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Reisen Flug annuliert: Zahlt die Airline?

Häufig entscheidet der Einzelfall, ob Passagieren im Falle eines annulierten Fluges eine Ausgleichszahlung zusteht.

Annulierte Flüge: der Quelle: dpa

Ein Ehepaar hatte einen Flug von Düsseldorf nach Madrid gebucht, der jedoch kurz vor dem Boarding annulliert wurde. Die Lufthansa brachte die Passagiere statt dessen über Barcelona nach Madrid, wo sie mit viereinhalb Stunden Verspätung eintrafen. Das Paar klagte daraufhin auf eine „Ausgleichszahlung“ von 400 Euro pro Person, die Passagieren annullierter Flüge laut einer EU-Verordnung zusteht. Mit Erfolg, das Landgericht Köln verdonnerte die Lufthansa zu zahlen (10 S 391/06). Die Fluggesellschaft habe nicht belegt, dass die Annullierung auf einen sicherheitsrelevanten und unvorhersehbaren Defekt zurückzuführen sei, sagten die Richter. Schließlich habe der ins Feld geführte Schaden an der Notbeleuchtung internen Unterlagen zufolge bereits beim vorherigen Flug bestanden. Auch die Tatsache, dass sie die Passagiere noch am selben Tag ans Ziel gebracht habe, entbinde die Lufthansa nicht von ihrer Zahlungspflicht.

Wird ein Flug dagegen wegen dichten Nebels annulliert, muss die Fluggesellschaft nicht zahlen. Das hat das Oberlandesgericht Koblenz jetzt im Fall eines deutschen Ehepaares entschieden, dessen Rückflug von Jerez nach Frankfurt-Hahn storniert wurde (10 U 385/07).

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