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Preiserhöhungen So wehren Sie sich gegen den Stromanbieter

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Tarife sorgfältig vergleichen

So setzt sich der Strompreis zusammen
Traditionelle Erzeuger Quelle: dapd
Neue Energien Quelle: REUTERS
Strombörse Quelle: dpa
Verschiedener Strom Quelle: dpa
Die Endverbraucher Quelle: dpa
EEG-Umlage Quelle: dpa

Auch bei Preisgarantien sollten Kunden genau hinschauen, denn es gibt verschiedene Arten von Preisgarantien. Auf der niedrigsten Sicherheitsstufe wird dem Kunden lediglich versprochen, dass der Energiepreis, also quasi der Einkaufspreis, den der Stromanbieter selbst für die Energie zahlt, nicht steigt. „Diese Garantie ist praktisch wertlos, denn die Einkaufspreise sind derzeit ohnehin sehr stabil“, sagt Schröder.

Etwas besser ist da schon eine Garantie, die neben den reinen Energiekosten auch die Netzentgelte einbezieht. Eine tatsächliche Preisgarantie hat der Kunde aber nur dann, wenn alle Preisbestandteile unverändert bleiben und sich der Anbieter lediglich vorbehält, Mehrwertsteueränderungen oder Änderungen bei Strom- und Erdgassteuern an den Kunden weiterzugeben. Damit ist er auch vor der Erhöhung der EEG-Umlage geschützt. Denn diese könnte nach Einschätzung der Netzbetreiber weiter steigen: Wie seit Oktober bekannt, müssen die Bürger 2013 knapp 5,3 Cent je Kilowattstunde für die Förderung erneuerbarer Energien über den Strompreis bezahlen; für 2014 gehen die Netzbetreiber von einer Umlage zwischen 4,89 und 5,74 Cent je Kilowattstunde aus.

Laughlins Thesen zur Energiezukunft

Vorsicht ist auch bei Paketpreisen geboten. Denn der Kunde legt sich bereits bei Abschluss des Vertrages auf einen konkreten jährlichen Kilowattverbrauch fest. Verbraucht er weniger, muss er den vereinbarten Preis trotzdem zahlen. Ist der Verbrauch dagegen höher, fallen für die zusätzlichen Kilowattstunden häufig sehr hohe Preise an. Solche Angebote sind deshalb nur für Kunden geeignet, die ihren Stromverbrauch sehr genau einschätzen können. Hinzu kommt, dass sich auch bei Paketangeboten die Preise während der Laufzeit ändern können.

Von Tarifen mit Vorauszahlungen raten Verbraucherschützen entschieden ab. „Im schlimmsten Fall gibt man dem Unternehmen Geld, bekommt aber nichts zurück, weil der Anbieter zwischenzeitlich Pleite geht“, warnt Schröder. Dieses Szenario ist für Kunden des Anbieters Teldafax 2011 Realität geworden. Und auch der neueste Bericht zum Zahlungsverhalten des Anbieters Flexstrom gegenüber den Stromkonzernen kann beunruhigen. Von „diversen Unregelmäßigkeiten“ und „Auffälligkeiten“ im Zahlungsverkehr ist da die Rede.

Deutschland



„Völlig problemlos funktioniert im Energierecht aktuell leider nichts“, sagt Verbraucherschützer Schröder. Trotz dieser Unsicherheit sollten sich Verbraucher aber nicht davon abhalten lassen, den Stromanbieter zu wechseln. „Kein Strompreis bleibt konstant, deshalb sollten Kunden zumindest einmal im Jahr ihren Verbrauch prüfen und nachsehen, ob es günstigere Anbieter als den aktuellen gibt“, sagt auch Isabel Wendorff von Check24.

Wer unbedingt den Grundversorger behalten möchte, sollte sich beim Versorger zumindest nach der Möglichkeit eines Tarifwechsels erkundigen. Die Information bekommen Kunden im Internet, telefonisch oder im Kundencenter des Stromanbieters. Auch die Verbraucherzentrale hilft bei der Tarifwahl, in NRW kostet die Beratung beispielsweise neun Euro.

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