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Elterngeld 2022 beantragen Alle wichtigen Infos zur finanziellen Unterstützung von Eltern

Elterngeld: Alle wichtigen Infos zur finanziellen Unterstützung von Eltern Quelle: dpa

Viele Paare freuen sich auf das Elternwerden. Doch nicht alle wissen, ob sie finanzielle Unterstützung erhalten und wenn ja, wie und wie viel. Hier finden Sie alle Informationen zum Elterngeld und dem Elterngeldantrag 2022.

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Das Elterngeld ist eine Ersatzleistung für das bisherige Einkommen, welches Eltern oder Elternteilen zusteht, die nach der Geburt ihres Kindes zuhause bleiben und gar nicht oder nur teilweise wieder in das Berufsleben einsteigen.

In der Coronakrise hat der Bundestag am 29. Januar 2021 das Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz geändert. Die Änderungen gelten seit dem 1. September 2021. Das Bundesfamilienministerium versprach „mehr Teilzeitmöglichkeiten, mehr Frühchen-Monate und weniger Bürokratie“. Was hat sich seit September geändert?

Elterngeld: Aktuelle Änderungen 

Durch die Gesetzesänderung dürfen Eltern in Teilzeit künftig bis 32 Wochenstunden Elterngeld beziehen. Diese Grenze lag vor dem 1. September 2021 noch bei 30 Wochenstunden. Für den Partnerschaftsbonus wurde der Teilzeitkorridor erweitert auf 24 bis 32 Wochenstunden. Laut Familienministerium sollen „nur in Ausnahmefällen“ nachträgliche Nachweise zur Arbeitszeit nötig sein. Seit dem 1. September 2021 wird das Elterngeld ferner nicht mehr reduziert, wenn Eltern andere Einkommensersatzleistungen wie Krankengeld oder Kurzarbeitergeld bekommen. 

Zudem gibt es mehr Geld bei Frühgeborenen: Wenn ein Kind mindestens sechs Wochen vor dem errechneten Termin geboren wird, bekommen die Eltern zwischen einem und vier Monaten mehr Elterngeld. Finanziert werden die Maßnahmen durch eine Veränderung der Einkommensgrenze: Seit dem 1. September 2021 sollen zudem nur noch Paare bis 300.000 Euro Jahreseinkommen berechtigt sein, Elterngeld zu bekommen. Das betreffe laut Familienministerium 7.000 Elterngeldbeziehende, die mehr verdienen. Diese Spitzenverdiener könnten sich eigene Vorsorgemaßnahmen leisten.

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    Welche Varianten von Elterngeld gibt es in Deutschland?

    Die Einkommensersatzleistung gibt es in drei Varianten:

    • Basis-Elterngeld
    • ElterngeldPlus
    • Partnerschaftsbonus

    Basis-Elterngeld

    Das Basis-Elterngeld fängt fehlendes Einkommen auf, wenn Eltern nach der Geburt für ihr Kind da sein wollen und aus diesem Grund ihre berufliche Arbeit unterbrechen. Gemeinsam steht den Eltern insgesamt 14 Monate lang die finanzielle Unterstützung zu, wenn sich beide Elternteile an der Betreuung und Erziehung beteiligen und ihnen dadurch Einkommen wegfällt. Die 14 Monate können sie frei untereinander aufteilen. Dabei kann ein Elternteil mindestens zwei Monate und höchstens zwölf Monate Elternzeit für sich in Anspruch nehmen. Wenn lediglich ein Elternteil Elternzeit nimmt, wird der Anspruch auf das Elterngeld auf zwölf Monate beschränkt. Ausnahme: Alleinerziehende, die die Ersatzleistung zum Ausgleich des wegfallenden Erwerbseinkommens beziehen, dürfen die vollen 14 Monate Elterngeld in Anspruch nehmen. 

    Zudem gilt, dass der Anspruch auf Basis-Elterngeld nur während der ersten 14 Lebensmonate des Kindes besteht. Nach den ersten 14 Lebensmonaten des Kindes, können Eltern nur noch ElterngeldPlus oder den Partnerschaftsbonus beantragen.

    ElterngeldPlus

    2015 wurde das klassische Elterngeld durch das ElterngeldPlus erweitert. Hierbei handelt es sich um eine neue Regelung, die es Eltern erleichtern soll, Beruf und Familie besser miteinander zu vereinbaren. Grundsätzlich ist das ElterngeldPlus vor allem für diejenigen interessant, die während der Elternzeit in Teilzeit arbeiten möchten. Mütter und Väter haben dabei die Möglichkeit, länger als bisher die finanzielle Unterstützung in Anspruch zu nehmen. ElterngeldPlus können Sie doppelt so lange beziehen wie Basis-Elterngeld. Dabei bekommen Sie jedoch auch nur halb so viel Geld.

    Partnerschaftsbonus

    Eltern, die sich für ein partnerschaftliches Zeitarrangement entscheiden, erhalten zudem einen Partnerschaftsbonus: Sie bekommen bis zu vier zusätzliche ElterngeldPlus-Monate, wenn Sie in diesen vier Monaten zur gleichen Zeit zwischen 24 und 32 Wochenstunden arbeiten. Dies gilt auch für getrennt Erziehende, die gemeinsam in Teilzeit gehen. Eltern von Kindern, die vor dem 01. September 2021 geboren wurden, dürfen in dieser Zeit allerdings nur zwischen 25 und 30 Stunden arbeiten. 

    Wer bekommt Elterngeld?

