WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Steuerlast optimieren Auf zum großen Steuersparfinale

Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Wer jetzt noch Ausgaben tätigt, die er später bei der Steuererklärung absetzen kann, optimiert auf elegante Weise seine Steuerlast. Ein Ratgeber für den Jahresendspurt.

So sparen Sie vor Jahresende bares Geld
Lohnsteuerkarte fuer das Jahr 2010 Quelle: dapd
Last minute Steuern sparenDas Jahr neigt sich dem Ende zu. Doch bevor sie die Adventskerzen anzünden und Weihnachtsplätzchen backen, sollten sich Steuerzahler noch einmal Zeit für ihre Steuerunterlagen nehmen. Der Bund der Steuerzahler gibt wertvolle Tipps, mit denen sich jetzt noch bares Geld sparen lässt. Quelle: dpa
Freiwillige Steuererklärung bis zum JahresendeViele Steuerzahler sind gar nicht dazu verpflichtet eine Einkommensteuererklärung abzugeben. Das gilt grundsätzlich für alleinstehende Arbeitnehmer, die nur bei einem Arbeitgeber beschäftigt sind. „Eine freiwillige Steuererklärung kann sich aber trotzdem lohnen“, sagt Anita Käding vom Bund der Steuerzahler, „bei hohen Werbungskosten, Spenden oder außergewöhnlichen Belastungen kann der Steuerzahler mit ordentlichen Rückzahlungen rechnen.“ Wer nicht zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet ist, kann sie noch vier Jahre nach Ablauf des betreffenden Steuerjahres abgeben. Die Frist für die Abgabe der Erklärung für 2008 endet also am 31. Dezember 2012. Quelle: dpa
Oh du schöne SpendenzeitIn der Adventszeit werben gemeinnützige Organisationen besonders intensiv um Spender. Wer mit finanziellen Mitteln etwas Gutes tut, sollte das auch seinem Finanzamt sagen. Kirchliche, mildtätige und gemeinnützige Spenden können bis zu einer Höhe von 20 Prozent des sogenannten Gesamtbetrags der Einkünfte als Sonderausgaben von der Steuer abgesetzt werden, sie reduzieren also die Summe der Einkünfte und damit auch die Steuerlast. „Überschreiten die geleisteten Spenden diesen Höchstbetrag, können diese in die nächsten Jahre vorgetragen und dann steuerlich geltend gemacht werden“, sagt Käding. Ohne Beleg funktioniert das aber nicht. Bei Spenden bis 200 Euro genügt die Vorlage eines Kontoauszuges, bei höheren Beträgen braucht der Spender eine formale Spendenbescheinigung. Quelle: AP
Von Verlusten profitierenAnleger, die Depots bei verschiedenen Banken unterhalten und Verluste gemacht haben, sollten sich diese Verluste von den Banken bescheinigen lassen. Der Vorteil: In der Einkommensteuererklärung können Verluste im einen Depot mit Gewinnen im anderen Depot verrechnet werden. Das senkt die Summe der Kapitalerträge und damit auch die Steuerlast. Können die Verluste in der Steuererklärung für 2012 nicht genutzt werden, weil ihnen keine Gewinne gegenüber stehen, werden sie im folgenden Jahr vom Finanzamt berücksichtigt. Den Antrag müssen Steuerzahler jedoch spätestens bis zum 15. Dezember 2012 bei der Bank stellen. Quelle: dpa
Kosten für Kinderbetreuung Seit diesem Jahr können alle Eltern die Kosten für die Betreuung ihrer Kinder im Alter bis 14 Jahre von der Steuer absetzen. Als Sonderausgaben können pro Jahr zwei Drittel der Kosten, maximal aber 4.000 Euro abgezogen werden. Bisher konnten solche Ausgaben nur dann geltend gemacht werden, wenn beide Elternteile arbeiteten oder besondere persönliche Umstände, wie Ausbildung, Krankheit oder eine Behinderung vorlagen. Entsprechende Belege wie beispielsweise der Betreuungsvertrag oder Kontoauszüge sollten daher nicht zum Jahresende aussortiert werden, sondern für die Einkommensteuererklärung 2012 aufgehoben werden. Quelle: dpa
Kassensturz I: GesundheitskostenKosten für Zahnersatz, Brillen, Kuren und Zuzahlungen zu Rezepten sowie die Arztpraxisgebühr können bei der Einkommensteuererklärung als außergewöhnliche Belastungen berücksichtigt werden. Dies gilt jedoch nur, wenn die Kosten über der zumutbaren Eigenbelastung liegen. Diese Grenze richtet sich nach dem Familienstand, der Anzahl der Kinder und dem sogenannten Gesamtbetrag der Einkünfte. „Bei einer Familie mit drei Kindern und einem Gesamtbetrag der Einkünfte von 40.000 Euro wird der zumutbare Eigenanteil beispielsweise bei 400 Euro überschritten“, sagt Anita Käding. Die Steuer-Expertin empfiehlt: „Wer knapp unter der Grenze liegt, kann beispielsweise noch in diesem Jahr eine neue Brille kaufen und den Fiskus damit an seinen Gesundheitskosten beteiligen.“ Wer dagegen die Belastungsgrenze in diesem Jahr nicht mehr erreichen kann, verschiebt die Anschaffungen besser ins nächste Jahr. Wichtig in jedem Fall: Als Nachweis müssen die Belege gesammelt werden. Quelle: dapd

