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Wann Vermieter Werbungskosten für leer stehende Wohnungen absetzen können. Außerdem gibt es Neues zu Entfernungspauschale, Eigenbedarf und Emissionshandel.

Leerstehende Wohnungen bringen können auch Steuernachlass bringen Quelle: Fotolia

Vermietete Immobilien: Wann Vermieter Werbungskosten für leer stehende Wohnungen absetzen können.

Wer Wohnungen vermietet, kann auch für leer stehende Einheiten Zinsen oder Abschreibungen geltend machen. Allerdings gibt es keinen automatischen Steuernachlass. Der Vermieter muss glaubhaft nachweisen, dass er die Wohnungen tatsächlich vermieten will. Die Finanzämter wollen so verhindern, dass Vermieter einzelne Wohnungen als Abschreibungsobjekte nutzen. Um das Finanzamt zu überzeugen, können Vermieter beispielsweise Zeitungsannoncen oder Makleraufträge, mit denen die Wohnungen vermietet werden sollen, als Nachweise vorlegen. Allerdings helfen diese Unterlagen nicht in jedem Fall. Ein Eigentümer ließ in seinem Haus einen Raum im Dachgeschoss über 23 Jahre lang sowie eine möblierte Wohnung über mehr als zehn Jahre lang leer stehen. Für das Jahr 2007 wollte der Vermieter Werbungskosten für beide Wohnungen geltend machen. Zum Beweis, dass er die Räume vermieten wollte, legte er Abrechnungen über Zeitungsannoncen von insgesamt 150 Euro vor. Dem Finanzamt reichte das nicht. Daraufhin klagte der Vermieter. Der Bundesfinanzhof schmetterte seine Klage jedoch ab (VIII R 51/09). Es sei unglaubwürdig, dass der Vermieter die Wohnungen vermieten wollte, so die Richter. Schließlich liege das Haus in einer begehrten Wohngegend mit niedrigem Leerstand. Es sei unwahrscheinlich, dass Wohnungen in dieser Lage über einen so langen Zeitraum ohne Verschulden des Vermieters leer stehen. Er könne daher keine Werbungskosten geltend machen.

Was sich alles von der Steuer absetzen lässt - und was nicht

Einkommenssteuer: Freibetrag gleicht aus

Ehepartner können eine gemeinsame Steuererklärung abgeben. Unterm Strich ergibt sich für die Familie ein Steuervorteil, weil der Partner mit dem höheren Einkommen von einem niedrigeren Steuersatz profitiert (Ehegatten-Splitting). Stirbt einer der Ehegatten, dann kann der überlebende Partner den Splitting-Vorteil nur noch im Todesjahr und dem darauffolgenden Jahr nutzen, wenn er die gemeinsamen Kinder künftig alleine betreuen muss. Diese Vorschrift sei keine verfassungswidrige Benachteiligung gegenüber Ehepaaren, bei denen sich noch beide Partner um die Erziehung der Kinder kümmern könnten, entschied der Bundesfinanzhof (III B 68/12).

Recht einfach: Urteile zu Müllabfuhr

Schließlich stehe Alleinerziehenden neben dem Kinderfreibetrag zusätzlich ein Freibetrag für Alleinerziehende zu, den sie steuerlich geltend machen könnten, so die Richter. Diesen Freibetrag habe der Gesetzgeber eingeführt, um die Nachteile von Alleinerziehenden gegenüber dem Ehegatten- Splitting bei Paaren zu kompensieren. Könnten Alleinerziehende den Splitting-Vorteil zeitlich unbegrenzt nutzen, wären sie gegenüber verheirateten Paaren steuerlich im Vorteil.

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