WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Steuererklärung 2011 Mit Blumenpflanzen Steuern sparen

Rund um die Immobilie können Steuerzahler viele Kosten von der Steuer absetzen – auch die Arbeiten eines Gärtners. Neben Eigentümern können sich auch Mieter auf Rückzahlungen freuen, wenn sie geschickt sind.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
Wer für den eigenen Garten einen Gärtner engagiert, kann die Kosten als haushaltsnahe Dienstleistungen von der Steuer absetzen.

Düsseldorf Viele Ausgaben rund um das Haus und die Wohnung lassen sich von der Steuer absetzen. Davon profitieren alle: Eigentümer, die ihre Immobilie selbst nutzen, Mieter und Vermieter. Besonders lang ist die Liste der absetzbaren Handwerkerleistungen.

Handelsblatt Online zeigt in einem mehrteiligen Spezial zur Steuererklärung 2011, wie sie bei der Erklärung ihrer Steuern vorgehen sollten.

Irgendwas gibt es am Häuschen oder in der Wohnung immer zu verschönern oder zu reparieren. Wer nicht selbst Hand anlegt, sondern einen Handwerker engagiert, kann die Kosten von der Steuer absetzen. Pro Jahr können Steuerzahler Rechnungen in Höhe von 6.000 Euro bei der Einkommensteuererklärung angeben, davon werden 20 Prozent angerechnet, so dass sich ein Steuerbonus von maximal 1.200 Euro ergibt.

Der gilt allerdings pro Haushalt, ist also auch bei Ehepaaren nicht doppelt so hoch. „Wenn eine Renovierung mehr als 6.000 Euro kostet, sollten sich Immobilieneigentümer überlegen, ob es sinnvoll ist, die Arbeiten auf zwei Jahre zu verteilen“, sagt Anita Käding, Steuerexpertin vom Bund der Steuerzahler. Dadurch könnten sie in mehreren Jahren den Steuerbonus nutzen.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Welche Tätigkeiten angerechnet werden, kann der Steuerzahler in einer neunseitigen Liste des Bundesfinanzministeriums nachschlagen. Diese reicht von A wie Abflussreinigung über I wie Insektenschutzgitter bis zu W wie Wartung der Wasserversorgung. Hier finden sich auch die absetzbaren haushaltsnahen Dienstleistungen. Zu den wenigen Kosten, die nicht absetzbar sind, gehören beispielsweise Architekten- und Statikerleistungen und Gebühren für die Müllabfuhr.

    Wer einen Handwerker engagiert, wird steuerlich in erster Linie bei der Finanzierung der Arbeitskosten unterstützt. Auch Anfahrtskosten und Maschinenstundensätze können angerechnet werden, das verwendete Material jedoch nicht. Außerdem sind einige Bedingungen zu beachten: „Die Handwerker müssen alle Tätigkeiten vor Ort erledigen“, sagt Christian Osthus, Experte für Recht und Steuern beim Zentralen Immobilien Ausschuss. „Wenn beispielsweise Türen abgeschliffen werden, darf der Schreiner sie nicht mit in seine Werkstatt nehmen, sonst kann das Finanzamt die Steuerermäßigung verweigern.“

    Wichtig ist auch, dass der Handwerker eine Rechnung ausstellt und diese nicht bar bezahlt wird. Beim Standort der Wohnung oder des Hauses, in dem die Arbeiten verrichtet werden, sind die Finanzämter allerdings großzügig: Auch die Arbeiten an einem Ferienhaus können abgesetzt werden, so lange es sich innerhalb der Europäischen Union befindet.


    Auch Mieter können Steuern sparen

    Wer zur Miete wohnt, wird üblicherweise keine großen handwerklichen Veränderungen an der Wohnung vornehmen, aber auch Kosten für einen Maler oder den Einbau einer Küche können angerechnet werden. Zudem finden sich in der Nebenkostenabrechnung häufig Posten wie Wartungskosten für die Heizung. „Dadurch können auch Mieter einige Euro bei der Steuererklärung rausholen“, sagt Osthus.

    Sie müssen die Ausgaben dafür nur im Mantelbogen der Einkommensteuererklärung als Handwerkerleistungen geltend machen. Das Gleiche gilt auch, wenn der Mieter sich beispielsweise an den Kosten für die Sanierung seines Bads beteiligen muss. Die Abrechnung des Vermieters muss jedoch zeigen, welche Kosten der Mieter trägt, die Materialkosten müssen herausgerechnet und die Rechnung nicht bar bezahlt worden sein.

    Geht es nach dem Willen der Bundesregierung sollen Immobilienbesitzer künftig auch bei der sogenannten energetischen Sanierung eines Wohngebäudes steuerlich stärker gefördert werden. Dazu gehört beispielsweise Wärmedämmung, aber nur dann, wenn ein bestimmter Energieeffizienzstandard erreicht wird. Das Gesetz ist jedoch noch nicht in Kraft. Es wurde im Juni 2011 bereits vom Bundestag verabschiedet, doch der Bundesrat stellte sich quer, so dass nun der Vermittlungsausschuss entscheiden muss. „Knackpunkt sind wieder einmal die Kosten“, sagt Osthus, denn die Länder wollen Steuerausfälle, die durch die Abschreibung der Sanierungskosten entstünden, nicht mittragen.

