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Gerichtsurteil Mechaniker fasst Putzfrau an Busen - Kündigung abgewendet

Ein Mann bewundert und berührt den Busen einer Kollegin. Er verliert deshalb seinen Job - obwohl er sich entschuldigt, Schmerzensgeld zahlt, sich nie wieder so gehenlassen will. Gegen die Kündigung legt er Klage ein.

Die Angst der Deutschen vor dem Richter
Platz 15: ImmobilienkaufRechtsstreitigkeiten sind teuer, kosten Nerven und rauben Lebensqualität. Auf sie hat kaum ein Mensch Lust – bis auf Anwälte, Richter und Staatsanwälte. Im „Roland Rechtsreport“ wurden die Bürger gefragt, vor welchen Rechtsstreitigkeiten und ihren Auswirkungen sie die größte Angst haben. Acht Prozent der Befragten gaben an, dass sie besondere Sorgen vor Problemen beim Immobilienkauf haben. So ein Kauf ist eine teure Angelegenheit, dementsprechend groß sind auch die Ängste bei einem solchen Geschäft. Die größten Bedenken beim Immobilienkauf hat vor allem die Altersgruppe der 30- bis 44-Jährigen. Anteil: 8 Prozent Quelle: dpa
Platz 15: ErbschaftsstreitDer Zank um das Geld der Eltern ist ebenfalls etwas, was sich die Mehrheit der Deutschen am liebsten ersparen möchte. Acht Prozent der Befragten haben Angst, Erbschaftsstreit rechtlich auszutragen. Anteil: Acht Prozent Quelle: dpa
Platz 13: MobbingUm Stress mit den Kollegen und Mitschülern machen sich vor allem Jugendliche Sorgen. Jeder Fünfte in dieser Altersgruppe fürchtet sich vor Ausgrenzung und Mobbing. Aber auch Menschen im mittleren Alter sorgen sich um ihren Status in der Gruppe. 17 Prozent der 45- bis 59-Jährigen treibt die Angst vor Mobbing um. Anteil: 13 Prozent
Platz 12: Rechtsstreit wegen UrlaubsreisenEin Hotel voller Bettwanzen, ein verspäteter Flug, ein Zug ohne Klimaanlage - allein, dass einem etwas passieren könnte, ist schon Grund genug zur Sorge. Noch unangenehmer wird es, wenn es darum geht, seine Rechte als Urlaubsgast vor Gericht geltend zu machen. Etwa jedem siebten Befragten wird bei diesem Gedanken unwohl. Anteil: 14 Prozent Quelle: dpa
Platz 11: Streit mit dem ArbeitgeberGenauso viele fürchten sich davor, einen Streit mit ihrem Arbeitgeber gerichtlich klären zu müssen. Diese Furcht betrifft, ebenso wie die Angst vor Mobbing, vor allem junge Arbeitnehmer. Bei jenen, die zwischen 16 und 29 Jahre alt sind, sorgten sich 26 Prozent um Streit vor dem Arbeitsgericht. Anteil: 14 Prozent Quelle: dpa
Platz 10: FamiliensteitigkeitenWenn die Liebe geht, bleiben meist jede Menge Verpflichtungen. Und mit ihnen kommt der Ärger. Dass sie ihre Familie wegen Unterhalt, Scheidung und Sorgerecht vor irgendwann Gericht sehen müssen - diese Sorge treibt 16 Prozent der Befragten um. Am meisten sorgen sich die 45- bis 49-Jährigen. Jeder Fünfte von ihnen gibt an, Rechtsstreitigkeiten mit der Familie zu fürchten. Anteil: 16 Prozent Quelle: dpa
Platz 9: NachbarschaftsstreitDie Furcht vorm Streit am Gartenzaun kennen 18 Prozent aller Befragten. Kein Wunder, schließlich gibt es jede Menge Hecken, Gartenzwerge und Nachbarskatzen über die man sich vorzüglich Streiten kann. Und bekanntlich hat der Nachbarn ja immer den schöneren Rasen... Anteil: 18 Prozent Quelle: dpa

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz muss nicht zwangsläufig zur fristlosen Kündigung des Täters führen. Ob unsittliche Annäherungen tatsächlich eine Entlassung nach sich ziehen, hänge immer von den Umständen des Einzelfalls ab, stellte ein Sprecher des Bundesarbeitsgerichts am Dienstag in Erfurt klar.

Zuvor hatte „Spiegel Online“ von einem Fall berichtet, den das oberste deutsche Arbeitsgericht bereits im vergangenen November verhandelte, dessen Entscheidungsgründe aber erst jetzt veröffentlicht wurden. Damals hatte ein Automechaniker aus Nordrhein-Westfalen, der einer Putzfrau an den Busen gegriffen hatte, erfolgreich gegen seine Kündigung geklagt.

Nach den Umständen dieses Streitfalls hätte eine Abmahnung als Reaktion ausgereicht, urteilten die Erfurter Richter in diesem Fall. Der Mann hatte im Juli 2012 im Waschraum zu der Putzfrau gesagt, dass sie einen schönen Busen habe und dann ihre Brust berührt. Als die Frau deutlich machte, dass sie dies nicht wünsche, ließ der Mann sofort von ihr ab.

Im Gespräch mit seinem Arbeitgeber gestand er später den Vorfall ein und erklärte, er habe sich eine Sekunde lang vergessen. Er schäme sich, so etwas werde sich nicht wiederholen - dennoch wurde ihm fristlos gekündigt. Der Mann hatte sich auch bei der Frau entschuldigte und ein Schmerzensgeld gezahlt.

Das Bundesarbeitsgericht sah in dem Vorfall zwar zweifelsfrei eine verbale und körperliche sexuelle Belästigung, hielt aber die Kündigung für unverhältnismäßig. Der Kläger habe nicht notorisch Grenzen überschritten.

Sein Verhalten sei nicht zu vergleichen etwa mit dem eines Produktmanagers eines Möbelhauses, dessen Kündigung das Bundesarbeitsgericht im Juni 2011 bestätigte. Der Mann hatte einer Kollegin einen Schlag auf den Po versetzt, war daraufhin abgemahnt worden und hatte später einer anderen Mitarbeiterin mit Anzüglichkeiten zugesetzt.

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