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Durchschnittseinkommen Was schätzen Sie? So viel verdienen die Deutschen

Durchschnittseinkommen Deutschland Quelle: Getty Images

Das Durchschnittseinkommen der Deutschen wird von vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst. Welchen Einfluss das Geschlecht, das Bundesland oder die Branche auf Ihr Einkommen haben. 

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Einmal jährlich veröffentlicht das Statistische Bundesamt, wie viel berufstätige Menschen in Deutschland durchschnittlich pro Jahr verdienen. Die Statistik zeigt außerdem auf, in welchen Branchen die Deutschen am meisten und am wenigsten Einkommen generieren.

Als viertgrößte Volkswirtschaft der Welt, verdienen die Menschen in Deutschland im weltweiten Vergleich deutlich mehr als der Durchschnitt – doch wie sind die Gehaltsaussichten im bundesweiten Vergleich? Und wie schneidet Deutschland im Vergleich zu anderen Staaten in Europa ab?

Durchschnittseinkommen in Deutschland nach Branchen und Bundesländern

Im Jahr 2020 verdiente ein deutscher Vollzeitbeschäftigter durchschnittlich 3975 Euro brutto im Monat. Das ist ein Brutto-Jahreseinkommen von etwa 47.700 Euro. Im Vergleich zum Vorjahr ist das Durchschnittsgehalt somit um 228 Euro gesunken. 

Doch beim Durchschnittseinkommen der Deutschen gibt es grundsätzlich deutliche Unterschiede – das Bundesland, die Branche und das Geschlecht haben weiterhin großen Einfluss auf die Verteilung des Einkommens in der Bundesrepublik.

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    Hinweis: Die Daten des statistischen Bundesamtes nehmen Bezug auf das durchschnittliche Bruttoeinkommen aller Vollzeitbeschäftigten in Deutschland. Das statistische Bundesamt verwendet hierfür das arithmetische Mittel, nicht den Median. Der Median wäre in diesem Zusammenhang allerdings aussagekräftiger, da er unempfindlich gegenüber Extremwerten ist.

    Das Durchschnittsgehalt ist branchenabhängig 

    Deutliche Einkommensunterschiede gibt es insbesondere im Branchenvergleich. Vollzeitbeschäftigte im Bereich Finanz- und Versicherungsdienstleistungen verdienen mit einem durchschnittlichen Bruttojahresgehalt von 80.030 Euro deutschlandweit am meisten und liegen somit vor dem Energieversorgungs-Sektor mit einem Bruttojahresgehalt von 71.738 Euro. Dicht dahinter folgt die Informations- und Kommunikationsbranche mit 69.518 Euro jährlich. 

    Am wenigsten verdienen Vollzeitbeschäftigte im Gastgewerbe mit einem Branchendurchschnitt von rund 25.705 Euro brutto im Jahr. Zum Vergleich: Im Jahr 2019 lag der Branchendurchschnitt im Gastgewerbe noch bei 30.668 Euro jährlich. Dies ist wohl auf die Folgen der Coronakrise und den damit verbunden Maßnahmen zurückzuführen. Auf dem vorletzten Platz landet die Erbringung sonstiger wirtschaftlicher Dienstleistungen mit 34.181 Euro Bruttojahresverdienst. 

    Durchschnittseinkommen in Deutschland: Alle Branchen in der Tabelle

    RangBrancheBruttojahreseinkommen von Vollzeitbeschäftigten 2020
    1.Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen80.030 Euro
    2.Energieversorgung71.738 Euro
    3.Information und Kommunikation69.518 Euro
    4.Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen66.852 Euro
    5.Grundstücks- und Wohnungswesen57.543 Euro
    6.Erziehung und Unterricht57.432 Euro
    7.Verarbeitendes Gewerbe55.174 Euro
    8.Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden55.559 Euro
    9.Produzierendes Gewerbe53.351 Euro
    10.Kunst, Unterhaltung und Erholung53.295 Euro
    11.Öffentliche und persönliche Dienstleistungen (insgesamt)52.479 Euro
    12.Produzierendes Gewerbe und wirtschaftliche Dienstleistungen (insgesamt)52.460 Euro
    13.Produzierendes Gewerbe und Dienstleistungsbereich (insgesamt)52.464 Euro
    14.Dienstleistungsbereich (insgesamt)51.953 Euro
    15.Gesundheits- und Sozialwesen51.696 Euro
    16.Wirtschaftliche Dienstleistungen 51.635 Euro
    17.Öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung50.837 Euro
    18.Erbringung von sonstigen Dienstleistungen49.309 Euro
    19.Handel48.859 Euro
    20.Wasserversorgung45.426 Euro
    21.Baugewerbe44.842 Euro
    22.Verkehr und Lagerei40.369 Euro
    23.Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen 34.181 Euro
    24.Gastgewerbe25.705 Euro

