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Landgericht Augsburg Prozess um Steuersparmodell „Goldfinger“ beginnt

Ob der Goldhandel nach dem „Goldfinger“-Modell illegal gewesen ist, wird seit Mittwoch vor dem Augsburger Landesgericht verhandelt. Quelle: dpa

Dem Fiskus sollen durch den Goldhandel reicher Bürger im Ausland Millionen an Steuern entgangen sein. Nun ist in Augsburg der „Goldfinger-Prozess“ gestartet, der sich bis Anfang 2021 hinziehen soll.

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Über den Handel mit Gold oder anderen hochwertigen Gegenständen im Ausland sollen vermögende Bürger Millionen an Steuern gespart haben. Das „Goldfinger“-Modell, benannt nach dem gleichnamigen James-Bond-Film von 1964 mit Sean Connery und Gert Fröbe, beschäftigt ab Mittwochmorgen das Landgericht Augsburg. Zunächst sind zwei Verdächtige angeklagt, bis Januar 2021 sind fast 80 Prozesstage geplant.

Insgesamt hat die Staatsanwaltschaft in Augsburg gegen mehr als 100 Beschuldigte Ermittlungen eingeleitet. Es geht dabei nicht nur um Steuerzahler, sondern auch um Berater und Rechtsanwälte.

Der Gesetzgeber hatte 2013 das Einkommensteuerschlupfloch gestopft. Zudem hatte der Bundesfinanzhof 2017 entschieden, unter welchen Bedingungen der Goldhandel in der Zeit vor der Gesetzesänderung zulässig war. In einem ersten Schritt hatte die Augsburger Staatsanwaltschaft 20 Verdächtige angeklagt.

Dabei handele es sich um die Initiatoren eines im Raum München praktizierten Modells und um Gesellschafter der beteiligten Unternehmen, hieß es.

Es ist unklar, um welche Summen es bei den Ermittlungen in Augsburg geht, da die Staatsanwaltschaft wegen des Steuergeheimnisses keine Details bekanntgegeben hat. In Augsburger Justizkreisen wird davon gesprochen, dass dem Fiskus insgesamt ein Schaden von mehreren 100 Millionen Euro entstanden sein soll.

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