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Steuerlast optimieren Auf zum großen Steuersparfinale

Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Wer jetzt noch Ausgaben tätigt, die er später bei der Steuererklärung absetzen kann, optimiert auf elegante Weise seine Steuerlast. Ein Ratgeber für den Jahresendspurt.

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So sparen Sie vor Jahresende bares Geld
Lohnsteuerkarte fuer das Jahr 2010 Quelle: dapd
Last minute Steuern sparenDas Jahr neigt sich dem Ende zu. Doch bevor sie die Adventskerzen anzünden und Weihnachtsplätzchen backen, sollten sich Steuerzahler noch einmal Zeit für ihre Steuerunterlagen nehmen. Der Bund der Steuerzahler gibt wertvolle Tipps, mit denen sich jetzt noch bares Geld sparen lässt. Quelle: dpa
Freiwillige Steuererklärung bis zum JahresendeViele Steuerzahler sind gar nicht dazu verpflichtet eine Einkommensteuererklärung abzugeben. Das gilt grundsätzlich für alleinstehende Arbeitnehmer, die nur bei einem Arbeitgeber beschäftigt sind. „Eine freiwillige Steuererklärung kann sich aber trotzdem lohnen“, sagt Anita Käding vom Bund der Steuerzahler, „bei hohen Werbungskosten, Spenden oder außergewöhnlichen Belastungen kann der Steuerzahler mit ordentlichen Rückzahlungen rechnen.“ Wer nicht zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet ist, kann sie noch vier Jahre nach Ablauf des betreffenden Steuerjahres abgeben. Die Frist für die Abgabe der Erklärung für 2008 endet also am 31. Dezember 2012. Quelle: dpa
Oh du schöne SpendenzeitIn der Adventszeit werben gemeinnützige Organisationen besonders intensiv um Spender. Wer mit finanziellen Mitteln etwas Gutes tut, sollte das auch seinem Finanzamt sagen. Kirchliche, mildtätige und gemeinnützige Spenden können bis zu einer Höhe von 20 Prozent des sogenannten Gesamtbetrags der Einkünfte als Sonderausgaben von der Steuer abgesetzt werden, sie reduzieren also die Summe der Einkünfte und damit auch die Steuerlast. „Überschreiten die geleisteten Spenden diesen Höchstbetrag, können diese in die nächsten Jahre vorgetragen und dann steuerlich geltend gemacht werden“, sagt Käding. Ohne Beleg funktioniert das aber nicht. Bei Spenden bis 200 Euro genügt die Vorlage eines Kontoauszuges, bei höheren Beträgen braucht der Spender eine formale Spendenbescheinigung. Quelle: AP
Von Verlusten profitierenAnleger, die Depots bei verschiedenen Banken unterhalten und Verluste gemacht haben, sollten sich diese Verluste von den Banken bescheinigen lassen. Der Vorteil: In der Einkommensteuererklärung können Verluste im einen Depot mit Gewinnen im anderen Depot verrechnet werden. Das senkt die Summe der Kapitalerträge und damit auch die Steuerlast. Können die Verluste in der Steuererklärung für 2012 nicht genutzt werden, weil ihnen keine Gewinne gegenüber stehen, werden sie im folgenden Jahr vom Finanzamt berücksichtigt. Den Antrag müssen Steuerzahler jedoch spätestens bis zum 15. Dezember 2012 bei der Bank stellen. Quelle: dpa
Kosten für Kinderbetreuung Seit diesem Jahr können alle Eltern die Kosten für die Betreuung ihrer Kinder im Alter bis 14 Jahre von der Steuer absetzen. Als Sonderausgaben können pro Jahr zwei Drittel der Kosten, maximal aber 4.000 Euro abgezogen werden. Bisher konnten solche Ausgaben nur dann geltend gemacht werden, wenn beide Elternteile arbeiteten oder besondere persönliche Umstände, wie Ausbildung, Krankheit oder eine Behinderung vorlagen. Entsprechende Belege wie beispielsweise der Betreuungsvertrag oder Kontoauszüge sollten daher nicht zum Jahresende aussortiert werden, sondern für die Einkommensteuererklärung 2012 aufgehoben werden. Quelle: dpa
Kassensturz I: GesundheitskostenKosten für Zahnersatz, Brillen, Kuren und Zuzahlungen zu Rezepten sowie die Arztpraxisgebühr können bei der Einkommensteuererklärung als außergewöhnliche Belastungen berücksichtigt werden. Dies gilt jedoch nur, wenn die Kosten über der zumutbaren Eigenbelastung liegen. Diese Grenze richtet sich nach dem Familienstand, der Anzahl der Kinder und dem sogenannten Gesamtbetrag der Einkünfte. „Bei einer Familie mit drei Kindern und einem Gesamtbetrag der Einkünfte von 40.000 Euro wird der zumutbare Eigenanteil beispielsweise bei 400 Euro überschritten“, sagt Anita Käding. Die Steuer-Expertin empfiehlt: „Wer knapp unter der Grenze liegt, kann beispielsweise noch in diesem Jahr eine neue Brille kaufen und den Fiskus damit an seinen Gesundheitskosten beteiligen.“ Wer dagegen die Belastungsgrenze in diesem Jahr nicht mehr erreichen kann, verschiebt die Anschaffungen besser ins nächste Jahr. Wichtig in jedem Fall: Als Nachweis müssen die Belege gesammelt werden. Quelle: dapd

