Aktuelle Entscheidungen Steuern und Recht kompakt

Rechnen Ärzte Leistungen falsch ab, müssen Privatversicherte selbst zahlen. Außerdem gibt es neues zur steuerlichen Absetzbarkeit von Feiern, Immobilienkrediten, Renten im öffentlichen Dienst und Bauverträgen.

Diese Leistungen müssen private Krankenversicherer übernehmen
Zunächst einmal sollten Privatpatienten und solche, die es werden wollen, wissen, dass die Versicherung sich weigern kann, Rechnungen eines bestimmten Arztes zu bezahlen. Dieser Ausschluss kommt in der Regel dann vor, wenn der Mediziner mehrmals durch falsche Abrechnung aufgefallen ist oder deutlich höhere Rechnungen stellt, als die Konkurrenz. Die Versicherung muss ihre Kunden allerdings darüber informieren, wenn sie bestimmte Ärzte ausschließt und kann sich nicht erst nach der Behandlung weigern, die Kosten zu übernehmen. Quelle: Fotolia
Wann eine Arztrechnung eingereicht wird, spielt übrigens keine Rolle. Die Versicherung muss zahlen, auch wenn der Patient die Rechnung erst Jahre nach der Behandlung einreicht. Quelle: Fotolia
Wer für eine Operation nicht in eine Uniklinik oder ein städtisches Krankenhaus, sondern in eine Privatklinik gehen möchte, kann das tun. Die Versicherung übernimmt die Kosten - auch wenn die oft deutlich über denen der anderen Spitäler liegen. Quelle: dpa/dpaweb
Neben den Kosten für Arztbesuche und Klinikaufenthalte übernehmen die Versicherer in der Regel auch hohe Laborkosten. Selbst wenn diese über dem von den gesetzlichen Kosten akzeptierten Satz liegen. Privatversicherte sollten allerdings ihren Vertrag genau prüfen: Manche Unternehmen schließen hohe Laborkosten aus beziehungsweise zahlen nur den regulären Satz. Die Kunden müssen dann die Differenz selber tragen. Quelle: dpa
Außerdem übernimmt die Versicherer Leistungen von fachfremden Ärzten. Wenn beispielsweise der Hautarzt seinen Patienten gegen Tetanus impft, zahlt die Private die Behandlung anstandslos. Quelle: dpa
Wo sich Kassenpatienten mit den günstigen Modellen abfinden oder selbst tief in die Tasche greifen müssen, übernehmen die privaten Krankenversicherer auch teuren Zahnersatz. Die Patienten dürfen günstige Modelle ablehnen, wenn diese beispielsweise einen schlechten Tragekomfort haben. Quelle: AP
Auch Massagen und Krankengymnastik muss die private Krankenversicherung bezahlen. Jedoch übernehmen die Versicherer nur die am Markt üblichen Preise. Wer eine Behandlung in Anspruch nimmt, die teurer ist als in Deutschland üblich, muss die Differenz aus eigener Tasche zahlen. Quelle: Fotolia
Gleiches gilt für alternative Heilmethoden wie Akkupunktur oder Homöopathie. Die Versicherer übernehmen die Kosten, solange der Erfolg der Behandlungsmethode klinisch nachgewiesen ist, sonst zahlt die PKV nicht. Quelle: dpa/dpaweb
Selbst für Potenzmittel kommen die Krankenversicherer auf - allerdings nur, wenn der Arzt diese verschrieben hat. Quelle: dpa/dpaweb
Eine Laseroperation muss die PKV dagegen nicht bezahlen, wenn sich der Sehfehler auch durch eine Brille ausgleichen lässt. Quelle: dpa

Private Krankenversicherung: Rechnungen genau prüfen

Rechnen Ärzte Leistungen falsch ab, müssen Privatversicherte selbst zahlen

Mit gesetzlichen Krankenversicherungen rechnen Ärzte in der Regel direkt ab. Privatversicherte bekommen ihre Arztrechnungen hingegen selbst und reichen diese dann bei der Versicherung ein. Eine PKV-Kundin aus München bemerkte dabei nicht, dass ihr Arzt neben einer erfolgten Bioresonanztherapie – einer alternativen Behandlungsform, bei der mit elektromagnetischen Schwingungen gearbeitet wird – auch noch Akupunktur und Infiltration abgerechnet hatte. Die beiden oft in alternativen Schmerztherapien eingesetzten Leistungen hatte er tatsächlich nicht erbracht.

Als die Versicherung später davon erfuhr, forderte sie ihre komplette Kostenerstattung zurück: Die Versicherte sei ihrer Prüfpflicht nicht nachgekommen. Die Frau wehrte sich und gab an, als medizinische Laiin könne sie solche Unstimmigkeiten in der Rechnung nicht erkennen. Das Finanzgericht München sprach der Versicherung den Anspruch aber zu (282 C 28161/12). Privatversicherte müssten eingereichte Rechnungen darauf prüfen, ob die aufgeführten Leistungen tatsächlich durchgeführt worden sind.

Ungereimtheiten müssten Versicherte umgehend ihrer Versicherung melden, da diese normalerweise keinen Einblick in die durchgeführten Behandlungen bekomme. Schon ein leicht fahrlässiges Verhalten des Versicherten reiche dafür aus, dass die Versicherung ihr Geld zurückfordern dürfe. Im konkreten Fall blieb die Frau damit auch auf den Kosten der tatsächlich erbrachten Bioresonanztherapie sitzen.

Recht einfach: Rechtsprechung zum Thema Stellplatz

Jubiläum: Priester feiert privat

Ein Priester feierte sein 25-jähriges Priesterjubiläum in einem Berghaus. Nach dem Festgottesdienst lud er zu einer Gartenfeier vor Ort ein. Die Gästeliste hatte er selbst bestimmt. Von 107 Gästen hatten immerhin 90 einen direkten oder indirekten Bezug zu seiner Berufslaufbahn. Trotzdem durfte er die Kosten für die Feier nicht als Werbungskosten von der Steuer absetzen. Die Feier sei fast ausschließlich privat und nicht beruflich veranlasst gewesen, entschied der Bundesfinanzhof (VI R 35/11). Die Anmietung des Berghauses für einen Tag und die folgende Nacht spreche schon für den privaten Charakter der Feier, so die Richter.

Generell können Arbeitnehmer nur Kosten absetzen, die objektiv mit dem Beruf zusammenhängen und subjektiv zur Förderung des Berufs getätigt werden. Bei Feiern spielt der Anlass eine wichtige Rolle, so sind Geburtstagsfeiern in aller Regel Privatsache. Es kommt aber auch darauf an, wer als Gastgeber auftritt, wer die Gästeliste bestimmt und wer eingeladen wird. Ort und Charakter der Feier können, wie hier, ebenfalls für oder gegen eine private und damit nicht absetzbare Feier sprechen.

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