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Steuererklärung Studienkosten wirken nur mit Tricks steuermindernd

Viele Eltern oder ihre Kinder selbst geben Ausbildungskosten in ihrer Steuererklärung an. Richtig zahlt sich das aber nur aus, wenn die Berufsausbildung in mehreren Stufen erfolgt.

Was sich 2016 für Sie ändert
Grundfreibetrag: Der Grundfreibetrag bei der Einkommensteuer steigt um 180 Euro auf 8652 Euro. Das heißt, es werden bei einem Ledigen erst ab einem zu versteuernden Einkommen von mehr als 8652 Euro im Jahr Steuern fällig. Bei Ehepaaren oder eingetragenen Lebenspartnern verdoppelt sich der Betrag auf 17.304 Euro. Steuererklärung: Nichtarbeitnehmer – etwa Rentner oder Vermieter – müssen erst beim Gesamtbetrag der Einkünfte von mehr als 8652 Euro eine Steuererklärung abgeben, 2015 waren es 180 Euro weniger. Freibeträge: Freibeträge bei der Lohnsteuer-Ermäßigung sind zwei Jahre gültig. Erwarten Arbeitnehmer hohe Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen, können sie beim Finanzamt einen Freibetrag beantragen. Damit wird bereits bei der monatlichen Lohnsteuer ein zu hoher Steuerabzug vermieden. Ab 2016 sind diese Freibeträge zwei Jahre gültig. Bisher mussten sie jährlich neu beantragt werden.  Quelle: dpa
Kalte Progression: Um Mehrbelastungen der Steuerzahler durch das Zusammenspiel von Lohnsteigerungen, höheren Steuersätzen und Preiserhöhungen einzudämmen, werden die Eckwerte des Einkommensteuertarifs leicht verschoben. Das heißt, der sogenannte Grenzsteuersatz gilt jeweils erst bei einem etwas höheren Einkommen. Das dämpft den Effekt der „kalten Progression“, die Steuerzahler haben unterm Strich etwas mehr Geld in der Tasche. Quelle: Imago
Kinderfreibetrag: Der Freibetrag wird 2016 auf 4608 Euro im Jahr angehoben. Der Kinderfreibetrag steigt um 96 Euro pro Kind, 48 Euro für jeden Elternteil. Er wirkt sich laut Neuem Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL) vor allem bei höherem Einkommen steuermindernd aus. Der Freibetrag für Betreuung, Erziehung oder Ausbildung bleibt unverändert. Die Summe der Freibeträge beträgt damit 2016 pro Kind und Jahr 7248 Euro. Kindergeld: Das Kindergeld wird ab 2016 um weitere zwei Euro je Kind und Monat angehoben. Das Kindergeld für das erste und das zweite Kind beträgt damit monatlich jeweils 190 Euro, für das dritte Kind 196 Euro und für das vierte und jedes weitere Kind jeweils 221 Euro. Vom kommenden Jahr an muss die Steuer-ID des Kindes sowie des Elternteils, das Kindergeld erhält, angegeben werden. Kinderzugschlag: Der Kinderzuschlag für Geringverdiener steigt um 20 Euro auf 160 Euro. Quelle: Imago
Unterhalt: Mit Anhebung des Existenzminimums sind auch 180 Euro höherer Unterhalt als außergewöhnliche Belastung absetzbar. Unterhaltszahlungen an den geschiedenen oder dauernd getrennt lebenden Ehepartner können laut Steuerzahlerbund bis zu einem Betrag von 13.805 Euro im Jahr als Sonderausgaben abgesetzt werden.
Sparer: Freistellungsaufträge sind nach Angaben des Steuerzahlerbundes nur noch mit Steuer-ID gültig: Ab dem 1. Januar 2016 seien Freistellungsaufträge nur noch wirksam, wenn die Steuer-Identifikationsnummer des Sparers vorliege. Laut Verband der Lohnsteuerhilfevereine läuft die Übergangszeit, für die bei Banken vor 2011 erteilte Freistellungsaufträge ohne Steuer-ID noch weiter gelten, Ende 2015 aus. Quelle: Imago
Altersvorsorge: Vorsorgeaufwendungen für das Alter können nach Darstellung des Steuerzahlerbundes steuerlich besser abgesetzt werden. Für die Berücksichtigung der Sonderausgaben gelte ein Höchstbetrag von 22.767 Euro (2015: 22.172 Euro). 2016 könnten maximal 82 Prozent (2015: 80 Prozent) abgesetzt werden. Das bedeute, Alleinstehende könnten 18.669 Euro, Ehepaare und eingetragene Lebenspartner 37.338 Euro geltend machen. Bei Arbeitnehmern, die in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, werde allerdings der steuerfreie Arbeitgeberanteil von den Vorsorgeaufwendungen abgezogen. Quelle: gms
Gesetzliche Rente: Der Rentenbeitrag bleibt bei 18,7 Prozent. Die Renten dürften zum 1. Juli 2016 um knapp 4,4 Prozent im Westen und um rund fünf Prozent im Osten steigen. Genau entscheidet sich das im Frühjahr. Rentenbesteuerung: Der steuerpflichtige Rentenanteil steigt 2016 von 70 auf 72 Prozent. Somit bleiben nur noch 28 Prozent der ersten vollen Bruttojahresrente steuerfrei. Dieser Anteil gilt für im Jahr 2016 neu hinzukommende Rentnerjahrgänge. Bei Bestandsrenten bleibt der festgesetzte steuerfreie Rentenanteil bestehen. Quelle: dpa