An Silvester verpulvern die Deutschen wieder einen dreistelligen Millionenbetrag. Doch leider lassen sich Kracher und Kometenschweif steuerlich nicht geltend machen – jedenfalls nicht von Privatleuten. Ein wahres Feuerwerk für Steuersparer lässt sich dennoch entfachen. Dazu müssen Steuerzahler nur ihre Ausgaben bis zum Jahresende sinnvoll planen. „Beim Jahresendspurt ist richtig viel Geld rauszuholen“, sagt etwa Martina Bruse vom neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine.

Wer also seine Steuerlast für 2012 möglichst noch senken möchte, sollte seine Möglichkeiten dazu schnell und systematisch prüfen, damit in den wenigen Wochen bis zum Jahresende auch alle Maßnahmen unter Dach und Fach sind. Arbeitnehmer, Rentner, Anleger oder Hausbesitzer etwa haben eine Reihe von Möglichkeiten, schon jetzt die Höhe der absetzbaren Beträge noch bis zum Jahresende zu beeinflussen. Für Steuersparer ist es also Zeit für einen Endspurt.

Grob überschlagen

Um herauszufinden, ob und wo Steuerzahler jetzt noch den Sparhebel ansetzen können, ist zunächst eine Bestandsaufnahme nötig. Arbeitnehmer sollten daher zunächst prüfen, ob die Summe ihrer Werbungskosten für das Steuerjahr 2012 den vom Finanzamt immer gewährten Arbeitnehmerpauschalbetrag von 1000 Euro übersteigt. Zu den Werbungskosten zählen etwa die Fahrten zur Arbeit, Fachliteratur, Bewerbungskosten oder Arbeitsmittel wie Laptop oder Druckerpatronen.

Das sind die wichtigsten Formulare

Auch bei den „außergewöhnlichen Belastungen“ gilt, zunächst eine Hürde zu nehmen. Denn beispielsweise Krankheitskosten, die der Steuerpflichtige selbst getragen hat, akzeptieren die Steuerbehörden nur dann als außergewöhnlichen Belastungen, wenn sie einen zumutbaren Eigenanteil übersteigen. Diese „Zumutbarkeitsgrenze“ liegt abhängig vom Familienstand und der Höhe der Einkünfte bei einem bis sieben Prozent der steuerrelevanten Einkünfte. Ein alleinstehender Rentner etwa mit einem Einkommen von 40.000 Euro im Jahr muss also schon Krankheitskosten von mehr als 2400 Euro nachweisen, damit das Finanzamt die Ausgaben überhaupt als steuermindernd akzeptiert. Der Betrag entspricht sechs Prozent der Einkünfte. Ein Ehepaar drei Kindern und ebenfalls einem Haushaltseinkommen von 40.000 Euro erreicht die Zumutbarkeitsgrenze hingegen schon bei Ausgabe in Höhe von 400 Euro.