    Quelle: Statistisches Bundesamt

    Durchschnittliches Bruttomonatseinkommen in den einzelnen Bundesländern im Vergleich 

    Auf das Bundesland kommt es an. So verdienen Vollzeitbeschäftigte in Hamburg mit 4966 Euro brutto im Monat bundesweit am meisten, während Mecklenburg-Vorpommern mit einem durchschnittlichen Bruttolohn von 3379 Euro monatlich das Schlusslicht im bundesweiten Vergleich abbildet. Bayern und Baden-Württemberg landen auf den Plätzen drei und vier, hinter Hamburg und Hessen. In Bayern verdient ein Vollzeitbeschäftigter im Schnitt rund 4652 Euro brutto monatlich. 



    Die Menschen in Baden-Württemberg verdienen etwa 6 Euro weniger, mit einem Bruttomonatseinkommen von etwa 4646 Euro. Das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen landet im Ranking auf Platz sechs. In NRW verdienen die Menschen durchschnittlich 4429 Euro brutto im Monat. 

    Auffällig ist, dass die Verdienstunterschiede zwischen West- und Ostdeutschland auch über dreißig Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung immer noch deutlich sind. Während die alten Bundesländer beim Durchschnittseinkommen die Plätze eins bis elf belegen, sind die fünf neuen Bundesländer auf den hinteren Plätzen zu finden.

    Bruttomonatseinkommen 2020 in allen sechzehn Bundesländern im Überblick

    RangBundeslandDurchschnittliches Bruttomonatseinkommen 2020
    1.Hamburg4966 Euro
    2.Hessen4835 Euro
    3.Bayern4652 Euro
    4.Baden-Württemberg4646 Euro
    5.Berlin4502 Euro
    6.Nordrhein-Westfalen4429 Euro
    7.Bremen4422 Euro
    8.Rheinland-Pfalz4186 Euro
    9.Niedersachsen4135 Euro
    10.Schleswig-Holstein3963 Euro
    11.Saarland3959 Euro
    12.Brandenburg3575 Euro
    13.Sachsen3561 Euro
    14.Sachsen-Anhalt3539 Euro
    15.Thüringen3401 Euro
    16.Mecklenburg-Vorpommern3379 Euro

    Quelle: Statista

    Gender Pay Gap – Geschlecht ist ausschlaggebender Faktor beim Einkommen der Deutschen

    Auch im Jahr 2020 spielte das Thema Gender Pay Gap eine große Rolle bei der Verteilung der Gehälter in Deutschland. So verdienen Frauen in der Bundesrepublik durchschnittlich weiterhin achtzehn Prozent weniger als Männer. Während Frauen einen Bruttostundenlohn von 18,62 Euro verdienen, erhalten Männer im Schnitt 4,16 Euro mehr pro Stunde und kommen somit auf einen Stundenlohn von 22,78 Euro. Im Vergleich zum Vorjahr 2019 hat der Verdienstabstand zwischen Frauen und Männern um zwei Prozentpunkte abgenommen (Stand 2019: 20 Prozent).

    Laut dem Statistischen Bundesamt sind rund Dreiviertel des Gender Pay Gaps strukturbedingt. Der Verdienstunterschied ist insbesondere dadurch bedingt, dass Frauen in Deutschland oftmals in Branchen arbeiten, die schlechter bezahlt werden und in denen die Chancen geringer sind, eine Führungsposition zu erreichen. Darüber hinaus ist der Anteil an Frauen, die in Teilzeit arbeiten oder einem Minijob nachgehen deutlich höher als bei den Männern. Grund hierfür sind häufig die Betreuung von Kindern oder Familienangehörigen sowie andere familiäre Verpflichtungen. 

