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Krötenwanderung

Fondue in Flammen

Anke Henrich
Anke Henrich Freie Autorin, Mittelstands-Expertin

Was zwischen Weihnachten und Silvester alles schief gehen kann – und wer haftet.

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Geschmacksfrage: Über Art und Menge von Weihnachtsschmuck lässt sich streiten - Notfalls auch vor Gericht. Quelle: dpa

Abteilung Deko-Wahn: Lichterketten halten ungebremsten Einzug. Mancher Mieter glaubt, je mehr je besser – mancher Vermieter glaubt das Gegenteil. Das Landgericht Berlin musste sich dienstlich mit der Geschmacksfrage auseinandersetzen. Es entschied: Weil es sich vor und nach Weihnachten um eine weit verbreitete Sitte handelt, ist selbst ein Glühbirnen-Overkill kein Kündigungsgrund. Aber kein Urteil ohne Ausnahme: Das Landgericht Köln urteilte, ist der Deko-Schmuck an einer sehr auffälligen Stelle des Hauses angebracht und blinkt deutlich länger als über die Weihnachtstage, muss er abmontiert werden. Es handele sich um eine bauliche Veränderung.

Gefahrenquelle Weihnachtsschmuck

Unabhängig von Geschmacksfragen, elektrische Leuchtketten sind ein hohes Sicherheitsrisiko. Jedes Jahr setzen sie Gardinen und ähnliches in Brand. Vorsicht vor billigem Schrott und vor allen Dingen: Stecker raus, wenn keiner Zuhaus’.

Vorsicht gilt auch an Silvester. Wer Knaller und Raketen an solchen Stellen zündet, dass dadurch absehbar Schaden an Häusern, Autos oder gar Menschen entstehen könnte, der haftet auch dafür. So entschied das Oberlandesgericht Stuttgart. Doch nicht immer ist das so klar zu sagen. Landet ein Feuerwerk tatsächlich zuvor nicht erkennbar zum Beispiel in einer Scheune, hat der Käufer das nicht zu verantworten.

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    Wer bei Schäden haftet

    Auch an den Feiertagen gilt: Vorsicht bei offenem Feuer am Adventskranz oder Weihnachtsbaum. Quelle: dapd

    Wer knallt und zündelt, aber auch, wer nur zuschaut, sollte das nicht in Jacke und Hose aus synthetischem – und damit leicht brennbarem – Material machen. Wer dann Feuer fängt, trägt einen Teil der Schuld selbst, so das Oberlandesgericht Jena.

    Wer schon Mal eine brennende Friteuse aus dem Küchenfenster geworfen oder ein Fondue in Flammen erlebt hat, weiß, wie schnell es gehen kann. Für zwei Minuten ging ein Koch in den Flur zum telefonieren. Das hatte schon für Feuer in der Küche gereicht. Das Oberlandesgericht Karlsruhe war ihm gnädig: Zwei Minuten fallen noch unter „leichte Fahrlässigkeit“, was vor allem dank neuer Regeln im Versicherungsvertragsgesetz bedeutet, dass der Unglückselige den Schaden nicht selbst zahlen muss.

    Vorsicht bei offenem Feuer

    Eine halbe Stunde den trockenen Adventskranz ohne Aufsicht brennen lassen, gilt dagegen als fahrlässig und selber schuld. Von einschlafen trotz brennender Kerzen im Kranz ganz zu schweigen. Dasselbe gilt, wenn Kinder unbeaufsichtigt Zugang zu Streichhölzern und Feuerzeugen haben. Auch ein Achtjähriger unterschätzt  laut Landgericht Bielefeld noch immer die Gefahr von Umgang mit offenem Feuer. Also Streichhölzer eisern unerreichbar deponieren, statt sie unter den Adventskranz zu schieben.

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      In diesem Sinne: frohe Weihnachten und guten Rutsch!

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