Wenn der Steuerberater einen Fehler macht

Für Arbeitnehmer, die diese Hürden locker nehmen, zahlt sich jeder weitere vom zu versteuernden Einkommen absetzbare Euro bei der Steuererklärung für 2012 aus. Wer aber alle Werbungskosten zusammenkratzt und unter den 1000 Euro bleibt, bekommt trotzdem die Pauschale bei der Steuererklärung vom zu versteuernden Einkommen abgezogen. Die Suche nach weiteren Werbungskosten wäre also steuerlich ohne Effekt.

Allerdings erreichen viele Arbeitnehmer die 1000-Euro-Grenze schon aufgrund der Tatsache, dass sie eine längere Anfahrt zur Arbeitsstätte haben. Auch wer ein Arbeitszimmer absetzen kann oder hohe Fortbildungskosten hatte, hat gute Chancen. Wird die Grenze sicher erreicht, kann die Suche nach Optimierungspotenzial losgehen.

Werbungs- und Krankheitskosten bündeln


Wie sich die Steuern 2013 verändern
Aufbewahrungsfristen: Für Unternehmen soll es eine weitere Steuervereinfachung gebe – einige Aktenordner können bald aussortiert werden. Künftig müssen Firmen Rechnungen und Belege nicht mehr zehn Jahre aufbewahren. Von 2013 an gilt eine Aufbewahrungsfrist von acht Jahren und ab 2015 von dann dauerhaft sieben Jahren. Nach Angaben der Koalition kann sich der Aufwand für die Unternehmen damit um bis zu 2,5 Milliarden Euro reduzieren. Quelle: dpa
„Goldfinger“: Die schwarz-gelbe Koalition geht gegen ein Steuersparmodell vor, mit dem Top-Verdiener mit Goldanlagen den Fiskus zunehmend austricksen. Dabei werden Rohstoffe oder Edelmetalle über Auslandsgesellschaften gekauft, was zunächst zu Verlusten führt und die Steuerlast senkt. Quelle: dpa
„Goldfinger“: Werden die Metalle später verkauft, entstehen zwar Gewinne. Diese wirken sich aber bei Top-Verdienern wegen der Doppelbesteuerungsabkommen nicht auf die Besteuerung in Deutschland aus. Die Einnahmeausfälle für den Staat summieren sich Schätzungen zufolge auf jährlich 700 Millionen Euro – aufgrund der zweifelhaften Legalität wurde der Steuertrick nach dem James-Bond-Bösewicht benannt, der seine Opfer in Gold hüllte. Quelle: dapd
Elektroautos: Teil des Gesetzespakets sind weitere Steueranreize für Elektroautos als Dienstwagen. Nach heutigem Recht muss ein Arbeitnehmer, der seinen Firmenwagen privat nutzt, monatlich ein Prozent des Listenpreises als geldwerten Vorteil versteuern. Bei dieser Regelung gilt das Elektroauto wegen der höheren Anschaffungskosten finanziell aber als unattraktiv – doch das soll sich ändern. Quelle: dpa
Elektroautos: Denn Nutzer eines Strom-Firmenwagens hätten wegen des höheren Listenpreises einen weit größeren geldwerten Vorteil zu versteuern. Bei E-Fahrzeugen soll nun die sehr teure Batterie ausgeklammert werden; ihr Anteil am Wert des Fahrzeugs würde dann nicht mehr die Steuerlast erhöhen. Quelle: dpa
Private Bildungseinrichtungen: Umsatzsteuerfrei bleiben private Musik-, Tanz- und Ballettschulen. Ursprünglich sollten alle privaten Bildungseinrichtungen, die nicht der Berufsvorbereitung dienen, mit der Umsatzsteuer von 19 Prozent belegt werden. Die Neuregelungen zur Umsatzsteuerfreiheit von Bildungsleistungen sind insgesamt aus dem Regierungsentwurf herausgenommen worden. Dies betrifft auch gewerbliche Fortbildungsinstitute, die damit wie gehabt vorsteuerberechtigt bei der Umsatzsteuer sind. Quelle: dpa
Wehrsold: Nicht mehr Bestandteil der Gesetzespläne ist die ursprünglich vorgesehene Besteuerung des Wehrsolds. Die Bezüge von Reservisten bleiben steuerfrei. Beim freiwilligen Wehrdienst wird der Grundwehrsold freigestellt. Durch den steuerlichen Grundfreibetrag und Pauschalen werden auch darüber hinausgehende Bezüge weitgehend steuerlich verschont. Verzichtet wird aber auf das vorgesehene Kindergeld für Eltern freiwillig Dienender. Quelle: dapd

