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Anlegerprozesse Der ewige Kampf ums Geld

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IKB Deutsche Industriebank

Die Aktie der IKB fiel seit Juli 2007 von mehr als 20 auf rund 0,50 Euro. 150 Anleger fordern Schadensersatz. Quelle: dapd

Der Skandal: Von der US-Immobilienkrise sei sie „lediglich mit einem einstelligen Millionenbetrag“ betroffen, verkündet die IKB am 20. Juli 2007. Von wegen: Nur acht Tage später muss das Institut zugeben, dass es Milliardenrisiken aufgetürmt hat. Die Staatsbank KfW und mehrere Banken schnüren ein Rettungspaket, die IKB-Aktie fällt binnen eineinhalb Jahren von mehr als 20 auf unter einen Euro.

Rund 150 Aktionäre fordern Schadensersatz von der IKB. Viele haben nach der Pressemitteilung vom 20. Juli 2007 Aktien gekauft, einige bereits im Vorfeld. Diese Gruppe moniert nun, dass die IKB viel früher über Risiken hätte aufklären müssen.

Die Chancen: Nach dem strafrechtlichen Urteil nicht schlecht. Die Hoffnungen der Aktionäre ruhen auf dem BGH, der seit Dienstag verhandelt und er für möglich hält, dass die Bank zu optimistische Signale gegeben hat (XI ZR 51/10). Der Kläger hat am 26. Juli 2007 für 24 000 Euro IKB-Aktien gekauft, die aktuell noch rund 500 Euro wert sind. Das OLG Düsseldorf wies die Klage seinerzeit ab.

"Ungewöhnlich deutliche Worte"

„Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass der BGH die OLG-Argumentation uneingeschränkt übernimmt“, sagt Katharina Diwischek von Rotter Rechtsanwälte in München. Im strafrechtlichen Urteil gegen Ex-Bankchef Ortseifen habe Karlsruhe „ungewöhnlich deutliche Worte gewählt und dem Ex-IKB-Chef eine Falschinformation des Kapitalmarkts vorgeworfen“.

Für die jetzige Klage ist ein anderer Senat des BGH zuständig, der elfte Zivilsenat um den Vorsitzenden Ulrich Wiechers. Der gilt als anlegerfreundlich und hat eine Revision zugelassen, obwohl das OLG Düsseldorf die „Nichtzulassung“ beantragt hatte.

Für einen Prozesserfolg des Klägers würde es allerdings nicht reichen, wenn Wiechers & Co. sowie die Strafrichter eine vorsätzliche Manipulation konstatierten. Der Kläger muss die Richter außerdem davon überzeugen, dass die falsche Pressemitteilung der Auslöser für den Aktienkauf war („Kausalität“). Eine Aufgabe, an der schon mancher Anlegeranwalt gescheitert ist.

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