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Goldman-Sachs-Deutschland-Chef Peinlicher Patzer bei der Steuererklärung

Neuer Ärger für Alexander Dibelius: Der Deutschland-Chef von Goldman Sachs hat in der Steuererklärung falsche Angaben zu einem Teil seines Einkommens gemacht. Schuld ist eine Verwechslung seines Steuerberaters.

Die größten Steuersünder
Uli HoeneßMitte März 2014 wurde der Präsident des FC Bayern, Uli Hoeneß, wegen seiner millionenschweren Steuerhinterziehung zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Hoeneß hat dem Fiskus mit seinem Schweizer Geheimkonto mindestens 28,5 Millionen Euro an Steuern vorenthalten. Quelle: REUTERS
Anton HofreiterDer Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Anton Hofreiter, hat jahrelang keine Steuern für seine Zweitwohnung in Berlin abgeführt und muss nun mit einer Geldbuße rechnen. „Das ist ein Fehler, den ich bedaure“, sagte Hofreiter über das Steuervergehen. „Ich kann ihn leider nicht ungeschehen machen, sondern nur schnellstmöglichst beheben.“ Quelle: dpa
Niels AnnenAuch der Hamburger SPD-Bundestagsabgeordnete Niels Annen (rechts im Bild) hat eingeräumt, keine Zweitwohnungssteuer bezahlt zu haben. Sein Berliner Büro bestätigte einen entsprechenden Bericht der Hamburger „Morgenpost“, wonach der außenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion jahrelang für seine Zweitwohnung in der Hauptstadt keine Steuern bezahlt hat. Annen selbst sagte dem Blatt: „Ich will das gar nicht entschuldigen und ärgere mich über dieses Versäumnis. Ich werde jetzt selbstverständlich alles nachzahlen.“ Quelle: dpa
Oktoberfestwirt Sepp Krätz Quelle: dpa
Helmut LinssenDer ehemalige CDU-Bundesschatzmeister trat wegen Geldes in Steueroasen zurück. Erst nach dem Tod seines Vaters habe er von dem Konto in Luxemburg erfahren, seine Mutter habe auf dem Verbleib des Vermögens im Ausland bestanden, sagte der frühere nordrhein-westfälische Finanzminister. Quelle: dpa
André Schmitz„Ich habe einen schwerwiegenden Fehler begangen, den ich sehr bedauere“, erklärte der damalige Berliner Kulturstaatssekretär und räumte ein, ein Konto mit fast einer halben Million Euro in der Schweiz nicht versteuert zu haben. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) wusste seit 2012 von dem Steuerbetrug, ließ Schmitz aber im Amt. Schmitz kündigte seinen Rücktritt an. Quelle: dpa
Theo SommerFreiheitsstrafe von einem Jahr und sieben Monaten zur Bewährung für den ehemaligen Herausgeber der Zeit - außerdem eine Geldbuße von 20.000 Euro in einen Förderfonds für Wissenschaft, Bildung und Kunst. Laut Anklage hat der 83-Jährige zwischen 2007 und 2011 Steuern in Höhe von 649 000 Euro nicht bezahlt, die aus Einkommen aus freiberuflicher Nebentätigkeit fällig geworden wären. Der Publizist bezeichnete die Strafe als „schmerzlich, aber angemessen“. Quelle: dpa

Der Steuerberater von Goldman-Sachs -Deutschland-Chef Alexander Dibelius hat in dessen Steuererklärung für 2011 US-Dollar und russische Rubel verwechselt. Der Investmentbanker bekommt einen kleinen Teil seines Millionengehaltes von der US-Bank in Russland ausgezahlt, für das er auch zuständig ist. Der Steuerberater räumte in einem Reuters am Sonntag auszugsweise vorliegenden Schreiben an das Münchener Finanzamt ein, dass er wegen des Umrechnungsfehlers nur 19.000 Euro Gehalt angegeben habe, und nahm die Verantwortung dafür auf sich. Eigentlich hätte Dibelius mehr als eine halbe Million Euro angeben müssen.

Darüber hatte zuerst die Zeitung "Bild am Sonntag" (BamS) berichtet. "Eine Selbstanzeige, wie 'BamS' berichtet, hat es nicht gegeben. Wir haben das Finanzamt auf das Versehen hingewiesen, mit der Bitte, den Umrechnungsfehler bei der nächsten erforderlichen Änderung zu berücksichtigen", erklärte der Steuerberater Peter Neumann. Auf dem Gehaltszettel sei anders als sonst der Betrag in Dollar angegeben worden. Ein Dollar kostet rund 33 Rubel.

Das weltweite Netz der Steuerhinterziehung
Two women walk past a beggar sitting on the steps of an underground pedestrian crossing in downtown Moscow, Quelle: AP
Fishermen navigate their boats past an area of old buildings, which are under demolition work in front of hotel buildings that are under construction on the man-made Fenghuang (Phoenix) island Quelle: REUTERS
Two Russian women, who did not want to be identified, try on mink coats in Moscow Quelle: AP
Symbolische Schuldscheine Quelle: dpa
A girl hawks local snacks in the Dal neighbourhood before the break of fast on the second day of the holy month of Ramadan in Nigeria Quelle: REUTERS
Currency traders talk in front of the screens showing the Korea Composite Stock Price Index Quelle: dapd
Ein Mitarbeiter nimmt einen 1000 Gramm schweren Goldbarren Quelle: dpa

In Deutschland müsse Dibelius wegen des Doppelbesteuerungs-Abkommens mit Russland dafür kaum Steuern nachzahlen. "Nach unseren Berechnungen beläuft sich die aufgrund des Progressionsvorbehaltes zu entrichtende Mehrsteuer auf ca. 1000 Euro", heißt es im Schreiben des Beraters. "Die russischen Einkünfte beeinflussen in Deutschland nur den Steuersatz", erläuterte Neumann.

In Russland habe Goldman Sachs sein Gehalt richtig versteuert - mit nur 13 Prozent, weil Dibelius dort als "hoch qualifizierte Fachkraft" gilt und sich im fraglichen Jahr oft genug in dem Land aufhielt, um die Voraussetzungen zu erfüllen, berichtete die Zeitung. Inzwischen zahlt er dort Finanzkreisen zufolge wieder - wie in den Jahren davor - 30 Prozent Einkommensteuer. Goldman Sachs und Dibelius wollten sich nicht dazu äußern.

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"BamS" hatte vor einer Woche berichtet, dass Dibelius den Kauf einer millionenschweren Immobilie im Londoner Stadtteil Belgravia über Briefkastenfirmen auf den Britischen Jungferninseln abgewickelt haben. Nach Darstellung seiner Anwältin sollte damit der "Erwerb der Privatimmobilie in der Londoner Innenstadt steuerrechtlich optimal" gestaltet werden. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtete am Samstag, einige Indizien sprächen dafür, dass die Informationen Teil der Auseinandersetzungen im Zuge der Scheidung Dibelius' von seiner Ehefrau sein könnten. Das Münchener Paar war immer wieder Thema der Klatschspalten gewesen.

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