Jeder Arbeitnehmer hat Ausgaben im Zusammenhang mit dem Erhalt und der Bereitstellung seiner Arbeitskraft. Arbeitskleidung, Weiterbildung, Anfahrtskosten, Fachliteratur und vieles mehr lassen die Werbungskosten steigen. Das Vorziehen von Ausgaben in diesem Bereich wirkt sich somit  unmittelbar steuermindernd aus. Wird etwa die geplante Anschaffung eines Computers noch in diesem Jahr getätigt und auch vor dem 31.12.2012 bezahlt, ist der Kaufpreis den Werbungskosten zuzurechnen und senkt unmittelbar die zu versteuernden Einkünfte. Gleiches gilt etwa für Fortbildungskurse, Büromaterial, Büromöbel oder das beruflich genutzte Smartphone. Dabei ist allerdings zu beachten, dass Steuerzahler Anschaffungen nur bis zu einem Kaufpreis von 487,90 Euro inklusive Mehrwertsteuer in einem Rutsch für das Steuerjahr 2012 geltend machen können. Was teurer ist, muss über mehrere Jahre verteilt abgeschrieben werden. Bei Computern sind das in der Regel drei Jahre. Für 2012 wäre dann nur ein Drittel des Kaufpreises steuerwirksam. Wichtig ist, dass der Rechnungsbetrag noch 2012 gezahlt wird. Auch die vorzeitige Zahlung von Fortbildungskursen, die erst 2013 stattfinden, erkennt das Finanzamt an.

Vorweggenommene Werbungskosten von Studenten
Dem Streit zwischen dem BFH und der Finanzverwaltung, ob Studenten ihre Studienkosten als vorweggenommene Werbungskosten über den Verlustvortrag beim Berufseinstieg als Steuerminderung nutzen können , hat die Bundesregierung per Gesetz ein Riegel vorgeschoben. Allerdings ist der Streit damit noch nicht beigelegt, da gegen die Klarstellung im Gesetz wieder Verfahren beim BFH anhängig sind. Gut möglich also, dass sich die Finanzverwaltung irgendwann der Rechtsauffassung des BFH anschließen wird.. „In der Praxis rate ich meinen Mandanten dazu, diese Kosten geltend zu machen“, berichtet Steuerberater Alexander Kimmerle vom Beratungsunternehmen Ecovis in Kempten. „Wir erstellen für die studierenden Kinder unserer Mandanten eine Steuererklärung und melden die Werbungskosten dem Finanzamt. Das ist eine vorsorgliche Maßnahme, für den Fall, dass sich die Rechtslage zugunsten der Studenten ändert.“ Sofern die Steuererklärung des studierenden Kindes freiwillig ist, kann sie auch bis zu vier Jahre rückwirkend erfolgen. Wer sich beeilt, kann also noch die Steuererklärung für das Jahr 2008 nachholen und Studienkosten als Werbungskosten angeben.

