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Aktuelle Entscheidungen Steuern und Recht kompakt

Wer erbt, kann das Steuerverfahren aussetzen lassen. Außerdem gibt es Neues zu Aktionärsrecht, Erbpflicht, Reiserücktritt und Treuhänderhaftung.

Was 2014 auf Ihren Geldbeutel zukommt
Bessere Chancen auf GrundsatzurteilKunden oder Anleger, die von Anbietern hinters Licht geführt wurden, können ab dem 1. Januar 2014 leichter von Grundsatzentscheidungen des Bundesgerichtshofs (BGH) profitieren. Bisher konnten Finanzinstitute, Versicherungen und andere Unternehmen in brenzligen Fällen durch die Revisionsrücknahme Massenklagen aus dem Weg gehen. Dadurch erhielten oftmals nur die Einzelkläger beziehungsweise diejenigen, die als erstes geklagt haben, ihr rechtmäßig zustehendes Geld. Alle anderen Geschädigten gingen leer aus. Mit der Neuregelung werden nun auch die Klagen weiterer Geschädigter zugelassen. Infoquelle: Verbraucherzentrale NRW und dpa Quelle: dpa
Neues ProzesskostenhilferechtGeringes Einkommen ist kein Hindernis, seine Recht einzuklagen. Nach dem Prozesskostenhilferecht erhalten Betroffene finanzielle Unterstützung. Wer dies in Anspruch nimmt, muss aber vier Jahre nach Beendigung des Verfahrens von sich aus Auskunft über wesentliche Verbesserung seines Arbeitseinkommens geben. Wird dem nicht nachgekommen, muss ein Strafverfahren befürchtet werden. Quelle: dpa
„Regelmäßige Arbeitsstätte“ wird „erste Tätigkeitsstätte“Arbeitnehmer, die an mehreren Stätten ihres Unternehmens tätig sind, sollten mit ihrem Arbeitgeber rasch klären, welcher Arbeitsort ihr erster Einsatzort ist. Denn ab dem 1. Januar 2014 wird der Bezugspunkt für die Berechnung der Entfernungspauschale wird nicht mehr die „regelmäßige Arbeitsstätte“, sondern die „erste Tätigkeitsstätte“ sein. Wer von seiner Wohnung zu den verschiedenen anderen Einsatzorten fährt, kann künftig jedes Mal die Hin- und Rückfahrt mit 30 Cent pro Kilometer ansetzen, also sehr viel höhere Beträge als bislang, erklärt die Verbraucherzentrale NRW. Quelle: dpa
1000-Euro-Grenze für Zweitwohnung am ArbeitsortDie Regelungen für die arbeitsbedingte Zweitwohnung werden konkreter. Bisher lag die Grenze bei 60 Quadratmetern und der maximal üblichen Ortsmiete. Ab 2014 wird die Betragsgrenze für Miete, Betriebskosten, Stellplatz und Garagenmiete bei 1000 Euro festgesetzt. Darüber hinaus wird die Notwendigkeit der Zweitwohnung geprüft. Die „Arbeitswohnung“ muss näher als die halbe Entfernung der Erstwohnung zum Arbeitsplatz sein. Quelle: dpa
GrunderwerbssteuerIm neuen Jahr müssen Hausbauer in vier Bundesländern tiefer in die Tasche greifen. Die Grunderwerbssteuer steigt in Bremen und Niedersachsen von 4,5 Prozent auf fünf Prozent, in Berlin von fünf auf sechs Prozent und in Schleswig-Holstein von fünf auf 6,5 Prozent. Quelle: dpa
Kranken- und PflegeversicherungDie Beitragsbemessungsgrenzen für die Kranken- und Pflegeversicherung werden 2014 von 3937,50 auf 4050 Euro im Monat angehoben. Ein gesamtes Einkommen von über 4050 Euro bleibt beitragsfrei. Die Versicherungspflichtgrenze steigt von 52.200 auf 53.550 Euro im Jahr. Ab einem Jahreseinkommen über der neuen Grenze entfällt die Versicherungspflicht bei gesetzlichen Krankenkassen. Viele Privatversicherte müssen sich im kommenden Jahr auf höhere Beiträge einstellen. Im Vergleich zu den Vorjahren fielen Beitragserhöhungen zum Jahreswechsel nach Angaben von Verbraucherberatern aber bis auf einige Ausreißer moderater aus. Das liege auch daran, dass viele Versicherer nicht mehr auf Billigtarife setzten, die dann teurer würden. Quelle: dpa
RentenDie monatliche Grenze der allgemeinen Rentenversicherung steigt von 5800 auf 5950 Euro. Die knappschaftliche Rentenversicherung erfährt ebenfalls Änderungen. In den alten Bundesländern beläuft sich die Bemessungsgrenze bei 7300 Euro im Monat und in den neuen Bundesländern bei 6150 Euro im Monat. Die Bezüge der rund 20 Millionen Rentner in Deutschland dürften Mitte 2014 um gut zwei Prozent steigen. Im Osten wird der Aufschlag wohl etwas höher ausfallen als im Westen. Der Durchschnittsrentner kann Schätzungen zufolge im Westen mit einem Plus von etwa 24 Euro rechnen, im Osten gibt es rund 30 Euro mehr. Die genaue Anpassung wird im März bekanntgegeben, dann liegen die Daten der Lohnentwicklung vor. Auf die eigentlich Anfang des neuen Jahres fällige Entlastung müssen die Rentenbeitragszahler jedoch verzichten. Denn die Union und SPD wollen die gesetzliche Senkung des Beitragssatzes ausfallen lassen, um damit die Mütterrente zu finanzieren. Quelle: dpa

