Steuerberater Kosten Wie berechnen sich die Gebühren des Steuerberaters?

Steuererklärung abgeben: So viel kostet ein guter Steuerberater. Quelle: imago images

Ein guter Steuerberater kann bei Buchführung, Steuererklärung und Jahresabschluss helfen. Wie viel der richtige Steuerberater kostet und wie Sie ihn finden.

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Die Komplexität des deutschen Steuerrechts ist bekannt und schon längst besteht der Mythos des kompliziertesten Steuersystems der Welt. So überfordert die Steuererklärung jedes Jahr auch Millionen deutscher Bürgerinnen und Bürger.

In manchen Fällen kann es sich daher lohnen, einen kompetenten Partner für die Steuererklärung zu beauftragen. Wie findet man den richtigen Steuerberater und wie viel sollte ein Profi kosten? Die wichtigsten Fragen und Antworten in der Übersicht. 

Einkommensteuererklärung: Bis wann muss die Steuererklärung für das Steuerjahr 2023 und 2024 abgegeben werden?

Die Steuererklärung für das Steuerjahr 2023 kann bis zum 31. August 2024 eingereicht werden. Allerdings fällt das Fristende auf ein Wochenende. Daher gilt der 2. September 2024. Für das Steuerjahr 2024 ist der 31. Juli 2025 maßgeblich. 

Auch die Steuererklärung 2022 kann noch abgegeben werden. Dies allerdings nur noch über einen Steuerberater. In anderen Fällen ist mit Säumnis- beziehungsweise Verspätungszuschlägen des Finanzamtes zu rechnen. Wenn ein Steuerberater oder ein Lohnsteuerverein die Steuererklärung erstellt, gilt allerdings eine längere Frist. Für die Erklärung für das Jahr 2022 gilt der 31. Juli 2024 als letztes Datum. Die Frist für die eigenständige Erstellung der Erklärung 2022 lief dagegen bereits am 2. Oktober 2023 aus. 

Wer nicht dazu verpflichtet ist, eine Steuererklärung abzugeben, kann dies bis zu vier Jahre rückwirkend tun. 2024 besteht demzufolge sogar noch die Möglichkeit, die Steuererklärung 2020 einzureichen. Stichtag ist der 31. Dezember 2024. Die Frist für die freiwillige Abgabe der Steuerklärung 2019 lief am 31. Dezember 2023 ab, effektiv galt der 2. Januar als Fristende wegen der Feiertage.

Wann ist ein Steuerberater sinnvoll?

Zunächst gilt: Wer besondere Ausgaben, wie Werbungskosten, Sonderausgaben oder andere außergewöhnliche Belastungen von der Steuer absetzen will und dabei keine Besonderheiten vorkommen, kann für seine Steuererklärung auf Steuer-Portale wie Elster zurückgreifen. Einen Steuerberater sollten Sie erst dann hinzuziehen, wenn Sie sich mit der Thematik überfordert fühlen oder spezielles Wissen gefragt ist.

Dies kann unter anderem bei Grenzgängern der Fall sein, die zwar in Deutschland wohnen, aber in der Schweiz oder Österreich arbeiten. Aber auch bei allen Erbfällen oder Anlegern, die im Ausland Geld investiert haben, kann sich die Expertise eines Steuer-Fachmanns lohnen.

Selbstständige und Gewerbebetreibende kommen ebenfalls oft um einen Steuerberater nicht mehr herum. Dieser hilft vor allem bei Angaben zur Finanzbuchhaltung, zum Jahresabschluss, der Einnahmenüberschussrechnung und der Lohnabrechnung. 

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Steuerberater-Suche: Wie findet man einen passenden Steuerberater?

Die Bundessteuerberaterkammer erfasste bis zum 1. Januar 2022 101.070 Mitglieder. Da kann es durchaus schwierig werden, den geeigneten Steuerberater zu finden. Vor allem Berufseinsteiger, neue Selbstständige und Laien können oftmals nur schwer einschätzen, welcher der richtige Steuerberater ist — und vor allem wie viel er kosten darf.

Oft hat es sich bewährt, im persönlichen Umfeld nach Kontakten für einen Steuerberater zu suchen. So kann der Bekanntenkreis mit guten Empfehlungen bereits eine langwierige Suche im Netz ersparen. Wenn Sie online nach einem Steuerberater suchen, sollten Sie darauf achten, ob Informationen auf entsprechenden Websites nachvollziehbar und verständlich formuliert sind. Auch ein persönliches Erstgespräch kann Ihnen dabei helfen, die richtige Wahl zu treffen. 