Krankheitskosten bündeln

In manchen Jahren kommt es dicke: Erst ein langwieriger Krankenhausaufenthalt, dann noch eine neue Brücke vom Zahnarzt, eine zu Bruch gegangene Brille muss ersetzt und außerdem die Zahnspange für den Sprössling bezahlt werden. Wer für sich und seine Familie viel Geld für die Erhaltung der Gesundheit ausgibt, kann auf Unterstützung vom Finanzamt hoffen. Denn übersteigen die Kosten den bereits erwähnten zumutbaren Eigenanteil (Zumutbarkeitsgrenze), können sie als „außergewöhnliche Belastungen“ in der Steuererklärung geltend gemacht werden. Auch diese Ausgaben mindern das zu versteuernde Einkommen. Von den Gesamtkosten wird allerdings der zumutbare Eigenanteil abgezogen. Akzeptiert wird alles, was vom Arzt verordnet, aber von der Krankenversicherung nicht gezahlt wird, also auch der Eigenanteil für verschriebene Medikamente, Kuren oder Therapien, sogar für künstliche Befruchtungen. Wer also mit seinen Ausgaben über seiner Zumutbarkeitsgrenze liegt, sollte sich unter steuerlichen Aspekten fragen, ob er nicht noch weitere Krankheitskosten in das laufende Jahr vorverlagern kann. Wer die Brille erst im neuen Jahr kauft, hat steuerlich nur dann etwas davon, wenn er erneut die Zumutbarkeitshürde überwindet.