Seit einer Gesetzesänderung, die rückwirkend bis 2004 gewirkt hat, können Studenten Kosten von Erststudium oder Erstausbildung nur noch als Sonderausgaben steuerlich abziehen, bis maximal 6000 Euro pro Jahr. Der große Nachteil: Während nicht verbleibende Werbungskosten (also steuerliche Verluste) auch in Folgejahre übertragen werden können, können Sonderausgaben nur mit Einkünften desselben Jahres verrechnet werden. Studenten bringen Sonderausgaben daher nur etwas, wenn sie nebenher schon entsprechend hohe Einkünfte haben.

Das dürfte eher selten der Fall sein. Wer sich gegen die umstrittene Regelung wehren möchte, hat noch eine Chance: Studenten im Erststudium können ihre Kosten in der Steuererklärung als Werbungskosten eintragen. Das Finanzamt wird das zwar ablehnen.

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Dann aber legen die Studenten Einspruch ein und beantragen mit Verweis auf mehrere ausstehende Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts (2 BvL 23/14, 2 BvL 24/14 und 2 BvL 26/14) das Ruhen des Verfahrens. Wann mit einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zu rechnen ist, ist derzeit noch offen.

Studienkosten als zweite Berufsausbildung bieten mehr Vorteile

Sonst kann es allenfalls mit Tricks klappen, die Studienkosten doch als Werbungskosten anerkannt zu bekommen. So werden die Kosten eines Zweitstudiums, eines Studiums nach abgeschlossener Ausbildung und eines Studiums im Rahmen eines Dienstverhältnisses weiterhin als Werbungskosten akzeptiert. Studenten, die vor Studienbeginn eine Ausbildung absolvieren, haben so steuerliche Vorteile. Ihre Kosten werden dann zu Werbungskosten.

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Medizinstudenten entscheiden sich deshalb teilweise für eine vorgeschaltete Ausbildung als Rettungssanitäter. Im Schnelldurchlauf lässt sich die in vier bis sechs Monaten absolvieren. Doch seit Anfang 2015 reichen Kurzausbildungen nicht mehr: Nach einer Gesetzesänderung gelten nur noch Ausbildungen von wenigstens zwölf Monaten und mit Abschlussprüfung.

Doch in einigen Fällen sind solche Tricks gar nicht nötig: Masterstudiengänge nach einem Bachelor zählen genauso als Zweitstudium wie ein Referendariat nach dem Ersten Staatsexamen, etwa bei Jura-Studenten.

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