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Steuererklärung 2020 Wann endet die Frist 2021?

Quelle: imago images

Die Bundesregierung verlängert die Frist zur Abgabe der Steuererklärung 2021. Alle Fristen für die Steuererklärung 2021 im Überblick.

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Jedes Jahr muss die Steuererklärung für das vergangene Steuerjahr beim Finanzamt abgegeben werden. Dabei galt der 31. Mai stets als festgelegtes Datum. Seit 2019 gilt jedoch der 31. Juli als neue Frist für die Abgabe der Steuererklärung. Durch die seit 2020 weltweit um sich greifende Corona-Pandemie hat die Bundesregierung beschlossen, die Fristen für die Abgabe der Steuererklärung zu verlängern. Bis wann Sie die Steuererklärung 2021 abgeben müssen und welche Sonderregelungen es gibt. Eine Übersicht.

Wer muss eine Steuerklärung abgeben?

Die Abgabefrist zur Steuererklärung betrifft nur diejenigen, für die eine Einkommensteuererklärung verpflichtend ist. Dies betrifft Bürger mit einem individuellen Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte, Verheiratete mit einer Kombination der Steuerklassen 3 und 5 oder 4 mit Faktor sowie Steuerklasse 6 bei einem Partner. Eine Steuererklärung müssen außerdem Bürger abgeben, die im Jahr mehr als 410 Euro an Lohnersatzleistungen (zum Beispiel Arbeitslosen-, Kranken-, Eltern- oder Kurzarbeitergeld) erhalten haben, neben dem Arbeitslohn Nebeneinkünfte von mehr als 410 Euro haben (zum Beispiel aus Mieteinnahmen) oder einer selbstständigen Tätigkeit nachgehen.

Bis wann muss ich die Steuererklärung 2021 abgeben?

Normalerweise wäre die Frist für die Steuererklärung bereits am 31. Juli 2021 abgelaufen. Wegen der anhaltenden Corona-Pandemie wurde die Abgabefrist aber um drei Monate bis Sonntag, 31. Oktober 2021 verlängert. Dies ergab das ATAD-Umsetzungsgesetz, das der Bundestag am 21. Mai 2021 verabschiedet hat. Somit muss die Steuererklärung nun bis Montag, 1. November 2021 beim Finanzamt eingehen. In Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern, dem Saarland und Rheinland-Pfalz verstreicht die Frist aufgrund des Feiertags Allerheiligen erst am 2. November 2021.

Bis wann gilt die Abgabefrist mit dem Steuerberater?

Sollten Sie die Steuererklärung nicht rechtzeitig schaffen oder von überfordert sein, so ist die professionelle Unterstützung durch einen Steuerberater eine gute Möglichkeit. Anders als bei Steuererklärungen, die selbst ausgefüllt werden, gilt bei der Abgabe mit einem Steuerberater generell ein Aufschub von sieben Monaten. Somit endet die Frist immer am letzten Tag im Februar des übernächsten Jahres. Durch die Corona-Pandemie gelten für die Steuerjahre 2019 und 2020 allerdings auch hier neue Fristen. 

Wer sich von einem Steuerprofi beraten lässt, profitiert für die Steuererklärung 2019 von den gesetzlichen Ausnahmeregelungen der Bundesregierung. Hier wurde die Frist für die Abgabe um sechs Monate bis zum 31. August 2021 verlängert. Die regulär 15-monatige Karenzzeit wurde dabei ebenfalls um sechs Monate verlängert. Demnach startete der Zinslauf für Erstattungs- und Nachzahlungszinsen am 31. Oktober 2021. Die Frist für das Steuerjahr wurde um drei Monate verschoben. Somit muss die Steuerklärung 2020 statt Ende Februar 2022 am 31. Mai 2022 beim Finanzamt eingehen. Die zinsfreie Karenzzeit beginnt ebenfalls drei Monate später, am 1. Juli 2022.

Unter Umständen kann es jedoch vorkommen, dass das Finanzamt bereits vor dem 1. Mai 2022 die Steuererklärung vom Steuerberater einfordert. Ein vom Finanzamt individuell angesetzter Termin ist dabei verbindlich.

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Was passiert, wenn die Steuererklärung 2021 zu spät eingereicht wird?

Wird die Frist für die Steuererklärung 2021 trotz Steuerberater und Ausnahmeregelung nicht eingehalten, drohen vom Finanzamt auferlegte Sanktionen. Sollte die Steuererklärung also zu spät oder gar nicht beim Finanzamt eingehen, kommt ein Verspätungszuschlag in Form einer Geldstrafe auf Sie zu. Das Bußgeld muss zusätzlich zur Steuer bezahlt werden. Einen Ermessensspielraum des Finanzamts gibt es nur, wenn die Steuererklärung innerhalb von 14 Monaten nach Ablauf des Steuerjahres eingeht. In diesem Zeitraum kann und danach muss das Finanzamt dann einen Verspätungszuschlag verlangen. Dieser beträgt 0,25 Prozent der festgesetzten Steuer und dabei mindestens 25 Euro pro angefangenen Monat. Neben dem Verspätungszuschlag kann das Finanzamt auch Zwangsgeld, Steuerschätzung und Verspätungszinsen zusätzlich verlangen. 

Kann die Abgabefrist für die Steuererklärung verlängert werden?

Neben der wegen der Corona-Pandemie verlängerten Frist für die Steuererklärung, kann die Steuererklärung nur in Ausnahmefällen verlängert werden. Kümmert sich kein Steuerberater um die Steuererklärung, ist eine Verlängerung beim jeweiligen Finanzamt schriftlich zu beantragen. Dieser Antrag muss begründet werden und auch ein neuer Termin muss vorgeschlagen werden. Zu den Gründen, die eine Verlängerung der Frist für die Steuererklärung rechtfertigen, fallen zum Beispiel eine längere, schwerwiegende Krankheit, ein länger andauernder Aufenthalt im Ausland oder ein Umzug. Auf eine Verlängerung kann jedoch kein Anspruch erhoben werden, sondern Steuerzahler müssen hierbei auf Kulanz seitens des Finanzamtes hoffen. 

Wird ein Aufschub gewährt, so ist die neue Frist zwingend einzuhalten. Bei Verzug sind weitere Sanktionen zu erwarten.

Bis wann kann ich eine freiwillige Steuererklärung abgeben?

Viele Bürgerinnen und Bürger in Deutschland sind nicht verpflichtet eine Steuererklärung abzugeben. Dies betrifft unter anderem Ehepartner, die beide die Steuerklasse 4 haben. Dann bleiben vier Jahre Zeit, um die freiwillige Steuererklärung abzugeben. Somit wäre für das Jahr 2020 Silvester 2024 der Stichtag. 

Mehr zum Thema: Mit Policen können Versicherte ihre Rente erhöhen und sich gegen Risiken absichern. Die Beiträge lassen sich zum Teil absetzen. Wie das geht, erklärt der die WiWo-Steuerserie.

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