Tipps zum Steuern sparen


Krankenversicherung und Handwerker bezahlen


US-Metropole Philadelphia führt Limo-Steuer ein
Limo-SteuerWer in der US-Metropole Philadelphia künftig ein zuckerhaltiges Getränkt kauft, muss demnächst einige Cent draufzahlen. Der Stadtrat von Philadelphia verabschiedete am 16. Juni 2016 eine Sondersteuer von etwa 50 Cent pro Liter Limonade. Damit will die Stadt gerade Kindern und Jugendlichen mehr Gesundheitsbewusstsein vermitteln. Eine Sondersteuer für zuckerhaltige Limos gibt es in den USA nur in Berkeley in Kalifornien. Die Steuer in Philadelphia gilt für Limonaden, Sportgetränke, aromatisiertes Wasser und vorgesüßte Tee- und Kaffeegetränke. Nicht betroffen sind Milchgetränke und Fruchtsäfte. Die Steuer soll ab Anfang 2017 erhoben werden. Quelle: dpa
Red-Bull-Steuer In Frankreich sollte es künftig eine sogenannte Red-Bull-Steuer geben. Die Abgeordneten der Nationalversammlung stimmten im Oktober 2013 für einen Vorschlag, der die Einführung einer saftigen Abgabe auf Energy Drinks vorsieht. Sie sollte eine 0,25-Liter-Dose um rund 25 Cent teurer machen und Schätzungen zufolge rund 60 Millionen Euro pro Jahr in die Staatskasse spülen. Begründet wurde das Steuerprojekt mit Gesundheitsrisiken, die von diesen Getränken ausgehen könnten. Doch aus dem Projekt wurde nichts: Bereits ein Jahr später kippte das französische Verfassungsgericht die Idee mit der Begründung, der „Aufschlag für Energy Drinks sei derzeit nicht verfassungskonform“. Quelle: REUTERS
Cola-SteuerSchlechte Ernährung und mangelnde Bewegung haben dazu geführt, dass es mittlerweile in Mexiko prozentual mehr Übergewichtige gibt als in den USA. 70 Prozent der Erwachsenen sowie 30 Prozent der Kinder und Jugendlichen gelten als zu schwer. Fast jeder zehnte erwachsene Mexikaner leidet an Diabetes. Mit einem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 140 Litern liegen die Mexikaner beim Konsum von Softdrinks an zweiter Stelle hinter den Vereinigten Staaten, wie aus den jüngsten Erhebungen der US-Universität Yale und von Industrieverbänden hervorgeht. Die Folge: Die mexikanische Regierung führte eine sogenannte Cola-Steuer von einem Peso (sechs Cent) pro Liter ein, ungefähr zehn Prozent des Preises – mit positivem Erfolg: Ein Jahr nach Einführung der Steuer war der Verkauf von mit Zucker gesüßten Getränken um zwölf Prozent gesunken. Quelle: AP
Nutella-SteuerDie Nuss-Nougat-Creme geht es in Frankreich an den Kragen: Dort werden Schokoriegel und Schokocremes teurer. Der Senat in Paris hatte sich für höhere Steuern auf Grundstoffe des beliebten Brotaufstrichs ausgesprochen. Trotz massenhafter Unterstützung für die süße Creme verabschiedeten die Senatoren Regelungen, mit denen die Steuern auf Palmöl und andere pflanzliche Öle verdreifacht werden sollen. Damit wollen sie Fettleibigkeit bekämpfen. Die „Nutella-Steuer“ würde alle Nahrungsmittel, die solche Öle enthalten, betreffen. Doch nach Protesten aus Anbauländern hat die französische Nationalversammlung ihre Pläne für eine Sonderabgabe auf Palmöl deutlich abgeschwächt. Die Abgeordneten stimmten im März 2016 für eine Nutella-Steuer in Höhe von 30 Euro pro Tonne Palmöl im Jahr 2017. Bis 2020 soll diese Abgabe auf 90 Euro pro Tonne steigen. Quelle: dpa
Fett-Steuer In Dänemark gab es vom 1. Oktober 2011 bis zum 31. Dezember 2012 die sogenannte Fett-Steuer. Nach nur einem Jahr wurde diese allerdings wieder abgeschafft. Die Steuer galt für alle Lebensmittel mit einem Anteil von 2,3 Prozent an gesättigten Fettsäuren – zum Beispiel für Butter, Milch, Fleisch und Pizzen. Pro Kilogramm gesättigter Fettsäuren wurden 16 Kronen (2,15 Euro) fällig. Damit wurde ein Paket Butter um 2,60 Kronen und ein Kilo Schweinehackfleisch um 1,30 Kronen teurer. Die Maßnahme sollte die Bevölkerung davon abhalten, zu viel der als ungesund geltenden Fette zu essen. Allerdings hatte sie der Wirtschaft mehr geschadet als der Gesundheit genutzt und wurde daher schnell gekippt. Quelle: dpa
Limousinen-SteuerSeit 2009 erhebt der US-Bundesstaat New York eine erhöhte Steuer auf bestimmte Transport-Services, unter anderem eine Limousinen-Steuer. Normale Taxifahrten sind von der Steuer ausgenommen. Quelle: AP
Automatenobst-SteuerKalifornien möchte sein gesundheitsbewusstes Image pflegen. Deshalb ist frisches Obst von der Mehrwertsteuer ausgenommen. Mit einer Ausnahme: Wenn es am Automaten gekauft wird, besteuert es der Bundesstaat mit satten 33 Prozent. Quelle: AP

Vorgezogene Krankenversicherungsbeiträge

Schon seit 2010 dürfen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung der Höhe nach unbegrenzt von der Steuer abgesetzt werden. Dies gilt sogar für Vorauszahlungen der Kassenbeiträge bis zum 2,5-fachen eines Jahresbetrags. Vor allem Privatversicherte bietet sich somit die Möglichkeit, noch vor Jahresende steuerwirksam die Beiträge für das kommende Jahr zu zahlen. Sie können die Basisbeiträge sowie Pflegepflichtbeiträge geltend machen. Diese Maßnahme lohnt sich besonders, wenn die Einkünfte dieses Jahr voraussichtlich höher als im kommenden Jahr sind.

