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Pendlerpauschale 2021 So holen Sie sich Ihre Fahrtkosten zur Arbeit zurück

Fahrtkosten steuerlich absetzen Quelle: imago images/Christian Ohde

Tanken wird für Millionen Autofahrer von Woche zu Woche schmerzhafter. Vor allem Berufspendler müssen tief in die Tasche greifen. So bekommen Sie Ihre Fahrtkosten mit der nächsten Steuerklärung erstattet.

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Die Spritpreise gehen aktuell rasant in die Höhe. Bei einer großen Entfernung zwischen Wohnung und Arbeit kann das ziemlich teuer werden. Oft sind Fahrtkosten die größte Abzugsposition bei der Steuer. So können Sie die Fahrt in der Einkommensteuererklärung absetzen.

Wie viel kann ich bei der Pendlerpauschale pro Kilometer von der Steuer absetzen?

Pro Kilometer können Sie 35 Cent und ab 2024 38 Cent von der Steuer absetzen. Dafür brauchen Sie keinen Beleg. Aber: Das gilt nur pauschal, also jeden Arbeitstag nur eine einfache Wegstrecke. Wenn Sie über die Mittagspause nach Hause fahren, dürfen Sie das nicht mit einbeziehen und auch wenn Sie an dem einen Arbeitstag hinfahren und am nächsten Tag zurück, können Sie nur die Hälfte der Entfernungspauschale ansetzen. Und: Erstattet werden die Fahrtkosten zur ersten Tätigkeitsstelle, also die Einrichtung, dem der Arbeitnehmer unbefristet für die gesamte Dauer des Arbeitsverhältnisses oder mehr als 48 Monate zugeordnet ist. Wenn das nicht erfüllt sein sollte, prüft das Finanzamt, ob der Arbeitnehmer zwei volle Arbeitstage oder ein Drittel der Arbeitszeit im Betrieb tätig ist. Polizisten geben die Dienststelle an und Flugbegleiter oder Piloten den Heimatflughafen. Falls der Arbeitnehmer mehrere Arbeitsorte hat, muss der Arbeitgeber eine erste Tätigkeitsstelle im Vertrag festlegen.

Das Finanzamt berücksichtigt von der kürzesten Straßenverbindung nur volle Entfernungskilometer. Sie können nur eine andere Straßenverbindung nehmen, wenn Sie so schneller den Arbeitsort erreichen. Welches Verkehrsmittel Sie nutzen, ist egal. Sie können auch die Bahn nehmen.

Wenn Sie mehrere Wohnungen haben, können Sie nur die weiter entfernte Wohnung für die Entfernungspauschale nutzen, wenn Sie Ihr Lebensmittelpunkt bildet. Das Kinderzimmer bei den Eltern zählt nur, wenn Sie sich mit mindestens 10 Prozent an den Lebenshaltungskosten für Miete, Lebensmittel und Co. beteiligen.

Das Finanzamt genehmigt bei einer Fünf-Tage-Woche maximal 220 Fahrten im Jahr. Urlaubs- und Krankheitstage sowie Dienstreisen, die von zu Hause starten, müssen Sie abziehen. Und auch die Tage im Homeoffice können Sie nicht für die Entfernungspauschale nutzen. Stattdessen gibt es aber eine Homeoffice-Pauschale, die Sie dann nutzen können, wenn Sie einen separaten Raum zu 90 Prozent für das Homeoffice besetzen. Jeden Tag, den Sie im Homeoffice arbeiten, erhalten Sie fünf Euro. Das gilt aber für maximal 120 Tage. Das heißt: Es können höchstens 600 Euro im Jahr abgesetzt werden.

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    Grundsätzlich kann durch die Entfernungspauschale maximal 4500 Euro im Jahr von der Steuer abgesetzt werden. Höhere Kosten müssen Sie nachweisen. Bei einer doppelten Haushaltsführung können auch Familienheimfahrten mit einberechnet werden. Dazu sollten Sie aber die Fahrscheine beziehungsweise Belege aufheben.

    Welche Verkehrsmittel kann ich für die Pendlerpauschale nutzen?

    Grundsätzlich gilt die Kilometerpauschale unabhängig vom Verkehrsmittel. Selbst, wenn Sie zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen, steht Ihnen die Pendlerpauschale zu.



    Wenn Sie für den Weg zur Arbeit verschiedene Verkehrsmittel nutzen, dann müssen Sie die Entfernung ermitteln, die für die kürzeste Straßenverbindung gilt. Und dann geben Sie an, wie viele Kilometer Sie mit welchem Verkehrsmittel zurückgelegt haben.