Mandantengebühren: Wie viel kostet ein guter Steuerberater?

Wie viel ein Steuerberater an Gebühren von seinen Mandanten verlangen darf, ist in der Vergütungsverordnung für Steuerberater geregelt.

Innerhalb dieses Rahmens gibt es für Steuerberater aber einen großen Spielraum, die Gebühren festzulegen. Höhere Kosten kommen etwa dann zustande, wenn der Mandant ungeordnete oder besonders viele Dokumente einreicht. 

Die Gebühr hängt zudem maßgeblich vom Gegenstandswert ab. Das ist vereinfacht gesagt der steuerlich relevante Betrag, mit dem sich der Steuerberater in bestimmten Bereichen für den Mandanten befasst. Erstellt er für den Mandanten eine Einkommensteuererklärung, ohne einzelne Einkunftsarten separat zu ermitteln, würde der Gegenstandswert schlicht der Summe der positiven Einkünfte entsprechen. Meist gibt es jedoch Mindestwerte, hier beispielsweise 8000 Euro.

Die Gebührenverordnung gilt in der aktuellen Form seit 2022. Die Gebühren für den Steuerberater berechnen sich für gewöhnlich mit einem bestimmten Faktor. Dabei wird die Grundgebühr mit dem Faktor multipliziert. Die Grundgebühr steigt mit dem Gegenstandswert. Für Fälle, in denen es keine Anhaltspunkte für einen Gegenstandswert gibt, darf der Steuerberaterstatt statt der Wertgebühr eine Zeitgebühr ansetzen, also seinen zeitlichen Aufwand als maßgeblich sehen.

Grundsätzlich ist der Gebührenrahmen für übliche Steuerberaterleistungen folgendermaßen geregelt. Die Berechnung folgt der Formel Grundgebühr x Faktor: 

Steuerberaterleistung

Bandbreite Faktormittlerer FaktorTabelle der Grundgebühr
Einkommensteuererklärung1/10 - 6/100,35Tabelle A, mindestens 8000 Euro Gegenstandswert
(Erst-)Beratung1/10 - 10/100,55Tabelle A, Gegenstandswert hier: höchster Betrag, der sich aus dem Jahresumsatz oder der Summe des Aufwands ergibt
 (für erstes Beratungsgespräch  max. 190 Euro erlaubt)
Werbungskosten1/20 - 12/200,325Tabelle A, mindestens 8.000 Euro Gegenstandswert
Umsatzsteuerjahreserklärung1/10 - 8/100,45Tabelle A, mindestens 12.500 Euro Gegenstandswert (natürliche Personen) bzw. 25.000 Euro (Körperschaften)
Einnahmenüberschussrechnung5/10 - 30/100,175Tabelle B, mindestens 17.500 Euro Gegenstandswert
Finanzbuchhaltung/Buchführung2/10 - 12/100,7Tabelle C (Monatsgebühr), 
Gegenstandswert hier: höchster Betrag, der sich aus dem Jahresumsatz oder der Summe des Aufwands ergibt

Quelle: Vergütungsverordnung für Steuerberater

Am Beispiel der Einkommensteuererklärung lässt sich zeigen, wie sich die Gebühren für den Steuerberater berechnen. So beträgt hier die volle Gebühr nach Tabelle A der Verordnung 796 Euro. Diese Grundgebühr wird mit dem entsprechenden Faktor multipliziert. So darf der Steuerberater zwischen 1/10 und 6/10 der Grundgebühr verlangen, also 79,60 bis 477,60 Euro (ohne USt/MwSt.). Die meisten Steuerberater setzen eine mittlere Gebühr an. 

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Steuerberatungskosten: Gibt es Möglichkeiten für niedrigere Gebühren?

Steuerberater sollen die Gebühren für ihre Dienstleistungen grundsätzlich transparent nach der Steuerberatervergütungsverordnung berechnen. Dabei ist zu beachten, dass die Kosten jeweils als Netto-Wert und daher ohne Umsatzsteuer angegeben werden. Die kommt am Ende auf der Rechnung noch hinzu.

Im Einzelfall dürfen Steuerberater von ihren Mandanten aber auch eine höhere oder niedrigere Gebühr verlangen, als die Verordnung vorgibt. Zum Beispiel, wenn ein ungewöhnlich hoher oder niedriger Aufwand mit der Beratungsleistung verbunden ist.

In jedem Fall müssen die Kosten plausibel sein. Der Steuerberater muss jeweils in der Lage sein, zu begründen, warum mehr oder weniger berechnet wird. 

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