Erbschaftssteuer: Nicht aus eigener Tasche

Derzeit wird das neue Erbschaftsteuergesetz vom Bundesverfassungsgericht überprüft, weil es Privat- und Betriebsvermögen ungleich behandelt. Strittig ist, ob Erben bis zu einem Entscheid der Verfassungsrichter Steuern zahlen müssen. Jetzt entschied der Bundesfinanzhof (BFH), dass Steuerzahler beim Finanzamt eine Aussetzung des Verfahrens beantragen können, wenn sie ein „berechtigtes Interesse“ haben (II B 46/13). Ein berechtigtes Interesse bestehe, wenn die Erben mangels liquiden Vermögens eigenes Kapital aufbringen müssten, um die Erbschaftsteuer zu zahlen. In vom BFH entschiedenen Fall hatte die Ehefrau des Verstorbenen eine monatliche Rente von 2700 Euro geerbt. Mit dieser Rente bestritt sie ihren Lebensunterhalt. Das Finanzamt verlangte von ihr, den Kapitalwert dieser Rente in Höhe von 71 000 Euro zu versteuern. Gegen diesen Bescheid klagte die Erbin – mit Erfolg.

Wer Erbschaftsteuer aus eigener Tasche und nicht aus dem Erbe gezahlt hat, kann vom Finanzamt Erstattung fordern. Quelle: dpa

Es sei offensichtlich, dass die Witwe die fällige Erbschaftsteuer nicht aus der monatlichen Rente bezahlen könne, sondern ihr persönliches Vermögen angreifen müsse, so die BFH-Richter. Sie habe daher ein berechtigtes Interesse, die Erbschaftsteuer bis zum Entscheid der Verfassungsrichter nicht zahlen zu müssen. Steuerzahlern in ähnlicher Lage, die bereits Erbschaftsteuer aus eigener Tasche und nicht aus dem Erbe gezahlt haben, müsste das Finanzamt diese Zahlungen erstatten. Entscheidet das Verfassungsgericht gegen die Erben, müssten sie die Erbschaftsteuer nachzahlen, plus sechs Prozent Aussetzungszinsen.

Aktionärsrechte: Deutsche Bank hat ausreichend informiert
Die Deutsche Bank hatte 2009 die Privatbank Sal. Oppenheim übernommen. Auf der Hauptversammlung im Mai 2010 hatten einige Aktionäre Nachfragen zu dem Deal. Dabei ging es unter anderem um Einzelheiten zur Risikoprüfung vor dem Kauf von Oppenheim. Diese und andere Fragen wurden nach Meinung der Aktionäre nicht hinreichend beantwortet. Sie klagten daher vor Gericht auf ein weiter gehendes Auskunftsrecht. Beim Bundesgerichtshof kamen sie mit ihrem Anliegen aber nicht durch (II ZB 28/12). Es sei zulässig, das Auskunftsrecht der Aktionäre auf einer Hauptversammlung auf solche Informationen zu beschränken, die nötig seien, um einen Tagesordnungspunkt beurteilen zu können, so die Richter. Das Auskunftsrecht ist gesetzlich beschränkt, um zu verhindern, dass einzelne Aktionäre mit einer Vielzahl an Fragen den Ablauf einer Hauptversammlung stören.

