WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Steuerlast optimieren Auf zum großen Steuersparfinale

Seite 3/4

Krankenversicherung und Handwerker bezahlen


US-Metropole Philadelphia führt Limo-Steuer ein
Limo-SteuerWer in der US-Metropole Philadelphia künftig ein zuckerhaltiges Getränkt kauft, muss demnächst einige Cent draufzahlen. Der Stadtrat von Philadelphia verabschiedete am 16. Juni 2016 eine Sondersteuer von etwa 50 Cent pro Liter Limonade. Damit will die Stadt gerade Kindern und Jugendlichen mehr Gesundheitsbewusstsein vermitteln. Eine Sondersteuer für zuckerhaltige Limos gibt es in den USA nur in Berkeley in Kalifornien. Die Steuer in Philadelphia gilt für Limonaden, Sportgetränke, aromatisiertes Wasser und vorgesüßte Tee- und Kaffeegetränke. Nicht betroffen sind Milchgetränke und Fruchtsäfte. Die Steuer soll ab Anfang 2017 erhoben werden. Quelle: dpa
Red-Bull-Steuer In Frankreich sollte es künftig eine sogenannte Red-Bull-Steuer geben. Die Abgeordneten der Nationalversammlung stimmten im Oktober 2013 für einen Vorschlag, der die Einführung einer saftigen Abgabe auf Energy Drinks vorsieht. Sie sollte eine 0,25-Liter-Dose um rund 25 Cent teurer machen und Schätzungen zufolge rund 60 Millionen Euro pro Jahr in die Staatskasse spülen. Begründet wurde das Steuerprojekt mit Gesundheitsrisiken, die von diesen Getränken ausgehen könnten. Doch aus dem Projekt wurde nichts: Bereits ein Jahr später kippte das französische Verfassungsgericht die Idee mit der Begründung, der „Aufschlag für Energy Drinks sei derzeit nicht verfassungskonform“. Quelle: REUTERS
Cola-SteuerSchlechte Ernährung und mangelnde Bewegung haben dazu geführt, dass es mittlerweile in Mexiko prozentual mehr Übergewichtige gibt als in den USA. 70 Prozent der Erwachsenen sowie 30 Prozent der Kinder und Jugendlichen gelten als zu schwer. Fast jeder zehnte erwachsene Mexikaner leidet an Diabetes. Mit einem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 140 Litern liegen die Mexikaner beim Konsum von Softdrinks an zweiter Stelle hinter den Vereinigten Staaten, wie aus den jüngsten Erhebungen der US-Universität Yale und von Industrieverbänden hervorgeht. Die Folge: Die mexikanische Regierung führte eine sogenannte Cola-Steuer von einem Peso (sechs Cent) pro Liter ein, ungefähr zehn Prozent des Preises – mit positivem Erfolg: Ein Jahr nach Einführung der Steuer war der Verkauf von mit Zucker gesüßten Getränken um zwölf Prozent gesunken. Quelle: AP
Nutella-SteuerDie Nuss-Nougat-Creme geht es in Frankreich an den Kragen: Dort werden Schokoriegel und Schokocremes teurer. Der Senat in Paris hatte sich für höhere Steuern auf Grundstoffe des beliebten Brotaufstrichs ausgesprochen. Trotz massenhafter Unterstützung für die süße Creme verabschiedeten die Senatoren Regelungen, mit denen die Steuern auf Palmöl und andere pflanzliche Öle verdreifacht werden sollen. Damit wollen sie Fettleibigkeit bekämpfen. Die „Nutella-Steuer“ würde alle Nahrungsmittel, die solche Öle enthalten, betreffen. Doch nach Protesten aus Anbauländern hat die französische Nationalversammlung ihre Pläne für eine Sonderabgabe auf Palmöl deutlich abgeschwächt. Die Abgeordneten stimmten im März 2016 für eine Nutella-Steuer in Höhe von 30 Euro pro Tonne Palmöl im Jahr 2017. Bis 2020 soll diese Abgabe auf 90 Euro pro Tonne steigen. Quelle: dpa
Fett-Steuer In Dänemark gab es vom 1. Oktober 2011 bis zum 31. Dezember 2012 die sogenannte Fett-Steuer. Nach nur einem Jahr wurde diese allerdings wieder abgeschafft. Die Steuer galt für alle Lebensmittel mit einem Anteil von 2,3 Prozent an gesättigten Fettsäuren – zum Beispiel für Butter, Milch, Fleisch und Pizzen. Pro Kilogramm gesättigter Fettsäuren wurden 16 Kronen (2,15 Euro) fällig. Damit wurde ein Paket Butter um 2,60 Kronen und ein Kilo Schweinehackfleisch um 1,30 Kronen teurer. Die Maßnahme sollte die Bevölkerung davon abhalten, zu viel der als ungesund geltenden Fette zu essen. Allerdings hatte sie der Wirtschaft mehr geschadet als der Gesundheit genutzt und wurde daher schnell gekippt. Quelle: dpa
Limousinen-SteuerSeit 2009 erhebt der US-Bundesstaat New York eine erhöhte Steuer auf bestimmte Transport-Services, unter anderem eine Limousinen-Steuer. Normale Taxifahrten sind von der Steuer ausgenommen. Quelle: AP
Automatenobst-SteuerKalifornien möchte sein gesundheitsbewusstes Image pflegen. Deshalb ist frisches Obst von der Mehrwertsteuer ausgenommen. Mit einer Ausnahme: Wenn es am Automaten gekauft wird, besteuert es der Bundesstaat mit satten 33 Prozent. Quelle: AP