An Silvester verpulvern die Deutschen wieder einen dreistelligen Millionenbetrag. Doch leider lassen sich Kracher und Kometenschweif steuerlich nicht geltend machen – jedenfalls nicht von Privatleuten. Ein wahres Feuerwerk für Steuersparer lässt sich dennoch entfachen. Dazu müssen Steuerzahler nur ihre Ausgaben bis zum Jahresende sinnvoll planen. „Beim Jahresendspurt ist richtig viel Geld rauszuholen“, sagt etwa Martina Bruse vom neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine.

Wer also seine Steuerlast für 2012 möglichst noch senken möchte, sollte seine Möglichkeiten dazu schnell und systematisch prüfen, damit in den wenigen Wochen bis zum Jahresende auch alle Maßnahmen unter Dach und Fach sind. Arbeitnehmer, Rentner, Anleger oder Hausbesitzer etwa haben eine Reihe von Möglichkeiten, schon jetzt die Höhe der absetzbaren Beträge noch bis zum Jahresende zu beeinflussen. Für Steuersparer ist es also Zeit für einen Endspurt.

Grob überschlagen

Um herauszufinden, ob und wo Steuerzahler jetzt noch den Sparhebel ansetzen können, ist zunächst eine Bestandsaufnahme nötig. Arbeitnehmer sollten daher zunächst prüfen, ob die Summe ihrer Werbungskosten für das Steuerjahr 2012 den vom Finanzamt immer gewährten Arbeitnehmerpauschalbetrag von 1000 Euro übersteigt. Zu den Werbungskosten zählen etwa die Fahrten zur Arbeit, Fachliteratur, Bewerbungskosten oder Arbeitsmittel wie Laptop oder Druckerpatronen.

Das sind die wichtigsten Formulare

Auch bei den „außergewöhnlichen Belastungen“ gilt, zunächst eine Hürde zu nehmen. Denn beispielsweise Krankheitskosten, die der Steuerpflichtige selbst getragen hat, akzeptieren die Steuerbehörden nur dann als außergewöhnlichen Belastungen, wenn sie einen zumutbaren Eigenanteil übersteigen. Diese „Zumutbarkeitsgrenze“ liegt abhängig vom Familienstand und der Höhe der Einkünfte bei einem bis sieben Prozent der steuerrelevanten Einkünfte. Ein alleinstehender Rentner etwa mit einem Einkommen von 40.000 Euro im Jahr muss also schon Krankheitskosten von mehr als 2400 Euro nachweisen, damit das Finanzamt die Ausgaben überhaupt als steuermindernd akzeptiert. Der Betrag entspricht sechs Prozent der Einkünfte. Ein Ehepaar drei Kindern und ebenfalls einem Haushaltseinkommen von 40.000 Euro erreicht die Zumutbarkeitsgrenze hingegen schon bei Ausgabe in Höhe von 400 Euro.

Wenn der Steuerberater einen Fehler macht

Für Arbeitnehmer, die diese Hürden locker nehmen, zahlt sich jeder weitere vom zu versteuernden Einkommen absetzbare Euro bei der Steuererklärung für 2012 aus. Wer aber alle Werbungskosten zusammenkratzt und unter den 1000 Euro bleibt, bekommt trotzdem die Pauschale bei der Steuererklärung vom zu versteuernden Einkommen abgezogen. Die Suche nach weiteren Werbungskosten wäre also steuerlich ohne Effekt.

Allerdings erreichen viele Arbeitnehmer die 1000-Euro-Grenze schon aufgrund der Tatsache, dass sie eine längere Anfahrt zur Arbeitsstätte haben. Auch wer ein Arbeitszimmer absetzen kann oder hohe Fortbildungskosten hatte, hat gute Chancen. Wird die Grenze sicher erreicht, kann die Suche nach Optimierungspotenzial losgehen.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%