    Dienstwagen:

    Einen Dienstwagen, den der Arbeitgeber zur privaten Nutzung zur Verfügung stellt, müssen Sie versteuern. Dafür wenden die meisten die pauschale Ein-Prozent-Regelung an. Die Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge führt der Arbeitgeber ab. Sie können die Kilometerpauschale ansetzen, wie bei einem privaten Auto auch.

    Fahrgemeinschaften:

    Jeder Mitfahrer einer Fahrgemeinschaft kann die Entfernungspauschale ansetzen. Aber: Umwege, um einen Teilnehmer abzuholen, werden nicht mit einberechnet.

    Jobticket:

    Manchmal erhalten Arbeitnehmer von ihrem Arbeitgeber Fahrkarten oder Zuschüsse für den öffentlichen Nahverkehr. Darauf müssen keine Steuern gezahlt werden, wenn der Beschäftigte das Ticket zusätzlich zum Gehalt bekommt. Dieser Zuschuss muss in der Steuererklärung mit angegeben werden, damit das Finanzamt die Entfernungspauschale kürzen kann. Eine Alternative: Der Arbeitgeber kann seinem Mitarbeiter ein Jobticket überlassen und führt dafür pauschal 25 Prozent Lohnsteuer ab. Dann muss das nicht in der Pendlerpauschale mit einbezogen werden.

    Kann ich Steuern bei der Pendlerpauschale sparen?

    Kürzeste Route wählen:

    Mit Routenplaner aus dem Internet wie Google Maps lässt sich die kürzeste Entfernung zwischen Wohnort und Arbeitsstelle bestimmen. So werden die Finanzbeamten auch vorgehen.

    Lohnsteuerermäßigung:

    Sie können bereits im Laufe des Jahres weniger Steuern zahlen, indem Sie einen Antrag zur Lohnsteuerermäßigung stellen. In dem Fall werden die Werbungskosten, also auch die Fahrten zur Arbeit, als Freibetrag monatlich beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt. Das geht dann, wenn Sie mehr als 1600 Euro für Werbungskosten zahlen und Sie mit anderen abzugsfähigen Beträgen den Grenzbetrag von 600 Euro überschreiten.

    Reisekosten:

    Alle beruflichen Fahrten außerhalb des Arbeitsplatzes sind eine Dienstreise. Sie dürfen auch hier 30 Cent pro Kilometer als Reisekosten abrechnen. Der Arbeitgeber erstattet diese dann steuerfrei. Und: Sie erhalten eine Verpflegungspauschale, wenn Sie mehr als acht Stunden von der Wohnung abwesend sind. Reisekosten haben Sie auch, wenn Sie einen Kunden besuchen, zu einer Messe oder Fortbildung fahren.

    Unfallkosten:

    Wenn Sie auf dem Arbeitsweg einen Unfall hatten, können Sie die Kosten neben der Entfernungspauschale von der Steuer absetzen. Dazu zählen alle Kosten, die nicht bereits vom Unfallgegner, Arbeitgeber oder der eigenen Versicherung ersetzt wurden.

    Behinderung:

    Menschen mit einer Behinderung bei einem Grad von mindestens 70 oder 50 plus Merkzeichen G dürfen die tatsächlichen Kosten für den Arbeitsweg ansetzen.

    Mehrere Jobs:

    Sie können die Entfernungspauschale für jeden Arbeitsweg bei mehreren Jobs ansetzen, wenn Sie zwischenzeitlich in die Wohnung zurückgekehrt sind. Wenn Sie von dem vorherigen Arbeitsort in den nächsten direkt fahren, müssen Sie die Umwegstrecke angeben.

    Unternehmer:

    Unternehmer dürfen die Entfernungspauschale analog als Betriebskosten absetzen.

    Was ist die Mobilitätsprämie?

    Wenn Sie ein Geringverdiener sind, bringt Ihnen die Entfernungspauschale nichts. Denn die wirkt sich nur aus, wenn Sie auch Steuern zahlen müssen. Das gilt aber erst, wenn das Einkommen oberhalb des Grundfreibetrags liegt, also 2021 über 9744 Euro. Deshalb gibt es die Mobilitätsprämie. Die Mobilitätsprämie setzt das Finanzamt in einem Steuerbescheid fest und zahlt sie statt der Pendlerpauschale als Steuervergütung aus.

    Um die Prämie zu erhalten muss Ihr Einkommen unter dem Grundfreibetrag liegen, der Arbeitsweg mindestens 21 Kilometer lang sein und die Mobilitätsprämie mindestens 10 Euro betragen.

    Die Mobilitätsprämie bestimmt sich nach der erhöhten Entfernungspauschale ab dem 21. Entfernungskilometer, soweit diese den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1000 Euro übersteigt (Bemessungsgrundlage). Die Zulage beträgt 14 Prozent der Bemessungsgrundlage, weil dies dem Eingangssteuersatz bei der Einkommensteuer entspricht.

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