Nach gescheiterter Monsanto-Übernahme BaFin prüft Syngenta-Deals

Exklusiv

Syngenta steht im Visier der deutschen Finanzaufsicht: Die BaFin geht Hinweisen auf möglichen Insiderhandel nach.

Das Logo des Schweizer Agro-Chemie-Konzerns Syngenta. Quelle: REUTERS

Der milliardenschwere Versuch des US-Agrochemiekonzerns Monsanto, seinen Schweizer Rivalen Syngenta zu übernehmen, hat ein Nachspiel. Die deutsche Finanzaufsicht BaFin prüft auffällige Geschäfte rund um die Syngenta-Aktie und geht Hinweisen auf möglichen Insiderhandel nach. Das bestätigt die Frankfurter Behörde der WirtschaftsWoche.

Der Kurs der Syngenta-Aktie war nach der 40,5-Milliarden-Euro-Offerte am 8. Mai um 15 Prozent gestiegen und nach der Rücknahme des Angebots Ende August wieder stark gefallen. Den Argwohn der Aufseher erregt unter anderem die Tatsache, dass sich bereits vor dem Übernahmeangebot Käufe von Syngenta-Optionen an der Terminbörse Eurex gehäuft hatten.


Mit ihnen haben Großanleger auf einen steigenden Syngenta-Kurs gewettet. Wurden im März pro Tag noch weniger als 10.000 Syngenta-Kaufoptionen umgesetzt (100 Kontrakte), gab es im April allein an vier Tagen Tagesumsätze von über 120.000 Stück (1200 Kontrakte).

In die Übernahme vorab eingeweihte Personen konnten mit den Optionen ein schnelles Geschäft machen. Wird ihnen allerdings nachgewiesen, dass sie Insiderinformationen missbräuchlich verwendet haben, drohen in der EU mehrjährige Gefängnisstrafen. Oft kommen die Täter aber mit vergleichsweise geringen Geldzahlungen davon.

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