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Steuererklärung Für wen sich der Steuerberater lohnt

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Helfer für Angestellte, Pendler, Vermieter

2. Der typische Angestellte.
Er hat kaum Nebeneinkünfte, hat kein Interesse an der Steuer und will wenig Zeit verschenken.

Vor allem bei wenig komplexen Fällen – wie einem typischen Angestellten - eignen sich digitale Steuerhelfer, also Steuersoftware, aber auch Steuer-Apps für das Smartphone. Die Kosten sind überschaubar. Welches sich für wen eignet, zeigt unser großer Praxistest.

Je größer die Bereitschaft ist, sich doch ein wenig mit Steuerfragen und -details auseinander zu setzen, desto eher kommt eine umfassende Steuersoftware infrage, etwa das Wiso SteuerSparbuch oder die SteuerSparErklärung. Wer die Steuererklärung nur als lästige Pflichtaufgabe sieht, der sollte eher auf eine Smartphone-App setzen. In simplen Fällen reicht eine solche App durchaus. Die Apps führen mit simplen Fragen durch die steuerlichen Themen, mehr als eine halbe Stunde Zeit muss dafür nicht nötig sein.

Die Ausgaben für eine Steuersoftware sind übrigens steuerlich absetzbar. Eigentlich gilt das zwar nur für den beruflichen Kostenanteil, also für den Teil der Steuerberatungskosten, der auf bestimmte Einkünfte entfällt. Gemischte Ausgaben, die also sowohl privat als auch beruflich bedingt sind, dürfen bis 100 Euro aber trotzdem voll abgesetzt werden.

3. Der Pendler.
Er hat zwei Wohnsitze und steuerlich nichts zu verschenken.

Vor allem eine doppelte Haushaltsführung kann steuerlich einen großen Effekt haben. Die oft hohen Kosten berücksichtigt das Finanzamt relativ großzügig, so können teilweise auch Pauschalen genutzt werden, etwa für Verpflegungsmehraufwand. Wer etwas Ehrgeiz hat, kann mit einer Steuersoftware hier gut zurechtkommen. In anderen Fällen sollte aber Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein zu Rate gezogen werden. Denn die Chance auf eine größere Steuerersparnis wiegt die Zusatzkosten in derartigen Fällen meist auf.

Zweitwohnung und ihre Ausstattung, Familienheimfahrten – bei praktisch jedem Pendler wird es wenigstens eine Ausgabe geben, die er selbst für die Steuererklärung nicht auf dem Schirm hatte. Was dann nicht in der Steuererklärung auftaucht, kann das Finanzamt auch nicht berücksichtigen, logisch!

4. Der Vermieter.
Er hat mehrere Immobilien, andere Nebeneinkünfte - und ohne Steuerthemen genug zu tun.

Bei komplexen Fällen und größeren Einnahmen, etwa aus der Vermietung, lohnt sich ein Steuerberater. Dessen Job ist es, sich auszukennen. So sollte er die Steuerlast möglichst in Grenzen halten. Übersieht er doch etwas, müsste er im Fall der Fälle für Fehler sogar haften. Der größte Teil des Beraterhonorars wird auf die Beratung zu steuerlich relevanten Einkünften entfallen und ist damit wiederrum selbst absetzbar. Das relativiert das Honorar, das schnell 500 Euro und mehr im Jahr erreichen kann. Der Steuerberater kann auch all die lästigen Aufgaben übernehmen: das Sortieren von Belegen, Briefwechsel mit dem Finanzamt…

Auch ohne Vermietung können einige Umstände die Steuererklärung verkomplizieren, etwa Unterhaltszahlungen oder selbstständig erzielte Einkünfte. Hauptberuflich Selbstständige werden meist ohnehin nicht ohne einen Steuerberater auskommen, vor allem wenn sie selbst noch Angestellte beschäftigen.

Neben diesen vier Mustertypen gibt es in der Realität unzählige weitere Fälle. Sie sollten abwägen:

- Wie groß das steuerliche Sparpotenzial erscheint?
Je größer, desto eher sind auch hohe Ausgaben für eine Beratung angebracht, etwa für den Steuerberater. Wer das Sparpotenzial nicht abschätzen kann, sollte von mittleren Ersparnissen bei guter Unterstützung ausgehen.

- Wie sehr das Thema Steuer abschreckt?
Je stärker das der Fall ist, desto eher kommt vor allem bei etwas komplexeren Fällen nur eine persönliche Beratung infrage; je nach Komplexität dann Lohnsteuerhilfeverein oder Steuerberater. Wenn nicht, spricht nichts gegen die Steuererklärung auf eigene Faust, eventuell mit digitaler Unterstützung.

- Ob die Nutzung von Software oder Handy-App infrage kommt?
Wenn ja, dann ist das bei simpleren (auch Apps geeignet) bis mittleren Fällen eine gute Option. In komplexeren Fällen eignet sich eine Steuersoftware, wenn der Nutzer etwas Bereitschaft mitbringt, sich selbst mit Steuerthemen zu befassen. Denn die Software bietet zwar viele Infos und Erklärungen, doch die müssen Nutzer lesen. Browserbasierte Dienste, wie Smartsteuer oder Wiso SteuerWeb, können auch für technische Laien relativ komfortabel nutzbar sein.

Um sich fit für die Steuererklärung zu machen, hilft Ihnen auch unser Premium-Dossier mit Steuertipps.

Laufende Ratschläge, damit Sie übers Jahr steuerlich nichts verschenken, erhalten Sie in unserem Newsletter „Recht & Steuern“, den Sie hier abonnieren können: www.wiwo.de/recht

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