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Steuererklärung 2020 Wie viel kostet ein Steuerberater?

Steuererklärung abgeben: So viel kostet ein guter Steuerberater. Quelle: imago images

Ein guter Steuerberater kann bei Buchführung, Steuererklärung und Jahresabschluss helfen. Wie viel der richtige Steuerberater kostet und wie Sie ihn finden.

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Die Komplexität des deutschen Steuerrechts ist bekannt und schon längst besteht der Mythos des kompliziertesten Steuersystems der Welt. So überfordert die Steuererklärung jedes Jahr auch Millionen deutscher Bürgerinnen und Bürger. 

In manchen Fällen kann es sich daher lohnen, einen kompetenten Partner für die Steuererklärung zu beauftragen. Wie findet man den richtigen Steuerberater und wie viel sollte ein Profi kosten? Die wichtigsten Fragen und Antworten in der Übersicht. 

Bis wann muss die Steuererklärung für das Steuerjahr 2020 abgegeben werden?

Die Abgabefrist der Steuererklärung für das Steuerjahr 2020 endete am 1. November 2021. Nur wenn der Steuerberater oder ein Lohnsteuerverein die Steuererklärung erstellt, greift eine siebenmonatige Fristverlängerung. Somit ist dann der 31. Mai 2022 der Stichtag.

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    Wann ist ein Steuerberater sinnvoll?

    Zunächst gilt: Wer besondere Ausgaben, wie Werbungskosten, Sonderausgaben oder andere außergewöhnliche Belastungen von der Steuer absetzen will und dabei keine Besonderheiten vorkommen, kann für seine Steuererklärung auf Software-Portale wie Elster zurückgreifen. Einen Steuerberater sollten Sie erst dann hinzuziehen, wenn sein spezielles Wissen gefragt ist.

    Dies kann unter anderem bei Grenzgängern der Fall sein, die zwar in Deutschland wohnen, aber in der Schweiz oder Österreich arbeiten. Aber auch bei allen Erbfällen oder Anlegern, die im Ausland Geld investiert haben, kann sich die Expertise eines Steuer-Fachmanns lohnen.

    Selbstständige und Gewerbebetreibende kommen ebenfalls oft um einen Steuerberater nicht mehr herum. Dieser hilft vor allem bei Angaben zur Finanzbuchhaltung, zum Jahresabschluss, der Einnahmenüberschussrechnung und der Lohnabrechnung. Zusätzlich kann ein Steuerberater Freiberuflern Sie bei der Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen unterstützen und im besten Falle Rechtsfragen beantworten.

    Wie findet man den richtigen Steuerberater?

    Die Bundessteuerberaterkammer erfasste bis zum 1. Januar 2021 100.204 Mitglieder. Damit ist die Zahl der Finanzberater und Wirtschaftsprüfer in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um 1,3 Prozent gewachsen. Da kann es durchaus schwierig werden, den geeigneten Steuerberater zu finden. Vor allem Berufseinsteiger, neue Selbstständige und Laien können oftmals nur schwer einschätzen, welcher der richtige Steuerberater ist — und vor allem wie viel er kosten darf.

    Meist hat es sich bewährt, im persönlichen Umfeld nach Kontakten für einen Steuerberater zu suchen. So kann der Bekanntenkreis mit guten Empfehlungen bereits eine langwierige Suche im Netz ersparen. Wenn Sie online nach einem Steuerberater suchen, sollten Sie darauf achten, ob Informationen auf entsprechenden Websites nachvollziehbar und verständlich formuliert sind. Auch ein persönliches Erstgespräch kann Ihnen dabei helfen, die richtige Wahl zu treffen.

    Wie viel kostet ein guter Steuerberater?

    Wie viel ein Steuerberater an Gebühren verlangen darf, ist in der Vergütungsverordnung für Steuerberater geregelt. Innerhalb dieses Rahmens gibt es für Steuerberater aber einen großen Spielraum, die Gebühren festzulegen. Höhere Kosten kommen etwa dann zustande, wenn der Mandant ungeordnete oder besonders viele Dokumente einreicht. Die Gebühren für den Steuerberater berechnen sich für gewöhnlich mit einem bestimmten Faktor. Dabei wird die Grundgebühr mit dem Faktor multipliziert.

    So ist der Gebührenrahmen für übliche Steuerberaterleistungen folgendermaßen geregelt: 

    Steuerberaterleistung

    Bandbreite Faktormittlerer FaktorTabelle der Grundgebühr
    Einkommensteuererklärung1/10 - 6/100,35Tabelle A
    Erstberatung1/10 - 10/100,55Tabelle A (max. 190 Euro)
    Werbungskosten1/20 - 12/200,325Tabelle A
    Umsatzsteuerjahreserklärung1/10 - 8/100,45Tabelle A
    Einnahmenüberschussrechnung5/10 - 20/101,25Tabelle B
    Buchführung2/10 - 12/100,7Tabelle C (Monatsgebühr)

    Am Beispiel der Einkommensteuererklärung lässt sich zeigen, wie sich die Gebühren für den Steuerberater berechnen. So beträgt hier die volle Gebühr nach Tabelle A der Verordnung 796 Euro. Diese Grundgebühr wird mit dem entsprechenden Faktor multipliziert. So darf der Steuerberater zwischen 1/10 und 6/10 der Grundgebühr verlangen, also 79,60 bis 477,60 Euro. Die konkrete Gebühr wird dann meist über den Mittelwert bestimmt.

    Gibt es Möglichkeiten für niedrigere Gebühren?

    Seit 2016 gibt es für Steuerberater die Möglichkeit, eine niedrigere oder höhere Gebühr als die gesetzlich vorgegebene mit dem Mandanten zu vereinbaren. So können bei außergerichtlichen Angelegenheiten mit niedrigem Aufwand geringere Gebühren anfallen. Gut strukturierte und geordnete Unterlagen können also dazu beitragen, Kosten zu sparen. Bei Abweichungen der Gebührenverordnung müssen diese in Textform dem Mandant vorgelegt und anschließend bestätigt werden.

    Mehr zum Thema Steuern sparen: Weniger Steuern zahlen mit Steuerfreibeträgen

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