DIW-Studie Auch deutsche Konzerne sparen sich die Steuer

Nicht nur Apple, Google & Co. umgehen den Fiskus - auch deutsche Großunternehmen tricksen. Durch geschickte Verlagerung ihrer Gewinne schenkten sie sich rund 92 Milliarden Euro.

Alte und neue Steueroasen
Ein Strand auf den Tobago Keys Quelle: dpa
Ein Schild mit dem Zeichen von Liechtenstein Quelle: REUTERS
Eine Stadt in Zypern Quelle: dapd
Festungsmuseum in Luxemburg Quelle: dpa
Wiener Opernball Quelle: dpa
Bauern in der Schweiz Quelle: dapd
Dubai Quelle: dapd

Deutsche Konzerne sparen einer Studie zufolge jährlich Milliarden Steuern, weil sie sich arm rechnen oder Gewinne ins Ausland verlagern. Nach einem Bericht der „Welt“ errechneten die Wirtschaftsforscher des DIW, dass zwischen den nachgewiesenen Profiten der Kapital- und Personengesellschaften und den steuerlich erfassten Gewinnen nach den letzten verfügbaren Zahlen aus dem Jahr 2008 eine Lücke von rund 92 Milliarden Euro klaffte.

Standorte der Dax-Konzerne in Steueroasen

„Sollte unsere Schätzung stimmen, zahlten die deutschen Unternehmen zwischen 2001 und 2008 nur etwa 21 Prozent Steuern auf ihre Gewinne - und damit deutlich weniger als vom Gesetzgeber vorgesehen“, zitiert die „Welt“ Stefan Bach vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW/Berlin). Auffällig sei das hohe Niveau an steuerlichen Verlusten und Verlustvorträgen, das die Unternehmen vor sich herschleppten.

Wie Dax-Konzerne herumdrucksen

Inzwischen seien es 568 Milliarden Euro. „Dies deutet auf Steuerbefreiungen, Steuervergünstigungen oder Gestaltungsmöglichkeiten hin, die systematisch zu deutlich reduzierten Besteuerungsgrundlagen führen“, wird Bach weiter zitiert.

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Der Steuerexperte des DIW räumte der Zeitung zufolge ein, dass die Zahl von 92 Milliarden Euro mit einigen Schätzfehlern behaftet ist. „Wir sind bei unseren Untersuchungen jedoch auf eine dauerhafte Besteuerungslücke gestoßen“, sagte er. So habe die Steuerlücke seit 2000 stets über 90 Milliarden Euro betragen. 2007 seien es sogar 120 Milliarden gewesen. Wie die „Welt“ schreibt, ist die Studie im DIW-Wochenbericht enthalten, der diese Woche erscheint.

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