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Selbstanzeige Hoeneß im März vorläufig festgenommen

Gegen Steuersünder Uli Hoeneß lag ein Haftbefehl vor, im März wurde der Präsident des FC Bayern nach „SZ“-Informationen vorläufig festgenommen. Hoeneß räumt in der Steuercausa unteressen einen „schweren Fehler“ ein.

Nach SZ-Informationen erließ der Richter im März Haftbefehl gegen Hoeneß. Quelle: dpa

Im März war sein Haus durchsucht worden, um Unterlagen für das Steuer-Verfahren zu finden. Gleichzeitig sei er vorläufig festgenommen worden, der Haftbefehl wurde kurz darauf gegen die Zahlung einer Kaution in Millionenhöhe "außer Vollzug" gesetzt, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet.

Hoeneß habe in den vergangenen Wochen Auflagen erfüllen und sich zweimal wöchentlich bei den Behörden melden müssen, heißt es in dem Bericht weiter. Was allerdings genau den Haftbefehl ausgelöst hat, ist noch nicht bekannt. Hoeneß' Anwalt war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen, auch vom FC Bayern gab es keinen Kommentar.

So erstatten Steuersünder Selbstanzeige

Die "Süddeutsche Zeitung" bewertet die vorläufige Festnahme als einen "ernsten Hinweis", dass die Selbstanzeige von Hoeneß wegen dem Verdacht der Steuerhinterziehung möglichweise nicht "strafbefreiend" sein werde. Hoeneß soll dem Fiskus drei Millionen Euro Steuern und Zinsen nachgezahlt haben, so berichtet es die "SZ". Offiziell bestätigt ist diese Summe nicht, allerdings lässt diese auf einen Gewinn in Höhe von sechs Millionen Euro schließen. FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß sagte unterdessen gegenüber der "Sport Bild", dass er einen schweren Fehler gemacht habe und dann versucht habe, diese mit der "Selbstanzeige zumindest halbwegs gutzumachen".

Der " Focus" hatte am Wochenende zuerst berichtet, dass gegen Uli Hoeneß wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung ermittelt wird. Dies meldet das Magazin unter Berufung auf den Münchner Oberstaatsanwalt Ken Heidenreich und den Präsidenten des deutschen Fußball-Rekordmeisters FC Bayern. Hoeneß habe dem Blatt demnach erklärt: „Ich habe im Januar 2013 über meinen Steuerberater beim Finanzamt eine Selbstanzeige eingereicht.“ Sie hänge „mit einem Konto von mir in der Schweiz“ zusammen. Die Wirksamkeit der Selbstanzeige und die steuerlichen Folgen würden „derzeit von den Behörden geprüft“. Der Bayern-Präsident erklärte laut „Focus“ ferner, er habe die „Angelegenheit ursprünglich“ über das Deutsch-Schweizer Steuerabkommen regeln wollen, das „dann bekanntlich Mitte Dezember 2012 nicht zustande gekommen“ sei.

SPD und Grüne hatten das von der schwarz-gelben Bundesregierung ausgehandelte Abkommen in Bundesrat und Vermittlungsausschuss abgelehnt.

Immer häufiger versuchen die Behörden nun, über den Ankauf von Steuer-CDs an die Daten vermeintlicher Steuerhinterzieher heranzukommen - und gegen diese Ermittlungen aufnehmen zu können. Zuletzt erst hatte Rheinland-Pfalz neue Datensätze angekauft, bereits kurz darauf gingen Fahnder mit Hunderten Hausdurchsuchungen in ganz Deutschland gegen mutmaßliche Steuerbetrüger vor. Bei Steuerhinterziehung drohen Strafen von bis zu fünf Jahren. In besonders schweren Fällen könne es sogar bis zu zehn Jahre sein.

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