Image-Wandel Schluss mit dem Steuerfluchtort Schweiz

Die Schweiz poliert ihr Negativ-Image auf. Bisher galt der Alpenstaat für viele als das Paradies für Steuerhinterzieher. Das soll sich jetzt ändern. Schweizer Banken sollen mehr in die Verantwortung genommen werden.

Ende für das Steuerparadies: Ausländische Steuerhinterzieher sollen in Zukunft nicht mehr so leicht ihre Gelder in der Schweiz parken können. Quelle: dpa

Die Schweiz als Bankenstandort soll wieder aufpoliert werden: Ausländische Steuerhinterzieher sollen deshalb künftig nicht mehr so leicht ihre Gelder in der Schweiz parken können. Entsprechende Pläne stellte die Schweizer Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf jetzt in Bern vor.

Durch die sogenannte Weißgeldstrategie sollen die Banken des Landes nur noch Geld von Kunden annehmen dürfen, wenn diese vorher schriftlich erklären, ihr Vermögen korrekt versteuert zu haben.

Außerdem fordert die Finanzministerin in Zukunft größere Sorgfalt bei Neukunden: „Wenn ein Kunde ein auffallendes Muster hat, dann muss da genau hingeschaut werden,“ sagte Widmer-Schlumpf.

Konkrete Maßnahmen wollte sie allerdings nicht bekannt geben. Diese sollen erst bis zum Herbst ausgearbeitet werden. Die neuen, schärferen Vorschriften sind ein Zugeständnis Widmer-Schlumpfs an die Schweizer Sozialdemokraten. Diese hatten seit längerem gefordert, dass die Schweizer Banken mehr Verantwortung übernehmen sollen. Davon machen sie ihre Zustimmung zum neuen Doppelbesteuerungsabkommen mit den USA abhängig.

Immer häufiger Klagen aus dem Ausland

Sollte das Doppelsteuerabkommen scheitern, könnte weiteren Schweizer Banken wie Credit Suisse und Zürcher Kantonalbank (ZKB) in den USA eine Anklage wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung drohen. Das will die Schweizer Regierung verhindern.

Dank des Bankgeheimnisses haben gerade kleinere Schweizer Privatbanken jahrzehntelang gut an ausländischen Kunden verdient, die ihr Geld vor den heimischen Steuerbehörden verbargen.

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Doch der Druck der USA und europäischer Länder, die Steueroase auszutrocknen, nahm zuletzt weiter zu. So klagten die USA kürzlich die älteste Schweizer Bank Wegelin wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung an, woraufhin sich die Gesellschafter der Bank zu einem Notverkauf an die Raiffeisenbank-Gruppe gezwungen sahen.

Um den Bankenplatz zukünftig vor solchen Gefahren zu schützen, setzt Widmer-Schlumpf auf den Abschluss internationaler Quellensteuerabkommen - ähnlich den bereits mit Deutschland und Großbritannien ausgehandelten. Zudem will die Schweiz die Amts- und Rechtshilfe in weiteren Doppelbesteuerungsabkommen vorantreiben.

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