Wer so vorgeht, eröffnet sich gleich noch eine weitere Gelegenheit zur Steuerersparnis. Denn Privatversicherte schöpfen mit ihren steuerwirksamen Kassenbeiträgen die maximal abzugsfähigen Vorsorgeaufwendungen schnell aus. Diese liegen bei Beamten meist bei 1900 Euro, bei Selbstständigen bei 2800 Euro pro Jahr. Andere Vorsorgeaufwendungen fallen dann beim Finanzamt unter den Tisch. Fallen aber aufgrund der Vorauszahlungen zur privaten Krankenversicherung in kommenden Jahren keine oder nur geringe PKV-Beiträge an, können Steuerpflichtige zusätzlich auch die übrigen Versicherungsbeiträge absetzen – etwa Beiträge zur Arbeitslosen-, Unfall- und Haftpflichtversicherung.

Handwerker beauftragen

Anders als bei den beiden erstgenannten Punkten ist die Beauftragung eines Handwerkers vor Jahresende ein kleines Steuer-Spar-Feuerwerk. Denn die Handwerkerrechnungen mindern nicht das zu versteuernde Einkommen, sondern werden direkt von der veranschlagten Steuerschuld abgezogen. Allerdings kommen dafür nur die Arbeits- und Anfahrtskosten sowie die Miete für vom Handwerker benutzte Maschinen, nicht aber die Materialkosten wie zum Beispiel Ersatzteile. Von den so kalkulierten Kosten dürfen 20 Prozent, maximal jedoch 1200 Euro im Steuerjahr geltend gemacht werden. Der so errechnete Betrag senkt die Steuerzahlung für das laufende Jahr jedoch in vollem Umfang.

Was sich alles von der Steuer absetzen lässt - und was nicht


Das Finanzamt akzeptiert bei Immobilieneigentümern ebenso wie von Mietern alle Handwerkerrechnungen, die in den Bereich Modernisierung, Erhalt oder Modernisierung fallen. Wer also zum Beispiel dringende Reparaturen zu erledigen hat, weil es aus der Heizung tropft oder der Computer nicht mehr startet, sollte zusehen, dass der Installateur oder IT-Dienstleister noch in diesem Jahr kommt und auch sein Geld vor Sylvester erhält. Wer allerdings die 1200 Euro schon ausgeschöpft hat, sollte mit dem Auftrag warten oder den Handwerker zumindest bitten, die Rechnung erst im neuen Jahr zu stellen.

Minijobber im Haushalt und Wertpapierverluste


Beispiele für den Mehrwertsteuer-Irrsinn
Bei Edelmetallen herrscht ein wahrer Steuerdschungel, der für Laien kaum zu durchschauen ist. So sind etwa Goldmünzen oder -barren, die die Voraussetzungen für Anlagegold erfüllen, vollständig von der Mehrwertsteuer befreit. Münzen und Barren aus Silber sind meist mit 19 Prozent besteuert – für bestimmte Silbermünzen gelten aber Ausnahmen. Dann wird nur der ermäßigte Steuersatz von 7 Prozent angesetzt. Diese Münzen werden jährlich vom Bundesfinanzministerium bestimmt. Für andere Edelmetalle wie Platin oder Palladium ist stets der volle Steuersatz von 19 Prozent fällig. Noch komplizierter wird es bei den folgenden Beispielen, die sogar vor Gericht gingen. Quelle: dapd
Personen warten vor einer Pommesbude Quelle: dpa/dpaweb
Leute im Biergarten Quelle: dpa
Erstklässler in einer Mensa Quelle: dpa
Essen in einer Mensa Quelle: dapd
Mensaessen Quelle: dpa
Leute in einem Krankenhaus Quelle: dpa

