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Initiative EU will Steuerflucht nach Asien eindämmen

EU-Steuerkommissar Laszlo Kovacs reist am Mittwoch nach Hongkong, um asiatische Steuerparadiese zu mehr Kooperation im Kampf gegen Steuerhinterzieher zu bewegen - eine heikle Mission.

EU-Steuerkommissar Laszlo Quelle: rtr

Die Finanzminister der EU-Staaten hegen einen Verdacht: Zahlreiche Anleger sollen in den vergangenen Jahren ihre Ersparnisse aus Europas Steueroasen nach Asien verlagert haben, um ihre Zinsen weiter abgabenfrei zu kassieren - trotz der 15-prozentigen Zinssteuer, die 2005 nahezu europaweit eingeführt wurde.

Das illegale Schlupfloch in Fernost soll der ungarische EU-Steuerkommissar Laszlo Kovacs jetzt möglichst schnell schließen. Am Mittwoch trifft er sich deshalb zu „vorläufigen Gesprächen“ mit Vertretern Hongkongs, bestätigte Kovacs’ Sprecherin der WirtschaftsWoche. Der streitbare Ungar hat sich viel vorgenommen: Er will die Offiziellen des Steuerparadieses überzeugen, ebenfalls eine Zinssteuer für Sparer aus EU-Staaten einzuführen. Am Freitag reisen Mitglieder seiner Delegation zudem nach Singapur, um auch dort für das Vorhaben zu werben.

Gerade dort dürften die EU-Emissäre allerdings auf Granit beißen – der Kleinstaat ist für ein strenges Bankgeheimnis und die sehr zögerliche Kooperation mit ausländischen Steuerfahndern bekannt. Zudem hat die EU, anders als beispielsweise im Fall der Schweiz, bei den Verhandlungen mit Hongkong und Singapur kaum Druckmittel. Schließlich sind die Offshore-Finanzzentren nicht auf Exporte angewiesen, und damit auch nicht auf den Zugang zum EU-Binnenmarkt.

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