    Das Gesetz soll für alle Wohngebäude gelten, die vor 1995 gebaut wurden. Um eine Entlastung zu bewirken, sind zwei Modelle im Gespräch. Nach den Vorstellungen des Bundesrates soll die Entlastung ähnlich wie bei den Handwerkerleistungen funktionieren, wobei jedoch auch die Materialkosten anerkannt würden. Gemäß dem Entwurf der Bundesregierung sollen über zehn Jahre jeweils bis zu zehn Prozent der Aufwendungen abgeschrieben werden dürfen. Die tatsächliche Anrechnung hängt davon ab, ob sich der jährliche Energiebedarf entsprechend den Vorgaben des Gesetzentwurfes durch die Sanierung verringert hat.

    Steuerzahler, die im Jahr 2011 bereits durch Umbauten die Energiekosten ihres Hauses gesenkt haben, können die Ausgaben bislang nur als Handwerkerleistungen in der Einkommensteuererklärung geltend machen. Die Kosten jetzt schon als Aufwendungen für die energetischen Gebäudesanierung auszuweisen und später – wie bei laufenden Gerichtsverfahren - Verfahrensruhe zu beantragen, damit das Geld bei Inkrafttreten des Gesetzes zurückgezahlt wird, funktioniert nicht.


    Vermieter können Werbungskosten geltend machen

    „Das Gesetz gibt es jetzt noch nicht, deshalb können sich Steuerzahler auch noch nicht darauf berufen“, sagt Christian Osthus, Experte für Recht und Steuern beim ZIA. Falls das Gesetz überhaupt kommt, sei es jedoch möglich, dass Kosten auch rückwirkend anerkannt werden. Im letzten Entwurf war geplant, dass alle Sanierungsmaßnahmen, die nach dem 5. Juni 2011 begonnen und vor dem 1. Januar 2022 beendet wurden, gefördert werden.

    „Um die Chance auf den Steuerbonus zu erhöhen, kann es sich für betroffene Immobilienbesitzer jedoch lohnen, ihre Steuererklärung in diesem Jahr noch etwas hinauszuzögern“, sagt Steuerexpertin Käding. Vielleicht werden sich Bund und Länder in der Zwischenzeit einigen. Damit vom Finanzamt keine Mahnung kommt, sollte man jedoch einen Antrag auf Fristverlängerung stellen.

    Noch umfangreicher sind die Steuersparmöglichkeiten für Vermieter. Da sie mit der Vermietung ihrer Immobilie Einnahmen erzielen, können sie Ausgaben für Reparaturen und Renovierung als Werbungskosten absetzen – hier zählen nicht nur die Arbeitszeiten, sondern auch die Materialkosten. Wichtig ist für Vermieter aber die Unterscheidung zwischen Herstellungskosten und Erhaltungsaufwand. „Es ist immer gut, wenn Kosten als Erhaltungsaufwendungen anerkannt werden“, sagt Käding. Denn diese mindern sofort die Steuerlast.

    Da Häuser eine lange Nutzungsdauer haben, müssen Herstellungskosten über 50 Jahre - bei Häusern die nach dem 31. Dezember 1924 gebaut wurden – abgeschrieben werden. Neben dem Bau eines komplett neuen Hauses zählen dazu auch der Ausbau eines Dachgeschosses oder die Kernsanierung eines Altbaus.


    Die Putzfrau senkt die Steuerlast, der Fitnesstrainer nicht

    Wenn große Arbeiten anstehen, können Vermieter die Kosten auch auf zwei bis fünf Jahre verteilen. „Das kann sich lohnen, wenn in den kommenden Jahren hohe steuerpflichtige Einkommen erwartet werden“, sagt Anita Käding. Allerdings müssen diese Werbungskosten gleichmäßig auf alle Jahre aufgeteilt werden und diese Option gilt bei Wohn-, nicht aber bei Bürogebäuden.

    In dem Zusammenhang gibt es auch einen wichtigen Fallstrick: Innerhalb von drei Jahren nach der Anschaffung eines Gebäudes zählen die meisten Aufwendungen als anschaffungsnahe Herstellungskosten. Übersteigen die Ausgaben eine Grenze von 15 Prozent des Gebäudepreises, müssen sie jährlich abgeschrieben werden.

    Rund um Haus und Hof können aber nicht nur solche Arbeitsleistungen steuerlich abgesetzt werden, die zu baulichen Veränderungen führen. Einen Bonus gibt es auch für haushaltsnahe Dienstleistungen. Dazu zählen beispielsweise Hausarbeiten wie Putzen und Bügeln, Gartenpflege und Zubereitung von Mahlzeiten. Voraussetzung ist, dass der Dienstleister offiziell beschäftigt und gemeldet wird. Auch ein Beleg für die Bezahlung muss mit eingereicht wird, deshalb kann der Lohn nicht bar bezahlt werden.

    Unterschieden wird zwischen geringfügig Beschäftigten – jährlich sind zwanzig Prozent, maximal 510 Euro absetzbar – und Selbstständigen, die auf Rechnung arbeiten – hier können zwanzig Prozent der Kosten, maximal aber 4.000 Euro pro Jahr abgesetzt werden. Anzugeben ist dies im Mantelbogen der Einkommensteuererklärung. Ausdrücklich nicht gefördert werden jedoch der private Fitnesstrainer, der Chauffeur, Hauslehrer und Leibwächter.

    © Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%