Haushaltsnahe Dienstleistungen

Gleiches gilt generell für die haushaltsnahen Dienstleistungen, wie es im Steuerdeutsch heißt. Die Kosten für Gärtner, Putzhilfe, Umzugsunternehmen oder Pflegekraft dürfen ebenfalls abgesetzt werden. Voraussetzung ist, dass es eine Rechnung gibt und der Steuerzahler per Überweisung bezahlt hat. Dann lassen sich ebenfalls 20 Prozent der Lohnkosten bis zu den einzelnen Höchstbeträgen beim Finanzamt einreichen. Bei Putzhilfen oder ähnlichen Haushaltshelfern gilt: sie sollten zudem als Minijobber im Privathaushalt gemeldet sein. Da der Steuerpflichtige dann als Arbeitsgeber fungiert und 30 Prozent pauschal als Sozialabgaben leistet, kann er pro Minijobber 520 Euro angeben. „Der Minijob-Lohn könnte vom Gesetzgeber im kommenden Jahr auf 450 Euro steigen“, sagt Steuerberater Kimmerle. „Damit stiege der absetzbare Betrag auf 585 Euro. Kommt die Änderung, wird sie frühestens zum 1.1.2013 greifen.“

Verluste aus Wertpapierverkäufen

Wer seine Ersparnisse in Wertpapiere oder Bankprodukte gesteckt hat, kann eine weitere Chance zur Steueroptimierung nutzen. Denn grundsätzlich lassen sich Verluste der einen Anlage mit den Gewinnen einer anderen Anlage verrechnen. Liegen alle Wertpapiere in einem Depot, verrechnet die Bank Gewinn und Verlust automatisch. Hat der Anleger hingegen mehrere Depots, muss er dem Finanzamt für die Verrechnung eine Verlustbescheinigung vorlegen, die er spätestens bis zum 15. Dezember bei der Bank beantragt haben muss. Außerdem lassen sich Anlageverluste auch erst in den späteren Jahren mit Gewinnen verrechnen. Altverluste, die vor der Einführung der Abgeltungsteuer 2009 anfielen und vom Finanzamt bescheinigt wurden, können allerdings nur noch bis Ende 2013 verrechnet werden. Danach verfallen diese steuermindernden Verluste endgültig.

Weil den Banken meist die nötigen Informationen fehlen, führen diese bei Aktienverkäufen, die während des Jahres stattfanden und Gewinn abwarfen, regelmäßig die 25-prozentige Abgeltungsteuer ab (26,4 Prozent inklusive Solidaritätszuschlag). Das zu viel gezahlte Geld kann sich der Steuerzahler mit der Verlustverrechnung im Rahmen seiner Einkommensteuererklärung zurückholen.

Steuern & Recht



Nachträgliche Zinsen aus Vermietungen absetzbar

Wer eine Immobilie zur Vermietung besitzt und diese finanziert hat, erwirtschaftet wegen der Zinszahlungen möglicherweise einen Verlust, den er bei Steuer geltend machen kann. Mitunter macht der Steuerzahler sogar noch Verluste, wenn er die Immobilie inzwischen wieder verkauft hat. In jedem Fall sollten diese ehemaligen Vermieter Zinsaufwendungen steuerlich geltend machen, rät der Bund der Steuerzahler.

Denn die jüngste Änderung der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (Aktenzeichen: IX R 67/10) erlaubt den Abzug als nachträgliche Werbungskosten, wenn das Darlehen der Finanzierung der Immobilie diente und nicht vollständig durch den Verkaufserlös getilgt werden konnte. Ob dieser Abzug auch bei nicht steuerpflichtigen Verkäufen von Grundstücken gilt, ist noch umstritten.

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