Nach Auslieferung Ex-UBS-Topbanker bleibt in den USA gegen Kaution auf freiem Fuß

Der in den USA wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung angeklagte frühere UBS-Spitzenbanker Raoul Weil muss vorerst nicht ins Gefängnis. Ihm drohen allerdings bis zu fünf Jahre Haft.

Steuerhinterziehung: Vom Kavaliersdelikt zum Verbrechen
Die schweizer Flagge vor einer Bank Quelle: dpa
Ein Bild vom 11. September 2001 Quelle: REUTERS
Hans Eichel Quelle: REUTERS
Schweizer Käse Quelle: AP
Klaus Zumwinkel Quelle: dpa
Das Logo der UBS Quelle: dapd
Schweizer Fahne auf einer CD Quelle: dpa
Verhandlungen zum Steuerabkommen Quelle: dpa

Gegen eine Kaution von 10,5 Millionen Dollar darf Weil bei Freunden in New Jersey bleiben, entschied Richter Patrick Hunt vom Bundesgericht in Fort Lauderdale am Montag. Die Verlesung der Anklage setzte er für den 7. Januar an. Weil, der dem Richter in Fesseln vorgeführt wurde, musste seinen Pass abgeben und wurde unter GPS-Überwachung gestellt. Zur Anklage äußerte sich Weil nicht.
In Florida muss sich der frühere Chef des internationalen Vermögensverwaltungsgeschäfts der größten Schweizer Bank einem Verfahren wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung stellen. Ihm drohen bis zu fünf Jahre Haft.
Die Amerikaner werfen Weil vor, zwischen 2002 und 2007 rund 17.000 reichen Amerikanern dabei geholfen zu haben, Vermögen im Wert von 20 Milliarden Dollar vor dem Fiskus zu verstecken. Sein damaliger Arbeitgeber UBS, der mit dem gleichen Vorwurf konfrontiert war, konnte sich 2009 mit der Zahlung von 780 Millionen Dollar und der Lieferung von rund 4500 Kundennamen von einer Strafverfolgung freikaufen und ist nicht weiter betroffen. Weil, der 2008 bei UBS ausschied, ist der ranghöchste Manager einer Schweizer Bank, der in der US-Steueraffäre vor Gericht gestellt wird. Seit die Vorwürfe gegen ihn auf dem Tisch sind, ließ Weil wiederholt durch seine Anwälte erklären, er sei unschuldig und die Vorwürfe gegen ihn seien vollkommen ungerechtfertigt.

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Nach fast zwei Monaten in einem italienischen Gefängnis wurde der frühere UBS -Spitzenbanker an die USA ausgeliefert. Der Schweizer habe das Gefängnis Dozza in Bologna verlassen, erklärten einer seiner Anwälte und ein Justizvertreter übereinstimmend am Freitag. Dem Justizvertreter zufolge befindet sich Weil bereits auf dem Weg in die USA. Am Montagvormittag soll er vor dem US-Bezirksgericht in Fort Lauderdale im Bundesstaat Florida erscheinen, wie aus Gerichtsunterlagen hervorging. Der 54 Jahre alte Weil war im Oktober verhaftet worden, als er mit seiner Frau in Bologna in einem Nobelhotel Ferien machte. Im vergangenen Monat willigte er in seiner Auslieferung in die USA zu, die ihn 2008 angeklagt und 2009 international zur Verhaftung ausgeschrieben hatten.

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