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Erbschaftsteuer sparen Schenken statt vererben – so geht’s richtig

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Nießbrauch schont den Freibetrag

Auch ein Nießbrauchrecht ist bei einer Immobilienschenkung oftmals sinnvoll. Dieses Recht ermöglicht nicht nur die Nutzung des verschenkten Wohnung oder des Hauses, sondern auch deren Vermietung. Die Mieteinnahmen stehen dann dem Inhaber des Nießbrauchs zu. Wer also im Alter eine Immobilie übertragen lässt, sich aber das Nießbrauchrecht sichert, kann so aus der Immobilie Teile seiner Altersversorgung bestreiten. Sowohl Wohn- als auch Nießbrauchrecht können mit einer Grundbucheintragung gesichert werden.

Gleichzeitig schont das Nießbrauchrecht den Freibetrag, da es einen Wert darstellt, der vom Gesamtwert der Schenkung abgezogen werden muss.

Was Erben wissen sollten
Alleinerbe Der Alleinerbe erbt als einzige Person. Er tritt rechtlich „in die Fußstapfen des Verstorbenen “ und übernimmt dessen gesamte Rechte, aber auch Pflichten. Quelle: dpa
Gesetzliche Erbfolge Die gesetzliche Erbfolge greift immer dann, wenn kein Testament oder Erbvertrag vorliegt. Danach wird der Nachlass zwischen dem Ehepartner und den Verwandten des Verstorbenen aufgeteilt, wobei Kinder und Enkel des Erblassers Vorrang vor Eltern, Großeltern oder anderen Angehörigen genießen. Quelle: REUTERS
Annahme der ErbschaftWer in Deutschland erben will, muss dafür in der Regel nichts tun. Vor allem braucht er die Annahme des Erbes nicht zu erklären . Dieses Phänomen heißt im Juristen-Deutsch “Von-Selbst-Erwerb.“ Quelle: AP
Ausschlagung der Erbschaft Wer nicht erben will, kann (und muss) die Erbschaft innerhalb einer Frist von sechs Wochen ausgeschlagen. Die Zeit läuft ab dem Moment, in dem der Betreffende von der Erbschaft und deren Gründen erfahren hat. Nach Ablauf der Frist ist eine Ausschlagung in der Regel nicht mehr möglich. Lediglich in Ausnahmefällen besteht die Möglichkeit, die Annahme der Erbschaft anzufechten. Quelle: REUTERS
EhegattentestamentVerheiratete und eingetragene Lebenspartner können ein gemeinschaftliches Testament errichten. Eine weit verbreitete Form ist dabei das sogenannte Berliner Testament. Dabei setzen sich die Eheleute gegenseitig zu alleinigen Vollerben ein. Erst wenn beide Partner verstorben sind, werden auch die Kinder bedacht. Sie werden zu Schlusserben, also zu Erben des länger lebenden Ehegatten ernannt. Quelle: dpa
Pflichtteil Ein Erblasser kann bestimmte Personen von der Erbfolge ausschließen, aber nicht immer verhindern, dass diese Personen etwas aus seinem Nachlass erhalten. Grund: Der sogenannte Pflichtteil garantiert den nächsten Angehörigen des Erblassers also eine Mindestteilhabe an seinem Nachlass. Quelle: dpa
EnterbungHat er Erblasser einen oder mehrere gesetzliche Erben von der Erbfolge ausgeschlossen oder sie bei der Verteilung des Nachlasses nicht erwähnt, spricht man von Enterbung. Handelt es sich bei den fraglichen Personen um enge Angehörige, können sie oft zumindest seinen Pflichtteil verlangen. Quelle: obs

Schenkungen nach Plan quer durch die Familie

Ein anderer Weg, die Schenkungssteuer zu umgehen oder zu minimieren, sind sogenannte Kettenschenkungen. Dabei verschenkt zum Beispiel ein Elternteil nicht alles auf einen Schlag an seine Kinder, sondern erst einen Teil an den Ehegatten mit 500.000 Euro Freibetrag. Anschließend beschenken die beiden Elternteile getrennt voneinander ihre Kinder, so dass der Freibetrag zweimal angerechnet wird. Zwischen den Schenkungen an den Ehegatten und an die Kinder sollte aber anstandshalber mindestens ein Jahr verstreichen, da sonst das Finanzamt misstrauisch wird. Das funktioniert grundsätzlich auch mit Immobilien. Allerdings sind dann wieder Notarkosten und Grundbucheintragungen notwendig.

Kettenschenkungen funktionieren natürlich ebenso mit anderen nahen Verwandten mit entsprechenden Freibeträgen.

Fallstricke beim Erben-Austricksen

Schenkungen lassen sich auch einsetzen, um sein Vermögen an seine bevorzugten Verwandten zu verteilen und Pflichtanteile an weniger geliebte Verwandte zu umgehen oder zumindest zu reduzieren. Damit das klappt, müssen aber zwischen Schenkung und Erbfall möglichst viele Jahre liegen. Liegt die Schenkung mehr als zehn Jahre zurück, wenn es zur Aufteilung des Erbes kommt, bleibt das verschenkte Vermögen in der Pflichtteilsberechnung unberücksichtigt.

Checkliste: So finden Erben Schweizer Konten

Ist der Zeitraum zwischen Schenkung und Todesfall kürzer, zählt jedes Jahr. Ist die Schenkung zum Beispiel im dritten Jahr vor dem Erbfall erfolgt, werden immer noch 80 Prozent der Schenkung für die Berechnung des Pflichtanteils berücksichtigt.

Wichtig ist dabei, dass die Schenkung juristisch unzweifelhaft eine Schenkung war. Geht es etwa um eine Immobilie, ist ein eingeräumtes Nießbrauchrecht hinderlich, weil die Zehnjahresfrist dann nicht greift. Auch bei der Übertragung an einen Ehegatten beginnt die Frist erst mit dem Tod des Ehepartner oder der Scheidung.

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