detaillierter und genauer das Testament geschrieben ist, desto leichter haben es die Erben und der Notar. Quelle: dpa
Berliner TestamentOft wird auch ein sogenanntes Berliner Testament abgeschlossen. So nennt die Fachwelt ein gemeinsames Testament von zwei Verheirateten oder Lebenspartnern. Beide Unterzeichner setzen sich für den Fall des Todes gegenseitig als Erben ein. So erbt der Hinterbliebene zunächst alles, während bei einem normalen Testament auch die Kinder ihren Anteil bekämen. Beim Berliner Testament sind die Kinder Schlusserben, sie bekommen das Vermögen erst, wenn beide Elternteile gestorben sind. Wer sich für ein solches gemeinsames Testament entscheidet, muss allerdings bedenken, dass es auch nur gemeinsam wieder geändert werden kann. Wenn einer der Partner bereits verstorben ist, kann der Hinterbliebene das Testament nur ändern, wenn es eine entsprechende Freistellungsklausel enthält. Quelle: dpa

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Wie viel Steuer anfällt, wenn Kinder auf ihren späteren Erbpflichtteil verzichten.

Sollen in kinderreichen Familien große Vermögen vererbt werden, kann es zu Problemen kommen. Wollen die Eltern nur einzelne Kinder beerben, können die Übrigen zumindest ihren Pflichtteil einfordern. In einer Familie mit drei Kindern und ohne Ehevertrag der Eltern könnte jedes von ihnen nach dem Tod des ersten Elternteils zumindest ein Zwölftel des Erbes verlangen, nach dem Tod des zweiten Elternteils sogar ein Sechstel. Die Erben kann das in Geldnot bringen. Um sich vor solchen Forderungen zu schützen, zahlen die späteren Erben oder die Eltern selbst oft den anderen Kindern eine Entschädigung, im Gegenzug verzichten diese auf die Geltendmachung ihres späteren Pflichtteils. Das kann den Familienfrieden sichern, bringt aber oft Streit mit dem Finanzamt. So bekam ein Mann von seinen drei Brüdern je 150.000 Euro für den Verzicht auf seinen späteren Pflichtteil beim Tod der Mutter. Das Finanzamt sah darin eine fiktive Zuwendung der Mutter an den Sohn, schließlich zahlten die Brüder ihm das Geld als Vorgriff auf ihr späteres Erbe. Daher seien bei Berechnung der Schenkungsteuer weitere Schenkungen seiner Mutter der vergangenen zehn Jahre zu berücksichtigen. Der Bundesfinanzhof urteilte anders (II R 21/11). Es handele sich nicht um ein Geschenk der Mutter, sondern um eine Zuwendung der Brüder. Trotzdem sei die gleiche Steuerklasse wie bei einer Schenkung der Mutter anzusetzen. Für den Mann ein Vorteil, da diese Steuerklasse höhere Freibeträge und niedrigere Steuersätze vorsieht.

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Zivilprozess: Kosten noch absetzbar

Ein Mann nahm sich einen Anwalt, da die Mutter seines nicht ehelichen Sohnes vor Gericht mehr Unterhalt forderte. Letztlich schlossen beide Seiten einen Vergleich. Der Mann musste für seinen Anwalt 3155 Euro zahlen. Diese Summe trug er in der Steuererklärung als außergewöhnliche Belastung ein. Das Finanzamt strich den Posten wieder: Solche Ausgaben träfen Steuerpflichtige nicht zwangsläufig und seien daher unerheblich. Doch das Finanzgericht Köln stellte sich hinter den Mann (7 K 2700/12, Revision möglich): Solange ein Steuerpflichtiger sich nicht mutwillig oder leichtfertig auf einen Zivilprozess eingelassen habe, könne er die Kosten als außergewöhnliche Belastung geltend machen. Im vorliegenden Fall sei der Rechtsweg für den Mann die einzige Möglichkeit gewesen, sich gegen höhere Forderungen der Mutter zu wehren. Der geschlossene Vergleich zeige zudem, dass dieser Versuch teilweise erfolgreich war. Gleichzeitig wiesen die Richter darauf hin, dass der Gesetzgeber die Geltendmachung von Zivilprozesskosten erstmals für 2013 stark eingeschränkt habe. Im vorliegenden Fall spielte das noch keine Rolle.

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