Sparkassen Wie Mittelständler gegen ihre Hausbank kämpfen

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Pool und Modellbausammlung verloren

In Eichstätt geht der Kampf des Kunden Ruoff gegen seine Sparkasse auch nach dem geglückten Vergleich weiter – auf anderer Ebene. Der im Ort prominente Exunternehmer wird zur größten Nervensäge der Sparkassenvorstände und heizt die Stimmung gegen die von der Sparkasse gefeierte Fusion mit der größeren Nachbarin aus Ingolstadt an. Eigentlich ein Job für Kommunalpolitiker. Ruoff springt in die Bresche – und findet wenigstens etwas Genugtuung.

Wie schwer sich ein Schuldner im Streit mit seiner Bank ruinieren kann, zeigt der Fall des bayrischen Bauunternehmers Wolfgang Rixner und seiner Familie. Sie verlor Haus und Hof, musste zeitweise beim Förster um Brennholz betteln. Seine Sparkasse ist auch heute noch davon überzeugt, dass ihr Handeln notwendig und richtig war. Rixner dagegen sieht sich zu Unrecht in den Ruin getrieben.

Vor den Zivilgerichten ging die Sparkasse Kelheim stets als Sieger hervor. Vom strafrechtlichen Vorwurf des Kreditbetrugs – der zwischenzeitlich im Raum stand – wurde Rixner jedoch freigesprochen. Er soll der Bank gegenüber falsche Angaben zum Stand seiner Bauprojekte gemacht haben, für die er sich 300.000 Euro geliehen hatte. Rixner sieht sich als Opfer einer Intrige, bei der die Sparkasse den Fehler eines Mitarbeiters vertuscht haben soll. Das trifft laut Sparkasse nicht zu.

Auch ändert es nichts daran, dass die Bank die als Sicherheit hinterlegten Immobilien einziehen konnte, wobei die Familie Rixner ihr stattliches Eigenheim samt Pool und großer Modellbausammlung verlor – dem ganzen Stolz des Hausherrn. In seiner Verzweiflung überklebte Rixner den Mercedes des Bankvorstands mit Flugblättern.

Der Streit mit der Bank hat auf dem Land eben wenigstens einen Vorteil: Der Gegner ist hier – anders als in den Banktürmen der Hochfinanz – meist direkt greifbar.

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