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Steuererklärung 2020 Weniger Steuern zahlen mit Steuerfreibeträgen

Welche Frei- und Pauschbeträge Dich bei der Steuer entlasten. Quelle: imago images

Ein Steuerfreibetrag gibt an, bis zu welcher Höhe Einkünfte steuerfrei bleiben. Doch was ist der Unterschied zwischen dem Freibetrag, dem Pauschbetrag und der Freigrenze? Ein Überblick.

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Feste Frei- und Pauschbeträge können zu versteuernde Einnahmen reduzieren. So gehören der Grundfreibetrag, der Sparerfreibetrag oder seit Beginn der Coronakrise die Homeoffice-Pauschale zu den bekanntesten. Aber es gibt noch weitere Möglichkeiten, auf die Steuerzahler zurückgreifen können.

Steuererklärung 2020: Freibetrag, Pauschbetrag und Freigrenze im Überblick

Das sind die Unterschiede zwischen Freibetrag, Pauschbetrag und Freigrenze

  • Freibetrag: Der Freibetrag zeigt die Höhe, bis zu der gewisse Einkünfte steuerfrei bleiben. Dabei muss auf alles Steuern gezahlt werden, was über diesem Freibetrag liegt. Versteuert werden müssen aber nur Kapitaleinkünfte, die den Freibetrag übersteigen.
  • Pauschbetrag: Anders als beim Freibetrag erkennt das Finanzamt den Pauschbetrag ohne bestimmten Nachweis an. Auch hier bleibt ein Teil des Einkommens steuerfrei. Zusätzlich können in vielen Fällen auch Ausgaben, die höher sind als der Frei- oder Pauschbetrag, geltend gemacht werden. Wenn die Ausgaben niedriger sind, so wird der Pauschbetrag von dem zu versteuernden Einkommen abgezogen.
  • Freigrenze: Die Freigrenze liegt derzeit bei 600 Euro im Jahr. Eine Überschreitung führt dazu, dass der komplette Gewinn versteuert werden muss.

Was sind die wichtigsten Freibeträge und Pauschbeträge?

  • Grundfreibetrag: Der Grundfreibetrag liegt im Jahr 2021 bei 9744 Euro (2022: 9984 Euro). Alleinstehende mit einem Einkommen unter diesem Freibetrag müssen darauf also keine Einkommensteuer zahlen. Für Verheiratete gelten die doppelten Beträge, also 2021 19.488 Euro (2022: 19.986 Euro).
  • Sparerfreibetrag: Bei der Geldanlage kann der Sparerfreibetrag dabei helfen, Steuern zu sparen. So bleiben von jährlichen Einkünften aus Kapitalvermögen 801 Euro steuerfrei.
  • Arbeitnehmer-Pauschbetrag: Der Arbeitnehmer-Pauschbetrag ist auch als Werbungskostenpauschale bekannt. Darunter fallen zum Beispiel Aufwendungen für Fahrten zwischen Wohnort und Tätigkeitsstätte, also die sogenannte Entfernungspauschale. Aber auch Aufwendungen für Fachliteratur, Arbeitsmittel und berufliche Auswärtstätigkeiten können abgesetzt werden, gibt das Finanzamt Baden-Württemberg an.
  • Homeoffice-Pauschale: Durch die weltweit um sich greifende Coronapandemie mussten viele Arbeitnehmer ins Homeoffice ausweichen. Durch die Homeoffice-Pauschale können nun entstandene Kosten für den Arbeitsplatz zu Hause abgesetzt werden. Hier gelten allerdings strenge Regelungen. So kann an einem Tag eine Pauschale von 5 Euro als Werbungskosten geltend gemacht werden. Das Finanzamt akzeptiert dabei insgesamt 120 Tage und somit einen Abzug von 600 Euro
  • Umzugskostenpauschale: Wenn ein Umzug aus beruflichen Gründen ansteht oder der Weg zur Arbeit durch einen Umzug verkürzt wird, können die Kosten steuerlich abgesetzt werden. Zusätzlich zur Umzugskostenpauschale können auch weitere Ausgaben geltend gemacht werden. Darunter fallen unter anderem Fahrten zu Wohnungsbesichtigungen oder der Umzug des Hausrats. Diese müssen dann allerdings belegt sein.

Mehr zum Thema Steuern sparen beim Umzug: So setzt man Kosten für den beruflichen Umzug von der Steuer ab

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    Welche Freibeträge gelten für Kinder?

    Laut dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend dienen Freibeträge für Kinder dazu, die Grundversorgung von Kindern steuerfrei zu machen. 2021 liegt der Kinderfreibetrag bei 5460 Euro. Hinzu kommt ein Freibetrag für Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf. Dieser beträgt 2928 Euro. Somit ergibt sich insgesamt ein Freibetrag in Höhe von 8388 Euro. Werden die Eltern nicht zusammen veranlagt, so wird für jeden der halbe Betrag berücksichtigt.

    Für den Kinderfreibetrag werden prinzipiell Kinder bis zum 18. Lebensjahr berücksichtigt. Aber auch volljährige Kinder bis zum 21. Lebensjahr, die noch nicht beruflich tätig sind können vom Freibetrag profitieren. Außerdem gibt es weitere Sonderregelungen. Es werden auch volljährige Kinder berücksichtigt, die: 

    • studieren oder einer Ausbildung nachgehen,
    • sich in einer Übergangszeit von maximal vier Monaten zwischen zwei Ausbildungen befinden,
    • eine Ausbildung aufgrund eines fehlenden Ausbildungsplatzes nicht fortsetzen oder gar antreten können,
    • ein freiwilliges soziales Jahr, ein freiwilliges ökologisches Jahr oder einen Bundesfreiwilligendienst absolvieren.

    Welche Freibeträge gelten für Pflegende, Behinderte und Hinterbliebene?

    Auch hier gibt es bestimmte Freibeträge, die beansprucht werden können. Dazu gehört der Pflegefreibetrag. Dabei gibt es für Pflegende, die einen Angehörigen ohne Bezahlung pflegen ab dem Pflegegrad 2 einen der Pauschbetrag in Höhe von 600 Euro. Der Betrag erhöht sich beim Pflegegrad 3 auf 1100 Euro und bei einem höheren Pflegegrad auf 1800 Euro.

    Behinderte erhalten Anspruch auf den Behindertenpauschbetrag. Je nach Art und Grad der Behinderung verringert dieser das zu versteuernde Einkommen um 620 bis 7400 Euro.

    Für Witwen, Witwer, Waisen und Halbwaisen gilt der Hinterbliebenen-Pauschbetrag. Dieser beträgt 370 Euro und kann unter bestimmten Bedingungen erhalten werden. So zum Beispiel, wenn Hinterbliebenenbezüge nach dem Bundesversorgungsgesetz bezogen werden.

    Welche Regeln gelten bei Nebentätigkeiten?

    Auch wer nebenbei als Künstler oder Ausbilder tätig ist, kann von Freibeträgen profitieren. Mit dem sogenannten Übungsleiterfreibetrag besteht die Möglichkeit bis zu 3000 Euro im Jahr steuerfrei dazuverdienen. Dabei ist es wichtig, die Nebentätigkeit bei einer öffentlich-rechtlichen oder gemeinnützigen Organisation auszuüben. Bei ehrenamtlicher, freier Mitarbeit gilt die Ehrenamtspauschale beziehungsweise der Ehrenamtsfreibetrag. Dabei können ehrenamtliche Mitarbeiter 840 Euro im Jahr absetzen.

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