WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Steuerhinterziehung Schweizer Bank UBS in Visier französischer Behörden

Die französische Justiz geht gegen die UBS wegen Verdachts auf Beihilfe zur Steuerhinterziehung und Geldwäsche vor. Im Fokus stehen dabei zwei UBS-Manager, getarnte Banker, verschlüsselte Notebooks und ominöse „Milchbücher“.

Steuertricks, die der Fiskus sofort entlarvt
Arbeitszimmer lassen sich steuerlich geltend machen. Wer aber versucht, das Kinderzimmer oder die Abstellkammer als Büro zu deklarieren, kann damit auf die Nase fallen. Kontrollen der Finanzbeamten sind nämlich gar nicht so unüblich. Quelle: dpa
Ein ebenfalls beliebter Trick ist, aus dem tatsächlichen Arbeitsweg von 25 Kilometern eine Strecke von 40 Kilometern zu machen, um so eine höhere Pendlerpauschale abzugreifen. Das ist sowohl rechtswidrig, als auch leicht durchschaubar. Routenplaner sei dank, fällt dieser Trick binnen Sekunden auf. Einen kleinen Umweg zu machen, um beispielsweise Stauknotenpunkte zu umfahren, ist dagegen völlig in Ordnung. Quelle: dpa
Prinzipiell lohnt es sich, relevante Quittungen aufzuheben und mit der Steuererklärung einzureichen. Die Betonung liegt auf relevant. Wer jede Buchquittung einreicht, muss damit rechnen, dass der Fiskus prüft, um was für Bücher es sich handelt. Die Liebesschnulze als notwendige Fachliteratur zu deklarieren ist deshalb schwierig. Quelle: dpa
Wer zu einem Bewerbungsgespräch fährt, kann die Fahrtkosten wie auch die Kosten für die Bewerbung an sich, steuerlich geltend machen. Wer allerdings angibt, mehrere hundert Euro für ein Bewerbungsbild ausgegeben zu haben oder quer durch die ganze Republik gefahren zu sein, muss sich auf Nachfragen der Finanzbeamten einstellen. Quelle: dpa
Auch die Kosten für Weiterbildungen sollte man nur dann von der Steuer absetzen, wenn das Seminar nicht ohnehin vom Arbeitgeber bezahlt worden ist. Fliegt es auf, dass Arbeitnehmer Kosten absetzen wollen, die sie gar nicht hatten, gibt das richtig Ärger.
Dem Fiskus Kapitalerträge zu verheimlichen lohnt sich nicht. Banken aus dem EU-Ausland melden Zinserträge automatisch dem Staat, von deutschen Geldhäusern können die Beamten die Jahresbescheinigung anfordern. Quelle: dpa
Wer seinen Kindern die Gewinne aus Aktiendeals überweist, kann prinzipiell die Steuern auf Kapitalerträge umgehen, da die Kinder einen eigenen Sparerfreibetrag einrichten können. Allerdings gibt es Ärger mit dem Finanzamt, wenn die Eltern noch Zugriff auf das Geld haben. In diesem Fall handelt es sich nämlich um eine Scheinübertragung - und die ist nicht zulässig. Quelle: AP

Die Schweizer Großbank UBS kommt nicht aus den Negativschlagzeilen. Gerade berät das Schweizer Parlament ein Gesetz, mit dem der Steuerstreit zwischen den USA und Schweizer Banken beigelegt werden soll. Das Gesetz soll es Schweizer Banken künftig erlauben, mit US-Steuerfahndern und Ermittlungsbehörden zusammenzuarbeiten. Zwar stößt der Gesetzentwurf in der Schweiz auf eher wenig Gegenliebe, aber die Chancen für eine Verabschiedung bis zum Sommeranfang sind aufgrund der harten Haltung der Amerikaner und einem Mangel an Alternativen gestiegen. Bereits 2010 hatten US-Ermittler die Kontodaten von fast 4500 US-Kunden der Großbank UBS erhalten. Auf massiven Druck der Amerikaner hin hatten die Schweizer seinerzeit mit einem eigenen Gesetz die Weitergabe der Daten legalisiert. Die US-Behörden hatten der UBS vor geworfen, Beihilfe zur Steuerhinterziehung zu leisten. Das Parlament hatte das Gesetz erst im zweiten Anlauf durchgewinkt.

Die berühmten Schweizer Banken stehen in etlichen Ländern unter Beschuss. Jetzt machen auch Frankreichs Behörden mobil gegen die UBS. Wie Schweizer Tageszeitungen berichten, geht es dabei zunächst um den Vorwurf, in Frankreich unerlaubt Kunden geworben zu haben. Das französische Recht erlaubt es ausländischen Banken nicht, aktiv um Kunden zu werben. Die dafür erforderlichen Lizenzen erhalten nur französische Kreditinstitute. Offenbar haben die Behörden den Verdacht, dass vermögende Kunden mit der Aussicht auf Steuerfreiheit mit krimineller Energie geködert wurden. Ins Rollen kamen die Ermittlungen nach ersten Hinweisen der französischen Bankaufsicht.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%