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Mittelstand geschont Reform des Bilanzrechts abgeschwächt

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Faktisch kaum Änderungen am alten Recht

Strittig war zuletzt vor allem die geplante Einführung mehrerer Prinzipien aus der internationalen Rechnungslegung. Neben dem Fair Value war dies unter anderem auch die Pflicht, Entwicklungskosten zu aktivieren, was nach Meinung von Kritikern des Gesetzes Scheingewinne produziert hätte. Diese Vorschrift ist nun wie andere umstrittene Regeln nur mehr als Wahlrecht vorgesehen. „Damit wird sich faktisch nichts an dem alten Recht ändern“, sagte Wirtschaftsprofessor Karlheinz Küting, der das Institut für Wirtschaftsprüfung an der Universität des Saarlandes leitet, dem Handelsblatt. Er hatte im Herbst des vergangenen Jahres gemeinsam mit weiteren Wirtschaftsprofessoren eine Initiative gegen Fair Value innerhalb des BilMoG gegründet. Mit dem Verzicht auf die Fair-Value-Regelung sei, so Küting, die Hinwendung zum angelsächsischen System nun abgewendet.

Kostengünstiger bilanzieren

Außerdem enthält der 235 Seiten umfassende Gesetzentwurf neue Regeln zur Konsolidierung von Zweckgesellschaften bei Banken. Solche außerbilanziellen Vehikel wurden in der Vergangenheit genutzt, um neben der regulären Bilanz Anlagegeschäfte in Milliardenhöhe zu betreiben. Diese Geschäfte waren mehreren Banken zum Verhängnis geworden, weil die Banken als Mutterkonzerne dieser Zweckgesellschaften letztendlich für die hohen Verluste einstehen mussten.

Davon abgesehen stecken in der abgemilderten BilMoG-Version nach Einschätzung von Fachleuten keine großen Reformen. Der Rest seien lediglich Klarstellungen, sagt Bilanzexperte Küting. Dennoch sehen viele Fachleute im BilMoG die umfassendste Änderung des Handelsrechts seit 20 Jahren. Experten loben das Gesetzesvorhaben, weil es sich eng an internationale Rechnungslegungsstandards anlehnt, aber wesentlich kostengünstiger sein wird.

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