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Falsche Fuffziger Mit neuen Banknoten gegen Geldfälscher

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Was ist mit Falschgeld zu tun?

Einen Grund für die steigenden Fallzahlen sieht das BKA in dem zunehmenden Vertrieb des Falschgelds über Online-Plattformen. So sind im sogenannten Darknet zum einen sehr professionelle Fälschungen aus Neapel direkt bestellbar. Zum anderen gibt es auch simplere Blüten vom Farbkopierer, Kopiervorlagen sowie Aufkleber zum Imitieren der Holografiestreifen und anderer Sicherheitsmerkmale.

Neapel gilt seit langem als Hochburg der Geldfälscher. Das BKA schätzt, dass 80 Prozent der in fast ganz Europa aufgetauchten falschen Euro-Scheine aus den Werkstätten der hochprofessionellen „Napoli-Gruppe“ stammen. Die Blüten aus Neapel und Umgebung sind von so hoher Qualität, dass sie kaum noch ohne spezielle Prüfgeräte von den echten Banknoten zu unterscheiden sind. Selbst viele Bezahlautomaten lassen sich mit ihnen überlisten.

Erst im Dezember war es der italienischen Polizei gelungen, eine Mailänder Filiale der Napoli-Gruppe auszuheben. In der unscheinbaren Wohnung fanden die Ermittler neben 800 falschen Euro- und Dollar-Scheinen mehrere Laserdrucker und Rollen mit Silberband, die für den gefälschten Holografiestreifen verwendet wurden. Das Material für die Geldfälschungen stammt aus dem Darknet.

Was sich im April für Verbraucher ändert
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Für die EZB ist es also an der Zeit, den Wettlauf neu zu starten und die Fälscher mit schier unlösbaren Aufgabe zu konfrontieren. Besonders schwer haben es die Fälscher nach bisheriger Erfahrung der Währungshüter mit dem Porträtfenster, das es auch beim neuen Zwanziger und dem neuen Fünfziger gibt. Vor allem aber mit der Kombination aller wesentlichen Sicherheitsmerkmale haben die Fälscher bisher Probleme.

Insgesamt 5,4 Milliarden Stück des neuen Fünfzigers wollen Europas Notenbanken im ersten Schritt über Geldautomaten, Bankschalter und Ladenkassen unters Volk bringen. Damit es an Bezahlautomaten und an den Ladenkassen keine Probleme mit dem neuen Schein gibt, hatten Banken und Handel neun Monate Zeit, sich auf den neuen 50-Euro-Schein einzustellen.

Risiko für Verbraucher

Bis Ende 2018 soll es eine neue Version des 100- und 200-Euro-Scheins geben, die Ausgabe des 500ers wird dann eingestellt, um auch dieses Einfallstor für Kriminelle zu schließen.

Bis es soweit ist, müssen Verbraucher allerdings damit rechnen, dass noch immer gefälschte alte Euro-Banknoten in Umlauf sind. Für Verbraucher birgt das Risiken, zumal Fälscher jetzt versuchen könnten, verstärkt Restbestände gefälschter Banknoten in ihrer alten Variante unter das Volk zu bringen. Für Betroffene hat das unangenehme Folgen: Der Wert in Euro ist weg. Falschgeld wird selbst dann nicht ersetzt, wenn man gänzlich unverschuldet und versehentlich in dessen Besitz gelangt. Trotzdem: Wer Falschgeld entdeckt hat, sollte dies auf jeden Fall der Polizei melden. Wer dies nicht tut und die Blüte weitergibt, macht sich strafbar.

Tipps zum Umgang mit Falschgeld im Überblick:

Was tun, wenn man Falschgeld im Portemonnaie hat?

Die meisten Blüten werden übrigens bislang von Banken, Werttransportfirmen, Handel, Gewerbe und der Bundesbank als solche erkannt. Die Leichtgläubigkeit der Verbraucher ist somit der wichtigste Verbündete der Geldfälscher. Denn auch das beobachten Polizei und Bundesbank: Oft gelingt der Betrug sogar mit sehr schlecht gemachten Blüten, die allenfalls einem flüchtigen Blick aus der Distanz standhalten. Insofern hat der elektronische Zahlungsverkehr auch klare Vorteile.

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