Bundesweite Großrazzia Ermittler durchsuchen Wohnungen wegen Insiderhandels

Nach einem Hinweis der Finanzaufsicht BaFin schwärmten die Ermittler aus: Bundesweit soll es zu Insidergeschäften bei Firmenübernahmen gegeben haben. Es soll um Schäden in Millionenhöhe gehen.

Ein Hinweis der BaFin setzte eine Großrazzia wegen Verdachts auf Insiderhandel bei Firmenübernahmen in Gang. Quelle: dpa

Bei einer bundesweiten Razzia haben die Strafverfolger einen Ring von mutmaßlichen Insiderhändlern bei Firmenübernahmen ins Visier genommen. Ermittler in acht Bundesländern und in der Schweiz hätten am Dienstag rund 50 Wohnungen und Büros durchsucht, teilte das Landeskriminalamt Baden-Württemberg mit. Schwerpunkt der Razzia auf eine Anzeige der Finanzaufsicht BaFin hin war demnach Hessen. Den 23 Beschuldigten im Alter von 32 bis 64 Jahren werde Insiderhandel in Millionenhöhe im Vorfeld von Unternehmensübernahmen vorgeworfen.

Zu den betroffenen Firmen machten die Behörden keine Angaben. Die Beschuldigten sind überwiegend Privatpersonen, die sich von Beruf oder Hobbies her kennen, erklärte das LKA. "Noch unbekannt ist bislang, wer die Informationen künftiger Übernahmen an diese Personengruppe weitergegeben hat." Gegen einige der Beschuldigten sei bereits 2008 ermittelt worden. Das Verfahren wurde jedoch aus Mangel an Beweisen eingestellt.

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Für die mutmaßlichen Täter könnte ein Prozess ein unschönes Ende nehmen: Insiderhandel und Marktmanipulation sollen in der Europäischen Union künftig einheitlich mit mindestens vier Jahren Haft bestraft werden. Mit großer Mehrheit verabschiedete das EU-Parlament kürzlich eine Richtlinie, die das Recht in diesem Bereich vereinheitlichen und Finanzmarktbetrüger abschrecken soll. Die unerlaubte Weitergabe von Informationen wird demnach mit nicht weniger als zwei Jahren Haft geahndet. Die Richtlinie ist auch eine Reaktion auf die jüngsten Skandale um die Interbanken-Referenzzinssätze Libor und Euribor. Dabei haben Händler mehrerer Großbanken Ermittlern zufolge Devisenkurse manipuliert. Mehrere Institute wurden deshalb bereits zu Milliardenstrafen verdonnert. Der EU-Richtlinie müssen noch die EU-Staaten zustimmen.

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