Scheidung Teurer Rosenkrieg ums Häuschen

Jedes Jahr werden rund 200.000 Ehen geschieden. Was von der großen Liebe bleibt, ist oft der Kampf um das gemeinsame Vermögen. In den meisten Fällen sind das Immobilien. Trennen sich Unternehmerpaare, geht es noch um viel mehr.

Ein Wohnungs- oder Hauskauf strapaziert nicht nur finanziell, sondern auch die Beziehung. Quelle: Marcel Stahn

Verliebe dich oft, verlobe dich selten, heirate nie - so lautet der Titel eines Romans von Felicitas von Lovenberg. Die Frage nach dem Warum beantwortet die Autorin direkt im Klappentext: "Das glückliche Paar vor dem Traualtar, Happy End, und dann der Abspann. So funktioniert die Liebe im Kino. Nur: Was kommt eigentlich danach? Man ahnt, dass es künftig bergab geht mit der Romantik, spätere Scheidung nicht ausgeschlossen."

Damit hat sie nicht unrecht. Laut Statistik wird in Deutschland jeder dritte Ehe geschieden. Allein im vergangenen Jahr gab es 187.600 Scheidungen. "Gerade nach Weihnachten und im Sommer nach der Urlaubszeit haben Scheidungsanwälte alle Hände voll zu tun", sagt Rechtsanwältin Vera Knatz von der Frankfurter Kanzlei Becker Knatz Rechtsanwälte. Also immer dann, wenn Paare quasi gezwungen waren, Zeit miteinander zu verbringen. Anscheinend funktionieren viele Ehen nur, wenn sich die Partner ausreichend aus dem Weg gehen können.

Zeitpunkt der Trennung ist entscheidend bei der Aufteilung des Vermögens

Drum prüfe, wer sich ewig bindet, denn eine Scheidung ist teuer - von den emotionalen Belastungen einmal ganz abgesehen. Einer repräsentativen Umfrage zufolge hat nur jeder vierte finanzielle Vorkehrungen für den Fall einer Trennung getroffen. Kommt es dann zur Scheidung, ist das Geschrei groß. Denn Gerichts- und Anwaltskosten sind bei der Trennung oft nur ein kleiner Punkt auf der Rechnung. "In der Regel werden Ehen im Güterstand der Zugewinngemeinschaft geschlossen. Gütertrennung gibt es meistens nur, wenn zum Beispiel eine Firma vorhanden ist, die vor Schaden bewahrt werden soll", sagt Christian Stern-Eilers, Fachanwalt für Familienrecht bei der Düsseldorfer Kanzlei Haas & Partner.

Um diese Kosten kommen Sie bei einer Scheidung nicht herum

Das bedeutet, dass es bei den meisten Ehen keinen Vertrag gibt, der das Ende einer Beziehung regelt. Jeder verfügt weiter über sein Kapital, seine angeschafften Güter, sein Vermögen. Kommt es zur Trennung, findet ein "Zugewinnausgleich" statt. Dann kommen alle während der Ehe hinzugewonnenen Vermögenswerte auf den Tisch und anschließend wird halbe-halbe gemacht. In diesem Fall wird bei einer Scheidung festgestellt, wer welches Vermögen zu Beginn der Ehe hatte und wie hoch das Vermögen bei Ende der Beziehung gewesen ist. Die Differenz muss der vermögendere der beiden Partner dem anderen auszahlen.

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