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Selbstanzeige Viele Steuerhinterzieher zu spät dran

Wer Schwarzgeld im Ausland hatte, war gut beraten dies bis zum 31. Dezember dem Finanzamt zu melden, um straffrei zu bleiben. Aber längst nicht alle Steuerhinterzieher haben ihre Selbstanzeige pünktlich hinbekommen.

Steuerhinterziehung: Vom Kavaliersdelikt zum Verbrechen
Die schweizer Flagge vor einer Bank Quelle: dpa
Ein Bild vom 11. September 2001 Quelle: REUTERS
Hans Eichel Quelle: REUTERS
Schweizer Käse Quelle: AP
Klaus Zumwinkel Quelle: dpa
Das Logo der UBS Quelle: dapd
Schweizer Fahne auf einer CD Quelle: dpa

Bei den deutschen Finanzbehörden gehen weiter Hunderte Selbstanzeigen von Steuerhinterziehern ein - trotz der deutlichen Verschärfung der Regeln zum Jahresanfang. Allerdings nimmt die Zahl teilweise spürbar ab, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur in den Ländern ergab. Im vergangenen Jahr hatten die Finanzämter den Rekordwert von rund 40.000 Selbstanzeigen von Betrügern mit im Ausland verstecktem Geld registriert. Die meisten gab es in Baden-Württemberg, gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Bayern.

Seit Januar ist es für reuige Steuerbetrüger deutlich teurer, per Selbstanzeige straffrei davonzukommen.

Zehn goldene Regeln für die Selbstanzeige

In Baden-Württemberg wurden in diesem Jahr bis zum Stichtag 2. März insgesamt 383 Selbstanzeigen gezählt, davon allein gut 250 im Februar. Im November 2014 waren es noch rund 500 und im Dezember sogar mehr als 1800 gewesen. Die Anzeigen seit dem Jahresbeginn bewegten sich ganz überwiegend in einem Bereich, der von den verschärften Regeln für die strafbefreiende Selbstanzeige nicht betroffen sei, sagte eine Sprecherin.

Mehr Selbstanzeigen in NRW

Umgekehrtes Bild in Nordrhein-Westfalen: Hier zeigten sich im Januar 932 Steuerhinterzieher selbst an - mehr als doppelt so viele wie im Dezember. Im Februar kamen 715 Selbstanzeigen hinzu. Im Gesamtjahr 2014 waren es 7551 gewesen. Ähnlich sieht die Lage in Niedersachsen aus, wo im Januar und Februar 1121 Selbstanzeigen (Gesamtjahr 2014: 3797) bei den Finanzämtern eintrudelten.

„Nach der hohen Zahl an Selbstanzeigen zum Jahresende hatte ich mit erkennbar rückläufigen Zahlen gerechnet“, sagte Finanzminister Peter-Jürgen Schneider (SPD).

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Baden-Württembergs Finanzminister Nils Schmid (SPD) sagte, Ende 2014 seien besonders viele Selbstanzeigen eingegangen. „Viele haben die Möglichkeit noch genutzt, alles offen zu legen und reinen Tisch zu machen. Das zeigt, dass wir mit der Verschärfung der Selbstanzeige den Druck auf Steuersünder erfolgreich erhöhen konnten.“

Seit Jahresanfang bleibt Steuerbetrug nur noch bis zu einer hinterzogenen Summe von 25.000 Euro straffrei. Bei höheren Beträgen wird nur gegen Zahlung eines kräftigen Zuschlags von Strafverfolgung abgesehen. Für eine wirksame Selbstanzeige verlängert sich auch der Offenlegungszeitraum. Der geständige Steuerhinterzieher muss nun für zehn Jahre reinen Tisch machen.

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