Schnellgericht: Aktuelle Entscheidungen kompakt

Auf der Hauptversammlung der Deutschen Bank hatten die klagenden Aktionäre Fragen zum Oppenheim-Kauf, die nach Ansicht des Gerichts für die anstehenden Entscheidungen zum Teil nicht relevant waren. Statt auf alle Fragen einzugehen, hatte der Vorstand teilweise nur pauschal geantwortet. Die Aktionäre hätten durch präzise Nachfragen deutlich machen müssen, um welche Details es ihnen ginge. Sich hinterher über fehlende Informationen zu beschweren sei unzureichend. Vorstände dürften Auskünfte gegenüber Aktionären verweigern, sofern es um vertrauliche Vorgänge aus Aufsichtsratssitzungen oder Sitzungen der vom Aufsichtsrat bestellten Ausschüsse ginge. Nach Ansicht des BGH hat die Deutsche Bank ausreichend über den Kauf von Oppenheim informiert, ein weiteres Auskunftsrecht bestehe nicht.

Dubai-Fonds: Treuhänder haftet

Auch Tote haben Recht auf Urlaub
Auch ein Toter hat noch Anspruch auf UrlaubEin Arbeitnehmer verliert mit dem Tod nicht seinen Anspruch auf bezahlten Jahresurlaub. Seine Witwe kann daher einen finanziellen Ausgleich für Urlaub verlangen, den der Verblichene nicht mehr nehmen konnte. Dies hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) am 12. Juni in Luxemburg entschieden. Nationale Gesetze oder „Gepflogenheiten“, wonach der Urlaubsanspruch „untergeht, wenn das Arbeitsverhältnis durch den Tod des Arbeitnehmers endet“, seien mit dem EU-Recht nicht vereinbar, befanden die höchsten EU-Richter. Der Anspruch auf bezahlten Urlaub sein „ein besonders bedeutsamer Grundsatz des Sozialrechts“. Der EuGH antwortete mit seinem Urteil auf eine Anfrage des Landesarbeitsgerichts in Hamm (Nordrhein-Westfalen). Dieses muss über den Fall eines Arbeitnehmers entscheiden, der seit 1998 bei einem Unternehmen beschäftigt war. Wegen Krankheit war er von 2009 an nur noch mit Unterbrechungen arbeitsfähig. Als er im November 2010 starb, hatte er 140,5 Tage Jahresurlaub angesammelt. Seine Witwe verlangte für diesen Urlaubsanspruch einen finanziellen Ausgleich. Das Gericht verwies darauf, dass ein Arbeitnehmer auch dann Anspruch auf bezahlten Urlaub hat, wenn dieser vor dem Verlassen eines Unternehmens angefallen ist. Auch wer wegen einer Krankheit gar keinen Urlaub nehmen könne, habe bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses Recht auf einen finanziellen Ausgleich für nicht genommenen Urlaub. Mit einem „finanziellen Ausgleich im Fall der Beendigung des Arbeitsverhältnisses durch den Tod“ werde „die praktische Wirksamkeit des Urlaubsanspruchs“ sichergestellt, urteilte der Europäische Gerichtshof: „Der unwägbare Eintritt des Todes des Arbeitnehmers darf nicht rückwirkend zum vollständigen Verlust des Anspruchs auf bezahlten Jahresurlaub führen.“ Der Anspruch auf finanzielle Abgeltung hänge auch nicht ab, dass der Betroffene zuvor einen entsprechenden Antrag gestellt hat. Quelle: dpa
Verbraucherzentralen dürfen vorschlagen Inkassokonten zu schließenEin Erfolg für Verbraucherschützer im Kampf gegen Internetbetrug: Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz durfte eine Bank dazu auffordern, das Konto eines Inkassounternehmens zu sperren, entschied der Bundesgerichtshof (BGH).Den Verbraucherschützern lag die Beschwerde eines Internetnutzers vor, der in eine sogenannte Abofalle getappt war. Nachdem das Inkassounternehmen daraufhin den Betroffenen mehrmals abgemahnt hatte, forderte die Verbraucherzentrale die Bank zur Sperrung des Kontos auf.Die BGH-Richter billigten dies zwar. Gleichzeitig stellten sie jedoch fest, dass ein derartiges Vorgehen nur im Ausnahmefall zulässig ist. Quelle: dpa
Auch unpersönliche Werbung ist unzulässigDer Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat mit einer Klage gegen unerwünschte Briefkastenwerbung Erfolg gehabt. Will ein Verbraucher keine Werbung von einer Firma bekommen, gilt dies nach einem Urteil des Oberlandesgericht Münchens auch für nicht persönlich adressierte Postwurfsendungen, wie der vzbv am Dienstag mitteilte. (Az. 29 U 2881/31)In dem Fall hatte ein Mann dem Unternehmen Kabel Deutschland per E-Mail mitgeteilt, dass er keine Werbung mehr erhalten wolle. In den folgenden Monaten landeten laut vzbv trotzdem fünf weitere Werbeschreiben im Briefkasten des Mannes. Diese waren nicht an ihn persönlich adressiert, sondern allgemein "an die Bewohner des Hauses" gerichtet. Der Mann schaltete den vzbv ein, der Kabel Deutschland erfolglos abmahnte und schließlich verklagte.Das Gericht gab den Verbraucherschützern Recht: Der Mann habe der Firma klar gemacht, dass er keinerlei Werbung von ihr haben wolle - daran müsse sich das Unternehmen halten. Es sei nicht nötig, dass der Mann auch einen Aufkleber auf seinen Briefkasten klebe, mit dem er grundsätzlich alle Werbeschreiben ablehnt. Das Urteil, das bereits im Dezember fiel, ist noch nicht rechtskräftig. Quelle: dpa
