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Wie Steuerzahler Freibeträge bei der Lohnsteuer für dieses Jahr retten können. Außerdem gibt es Neues zur Einkommensteuer, Bankkrediten und Haustürgeschäften.

Endgültig Geschichte: Die Finanzämter führen im Januar die elektronische Lohnsteuerkarte ein Quelle: dpa

Lohnsteuer: Wie Steuerzahler Freibeträge bei der Lohnsteuer für dieses Jahr retten können.

Die Finanzämter führen im Januar die elektronische Lohnsteuerkarte ein. Zwar ist das entsprechende Jahressteuergesetz noch nicht durch den Bundesrat, aber der Einzug ins digitale Zeitalter wird sich wohl nicht mehr aufhalten lassen. Weil die alten Lohnsteuerkarten aus Papier ungültig wurden, mussten die Steuerzahler einen Teil ihrer Freibeträge bis Ende vergangenen Jahres neu beantragen. Dazu zählen unter anderem die Entfernungspauschale für Berufspendler sowie Freibeträge für volljährige Kinder. „Wer den Termin Ende 2012 verpasst hat, kann nachträglich für die Monate Februar bis Dezember dieses Jahres Freibeträge eintragen lassen“, sagt Wolfram Meven, Steuerberater der Kanzlei Heuking Kühn Lüer Wojtek in Düsseldorf. Ein Steuernachlass für den Januar sei nicht mehr möglich. Nicht neu zu beantragen sind dagegen Freibeträge für minderjährige Kinder. Daten über den Nachwuchs der Steuerzahler übertragen die Finanzämter wie bisher automatisch.

Ob die elektronische Lohnsteuerabrechnung schon in diesem Jahr flächendeckend in Deutschland eingeführt wird, sei noch fraglich, so Steuerberater Meven. Derzeit werde das neue System in kleineren Unternehmen getestet. Bei kleinen Belegschaften ließen sich die Ergebnisse der elektronischen Lohnsteuerabrechnung mit einem überschaubaren Zeitaufwand per Hand nachprüfen. Erst wenn alle praktischen Probleme gelöst seien, müssten auch die großen Unternehmen nachziehen.

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Haustürgeschäfte: Solaranlage ist Privatkauf

Ein 76 Jahre alter Rentner kaufte 2008 eine 40.690 Euro teure Solarstromanlage für das Dach seines Einfamilienhauses. 2009 wollte er den Kauf rückgängig machen. Der Rentner argumentierte, er sei bei der Vertragsunterzeichnung in seiner Wohnung nicht ausreichend über sein Recht aufgeklärt worden, dass er den Kaufvertrag widerrufen kann. Der Vertreiber der Solaranlage lehnte eine Rückabwicklung ab. Der Käufer klagte, hatte aber bei den Gerichten zunächst keinen Erfolg. Die Richter stellten klar, dass er den Kaufvertrag nicht eindeutig als Privatmann abgeschlossen habe. Schließlich habe er gegen eine Vergütung Solarstrom in das Netz eingespeist und damit als Unternehmer gehandelt. Unternehmer hätten, anders als Privatleute, bei Haustürgeschäften kein gesondertes Rücktrittsrecht. Der Rentner könne daher das Geschäft nicht rückgängig machen.

So erstatten Steuersünder Selbstanzeige

Der Bundesgerichtshof sah den Kauf dagegen vom privaten Rücktrittsrecht gedeckt (VIII ZR 121/12). Der Vertreiber der Solaranlage müsse daher den Kaufpreis plus Zinsen zurückzahlen, so die Richter. Im Gegenzug muss der Rentner die Solaranlage an den Verkäufer zurückgeben.

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