    Dennoch: Das verbleibende Viertel zeigt den bereinigten Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern. So verdienten Frauen im Jahr 2014 trotz gleicher Qualifikation in vergleichbaren Tätigkeiten rund sechs Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen.

    Verfügbares Nettoeinkommen 2020 - Deutschland im Vergleich mit anderen Europäischen Staaten

    Laut der neuen GfK-Studie 2020 zur Pro-Kopf-Kaufkraft in Europa zeichnet sich aufgrund der Coronapandemie eine Verschlechterung bei den durchschnittlich verfügbaren Nettoeinkünften der Europäer ab. Zwar haben die Europäer insgesamt etwa 9,5 Billionen Euro zur Verfügung – dennoch entspricht dies im Vergleich zum Vorjahr 2019 einem Minus von 5,3 Prozent. Somit haben die Menschen in Europa im Jahr 2020 pro Kopf durchschnittlich rund 773 Euro weniger zur Verfügung als im Jahr 2019. Das durchschnittlich verfügbare Nettoeinkommen in Europa liegt in diesem Jahr also bei etwa 13.894 Euro. Zum Vergleich: Im Jahr 2019 hatte jeder Europäer im Schnitt circa 3,5 Prozent mehr Einkommen zur Verfügung als im Jahr 2018. Dieser Negativtrend ist insbesondere auf die wirtschaftlichen Auswirkungen von Covid-19 zurückzuführen.

    Europaweit liegt Liechtenstein mit einem durchschnittlich verfügbaren Nettoeinkommen von 64.240 Euro pro Kopf an der Spitze. Die Arbeitnehmer in Liechtenstein haben somit ein durchschnittlich verfügbares Einkommen, welches etwa 4,6-mal so hoch ist, wie das europäische Durchschnittseinkommen von 13.894 Euro. Nirgendwo anders in Europa verfügen die Menschen über mehr Geld. Die Schweiz belegt Platz zwei mit einem verfügbaren Nettoeinkommen von 41.998 Euro pro Kopf. Auf Platz drei befindet sich Luxemburg mit 34.119 Euro durchschnittlichem Nettoeinkommen.

    Deutschland siedelt sich im europäischen Vergleich auf Platz acht an. Die Menschen hierzulande verfügen über ein Nettoeinkommen von circa 22.388 Euro im Jahr 2020.

    Von den 42 untersuchten Ländern, lagen nur 16 über dem europäischen Durchschnittsnettoeinkommen. Die restlichen 26 Länder liegen teilweise deutlich unter dem europäischen Durchschnitt. Nennenswert sind hier die Länder Italien (Platz 16) und Spanien (Platz 17). Italien liegt mit einem verfügbaren Nettoeinkommen von 16.439 Euro noch deutlich über dem europäischen Durchschnitt. In Spanien haben die Menschen hingegen mit Nettoeinkünften von circa 13.613 Euro weniger als der Durchschnittseuropäer zur Verfügung.

    Das europäische Schlusslicht bildet die Ukraine. Hier liegt das Nettoeinkommen bei nur etwa 1703 Euro im Jahr.

    Die durchschnittlich verfügbaren Nettoeinkommen pro Kopf im Jahr 2020 in Europa in der Tabelle

    Rang LandDurchschnittlich verfügbares Nettoeinkommen pro Kopf 2020
    1.Liechtenstein64.240 Euro
    2.Schweiz41.998 Euro
    3.Luxemburg34.119 Euro
    4.Island28.155 Euro
    5.Norwegen25.699 Euro
    6.Dänemark25.176 Euro
    7.Österreich23.585 Euro
    8.Deutschland22.388 Euro
    9.Irland21.030 Euro
    10.Schweden20.882 Euro
      
    16.Italien16.439 Euro
     EUROPA gesamt13.894 Euro
    17.Spanien13.613 Euro
      
    28.Polen7143 Euro
      
    42.Ukraine1703 Euro

    Quelle: GfK

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