Sperren bei Spielkonsolen müssen verhältnismäßig seinHersteller von Videospielkonsolen müssen womöglich zulassen, dass auf ihren Geräten zusätzliche Software von unabhängigen Herstellern abgespielt werden kann. Sie dürfen ihre Geräte durch Codierung aber auf jeden Fall vor dem Abspielen von Raubkopien schützen, entschied der Europäische Gerichtshof (EuGH) im Streit um die Nintendo-Konsolen DS und Wii am Donnerstag in Luxemburg. (Az. C-355/12)Im Ausgangsfall hatte Nintendo im italienischen Mailand geklagt, weil der Hersteller „PC Box“ Zusatzgeräte zur Nintendo-Konsole vertreibt, mit denen Filme, Videos und MP3-Dateien von unabhängigen Herstellern auf den Konsolen abgespielt werden können. Mit den Zusatzgeräten werden Schutzkodierungen von Nintendo umgangen und deaktiviert - generell blockiert der Hersteller alle nicht von ihm stammenden Programme.Laut EuGH dürfen Codierungen in Spielkonsolen zwar das Urheberrecht der Spielehersteller schützen. Dieser Schutz muss aber „verhältnismäßig“ sein und darf sich nur auf eine „rechtswidrige“ Nutzung beziehen. Die Richter in Mailand müssen nun nach Vorgabe aus Luxemburg prüfen, ob es technische Möglichkeiten gibt, die die Nutzung unabhängiger Software ermöglicht und das Abspielen von Raubkopien zugleich verhindert. Quelle: REUTERS
Verweise auf Zeitungsartikel im Internet verstoßen nicht gegen das Urheberrecht. Wer im Internet mit einem Link auf einen frei zugänglichen Zeitungsartikel verweist, verstößt nicht gegen das Urheberrecht. Dies hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) am Donnerstag in Luxemburg entschieden. Es handele sich bei einem solchen Link nicht um eine „Wiedergabe“, die nur mit dem Einverständnis der Inhaber des Urheberrechts erfolgen könnte.Das höchste EU-Gericht urteilte, es sei nichts dagegen einzuwenden, dass auf einer schwedischen Seite (Retriever Sverige) Links zu Artikeln der Zeitung „Göteborgs-Posten“ zu finden seien. Retriever Sverige ist eine kostenpflichtigen Seite zur Medienbeobachtung.Grundsätzlich seien Links zu urheberrechtlich geschützten Werken zwar eine „Wiedergabe“ im rechtlichen Sinne. Dies gelte aber nur, wenn sie sich an ein „neues Publikum“ richteten. Die betroffenen Artikel seien aber auf der Webseite von „Göteborgs-Posten“ frei zugänglich. Die Nutzer der Seite von Retriever Sverige seien als Teil jener Öffentlichkeit anzusehen, die „Göteborgs-Posten“ erreichen wollten. Das gelte auch dann, wenn dem Kunden nicht klar sei, auf wessen Webseite er sich gerade befinde.Etwas anderes sei es, falls mit einem Link eine Paywall umgangen werden könne. Falls es solche „beschränkenden Maßnahmen“ für den Zugang zu einem Artikel gebe, sei klar, dass in diesem Fall die Inhaber des Urheberrechts die Nutzer des Links nicht als potenzielles Publikum betrachteten.Auch in Deutschland gab es lange Streit um Webseiten, die Inhalte von anderen Angeboten zusammentragen. Dabei ging es vor allem darum, wie viel diese Seiten aus den verlinkten Artikeln zitieren dürfen. Quelle: AP
Beschimpfung „durchgeknallte Frau“ geht gegen die EhreDie Bezeichnung „durchgeknallte Frau“ kann ehrverletzend und nicht mehr von der Meinungsfreiheit gedeckt sein. Das hat das Bundesverfassungsgericht in einem am 21. Januar veröffentlichten Beschluss (Az. 1 BvR 194/13) entschieden. Abhängig vom Zusammenhang könne diese Bezeichnung nicht mehr mit dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht des Betroffenen vereinbar sein. Die Richter gaben damit teilweise der ehemaligen Fürther Landrätin Gabriele Pauli Recht. Pauli hatte gegen Äußerungen in einem Beitrag von „Bild.de“ geklagt, den die Zeitung online 2007 als Reaktion auf ihre Fotos in Latex-Handschuhen veröffentlicht hatte. 2012 hatte das Oberlandesgericht (OLG) München Paulis Klage abgewiesen. Gegen dieses Urteil war sie vor das Verfassungsgericht gezogen. Quelle: dpa
Krankenkasse muss neben Blindenstock auch Hund bezahlenBlinde Menschen haben unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf einen Blindenhund, selbst wenn ihnen ihre Krankenkasse schon einen Blindenstock bezahlt hat. Das hat der 5. Senat des Landessozialgerichts Rheinland-Pfalz in einem am 17. Januar in Mainz veröffentlichten Urteil entschieden (Az. L 5 KR 99/13). Voraussetzung sei aber, dass der Führhund deutliche Vorteile gegenüber dem Stock biete, befanden die Richter. Sie bestätigten damit eine Entscheidung des Sozialgerichts in Koblenz. Geklagt hatte eine alleinstehende Frau, die durch eine Erkrankung erblindet ist. Die Kasse hatte ihr lediglich einen Stock und ein Lesegerät bezahlt. Quelle: dpa