    Die finanzielle Unterstützung können Eltern erhalten, die

    • ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben,
    • nach der Geburt das Kind betreuen und erziehen,
    • mit dem Kind in einem Haushalt leben,
    • weniger als 150.000 Euro oder gemeinsam 300.000 Euro Jahreseinkommen im Jahr vor der Geburt hatten.

    Alle Eltern können grundsätzlich Elterngeld beantragen und beziehen. Allerdings gibt es hier ein paar Einschränkungen und Bedingungen. Sie haben seit dem 1. September 2021 keinen Anspruch auf die Einkommensersatzleistung, wenn Sie im Jahr vor der Geburt gemeinsam mehr als 300.000 Euro Jahreseinkommen erhalten haben oder wenn Sie Sozialleistungen empfangen, da Ihnen diese Familienleistung bereits vollständig angerechnet wird. Die Grenze beim Jahreseinkommen betrug vor dem 1. September 2021 noch 500.000 Euro pro Paar.

    Neben Elternpaaren haben auch Alleinerziehende, Pflege- oder Adoptiveltern einen Anspruch auf die finanzielle Unterstützung.

    Höhe und Berechnung des Elterngeldes 2022

    Die Höhe der finanziellen Leistung hängt davon ab, wie viel Einkommen der betreuende Elternteil vor der Geburt des Kindes hatte und ob das Einkommen nach der Geburt wegfällt. Je nach Einkommen beträgt das Basis-Elterngeld zwischen 300 Euro und 1800 Euro. Das Mindestelterngeld erhalten die Eltern, die ihr Kind erziehen und höchstens 30 Stunden in der Woche arbeiten, etwa Studierende, Hausfrauen oder -männer und auch Eltern, die auf Grund der Erziehung älterer Kinder nicht gearbeitet haben.

    Elterngeldantrag

    Um die Einkommensersatzleistung zu erhalten, müssen Sie einen Antrag stellen. Dies geschieht mit einem Vordruck, den Sie entweder bei der Elterngeldstelle oder auch online erhalten. 

    Die Sozialleistung kann jeder Elternteil nur einmal pro Kind beantragen. Dies gilt auch für Zwillinge, Drillinge und andere Mehrlinge. 

    Was Sie unbedingt beachten sollten: Je nach Bundesland unterscheidet sich der Antrag auf die finanzielle Hilfe. Daher sollten Sie darauf achten, dass auch der korrekte Antrag ausgewählt wird.

    Dem Elterngeldantrag müssen Sie einige Nachweise beifügen:

    • Geburtsurkunde des Kindes
    • Nachweis über Ihr bisheriges Einkommen

    Arbeitnehmer:

    • Mutter: Lohn- und Gehaltsabrechnung der letzten zwölf Monate vor dem Monat, in dem Ihr Mutterschutz beginnt
    • Vater: Lohn- und Gehaltsabrechnung der letzten zwölf Monate vor der Geburt

    Selbstständige:

    • in der Regel Ihren letzten Steuerbescheid

    Arbeitnehmerinnen außerdem:

    • Bescheinigung Ihrer Krankenkasse über Ihr Mutterschaftsgeld nach der Geburt
    • Bescheinigung Ihres Arbeitgebers über Zuschüsse zum Mutterschaftsgeld

    Beamtin oder Soldatin:

    • Bescheinigung über Dienstbezüge während des Mutterschutzes
    • Bescheinigung über Zuschüsse in diesen Bezügen 

    Je nach Einzelfall können noch weitere Unterlagen benötigt werden.

    Wann Sie den Antrag stellen sollten

    Den Elterngeld-Antrag können Sie erst nach der Geburt Ihres Kindes stellen. Die Antragstellung sollte aber unbedingt in den ersten drei Lebensmonaten des Kindes gestellt werden, da das Erziehungsgeld lediglich drei Monate rückwirkend gezahlt wird. 

    Verringert sich das Elterngeld wegen Corona?

    Nein, das Elterngeld verringert sich nicht aufgrund der Coronakrise. Die Bundesregierung hat beschlossen, die Regeln des Elterngeldes zu lockern. Dadurch sollen Familien während der aktuellen Krise unterstützt und vor finanziellen Engpässen beschützt werden. 

    Aus diesem Grund gilt nun, dass das Elterngeld nicht geringer ausfallen darf, falls man Arbeitslosengeld I oder Kurzarbeitergeld erhält. Seit dem 1. September 2021 gilt das auch für zusätzliches Krankengeld. Im Normalfall ist das durchschnittliche Nettoeinkommen der zwölf Monate vor der Geburt des Kindes die Grundlage für die Höhe des Elterngeldes. Sollte man jedoch wegen der momentanen Coronakrise weniger verdienen, sollen diese Monate nun nicht mitgerechnet werden.

    Diese Lockerungen gelten aufgrund der Coronakrise beim Elterngeld:

    • Personen, die in systemrelevanten Berufen tätig sind, können ihre Elterngeldmonate aufschieben, falls sie wegen Corona in besonderem Maße an ihrem Arbeitsplatz gebraucht werden. 
    • Eltern sollen den Partnerschaftsbonus nicht verlieren, falls sie aufgrund der Coronakrise aktuell mehr oder weniger arbeiten. 
    • Zudem sollen Eltern und werdende Eltern, die aktuell beispielsweise durch Kurzarbeit Einkommensverluste haben, keinen Nachteil beim Elterngeld haben. Das heißt, dass Kurzarbeitergeld und Arbeitslosengeld I aufgrund der Coronapandemie die Höhe des Elterngeldes nicht reduzieren und auch bei der späteren Berechnung des Elterngeldes für ein weiteres Kind nicht mit einfließen.
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