Vorgezogene Krankenversicherungsbeiträge

Schon seit 2010 dürfen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung der Höhe nach unbegrenzt von der Steuer abgesetzt werden. Dies gilt sogar für Vorauszahlungen der Kassenbeiträge bis zum 2,5-fachen eines Jahresbetrags. Vor allem Privatversicherte bietet sich somit die Möglichkeit, noch vor Jahresende steuerwirksam die Beiträge für das kommende Jahr zu zahlen. Sie können die Basisbeiträge sowie Pflegepflichtbeiträge geltend machen. Diese Maßnahme lohnt sich besonders, wenn die Einkünfte dieses Jahr voraussichtlich höher als im kommenden Jahr sind.

Wer so vorgeht, eröffnet sich gleich noch eine weitere Gelegenheit zur Steuerersparnis. Denn Privatversicherte schöpfen mit ihren steuerwirksamen Kassenbeiträgen die maximal abzugsfähigen Vorsorgeaufwendungen schnell aus. Diese liegen bei Beamten meist bei 1900 Euro, bei Selbstständigen bei 2800 Euro pro Jahr. Andere Vorsorgeaufwendungen fallen dann beim Finanzamt unter den Tisch. Fallen aber aufgrund der Vorauszahlungen zur privaten Krankenversicherung in kommenden Jahren keine oder nur geringe PKV-Beiträge an, können Steuerpflichtige zusätzlich auch die übrigen Versicherungsbeiträge absetzen – etwa Beiträge zur Arbeitslosen-, Unfall- und Haftpflichtversicherung.

Handwerker beauftragen

Anders als bei den beiden erstgenannten Punkten ist die Beauftragung eines Handwerkers vor Jahresende ein kleines Steuer-Spar-Feuerwerk. Denn die Handwerkerrechnungen mindern nicht das zu versteuernde Einkommen, sondern werden direkt von der veranschlagten Steuerschuld abgezogen. Allerdings kommen dafür nur die Arbeits- und Anfahrtskosten sowie die Miete für vom Handwerker benutzte Maschinen, nicht aber die Materialkosten wie zum Beispiel Ersatzteile. Von den so kalkulierten Kosten dürfen 20 Prozent, maximal jedoch 1200 Euro im Steuerjahr geltend gemacht werden. Der so errechnete Betrag senkt die Steuerzahlung für das laufende Jahr jedoch in vollem Umfang.

Was sich alles von der Steuer absetzen lässt - und was nicht


Das Finanzamt akzeptiert bei Immobilieneigentümern ebenso wie von Mietern alle Handwerkerrechnungen, die in den Bereich Modernisierung, Erhalt oder Modernisierung fallen. Wer also zum Beispiel dringende Reparaturen zu erledigen hat, weil es aus der Heizung tropft oder der Computer nicht mehr startet, sollte zusehen, dass der Installateur oder IT-Dienstleister noch in diesem Jahr kommt und auch sein Geld vor Sylvester erhält. Wer allerdings die 1200 Euro schon ausgeschöpft hat, sollte mit dem Auftrag warten oder den Handwerker zumindest bitten, die Rechnung erst im neuen Jahr zu stellen.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%