Eine Anlegerin hatte 2006 in den geschlossenen Immobilienfonds Dubai-Fonds III des Initiators ACI investiert. Der Fonds ist inzwischen insolvent. Die Anlegerin klagte gegen den Geschäftsführer der Treuhandgesellschaft, weil er die Mittelverwendung des Fonds nicht kontrolliert habe. Das Brandenburgische Oberlandesgericht bestätigte den Verdacht (7 U 185/12): „Der Beklagte als Geschäftsführer der Treuhänderin war von vornherein nicht willens, die Mittelverwendungskontrolle entsprechend den Vorgaben des Emissionsprospektes und den Gesellschafts- und Treuhandverträgen auszuüben.“ Fondsgelder seien nicht prospektgemäß verwendet worden, es liege daher Kapitalanlagebetrug vor. Der Geschäftsführer der Treuhandgesellschaft habe aufgrund seiner Pflichtverletzungen Beihilfe zum Kapitalanlagebetrug geleistet. Der Anlegerin stünde daher Schadensersatz zu. „Das Gericht hat so entschieden, weil im Prospekt explizit drinstand, dass der Treuhänder sicherzustellen hat, dass die Anlegergelder zweckgemäß verwendet werden“, sagt Rechtsanwalt Mathias Corzelius von der Kanzlei Göddecke in Siegburg.

Recht einfach: Rechtsprechung zum Thema Heiligabend

Reiserücktritt: Schutz per Kreditkarte

Ein Mann buchte für 6500 Euro eine Südafrika-Reise, die er wegen Krankheit stornieren wollte. Seine Kreditkarte beinhaltete eine Reiserücktrittspolice, die aber nur bei Zahlung der Reise per Karte greifen sollte. Da der Mann eine erste Anzahlung überwiesen hatte, blieb er auf den Reisekosten letztlich sitzen. Das Amtsgericht München hielt die Klausel der Police für rechtens (242 C 14853/13).

Testament: Enterben klappt nur selten

Nach einem schweren Unfall übernahm die Partnerin eines Mannes die Pflege. Der Mann setzte sie daher als Alleinerbin ein. Seine Tochter sollte später leer ausgehen, da sie ihn nicht gepflegt habe. Nach dem Tod des Vaters forderte die Tochter trotzdem 135 000 Euro Erbpflichtteil ein. Die Partnerin des Vaters verweigerte die Zahlung und verwies auf das Testament.

In Arbeit
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Vor dem Oberlandesgericht Frankfurt bekam die Tochter das Geld aber zugesprochen (15 U 61/12): Es stehe nicht einmal fest, ob sie ihrem Vater Unterhalt geschuldet habe, da sie beim Unfall erst 16 Jahre alt gewesen sei. Unterhalt könne außerdem immer nur als Geldleistung, nicht als persönliche Pflege gefordert werden. Und seinen Pflichtteil würde ein Kind nur dann verlieren, wenn es geschuldeten Unterhalt aus einer verwerflichen Gesinnung nicht leiste. Dafür gebe es keine Anhaltspunkte. Die Partnerin müsse daher zahlen.

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