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Steuerlast optimieren Auf zum großen Steuersparfinale

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Werbungs- und Krankheitskosten bündeln


Wie sich die Steuern 2013 verändern
Aufbewahrungsfristen: Für Unternehmen soll es eine weitere Steuervereinfachung gebe – einige Aktenordner können bald aussortiert werden. Künftig müssen Firmen Rechnungen und Belege nicht mehr zehn Jahre aufbewahren. Von 2013 an gilt eine Aufbewahrungsfrist von acht Jahren und ab 2015 von dann dauerhaft sieben Jahren. Nach Angaben der Koalition kann sich der Aufwand für die Unternehmen damit um bis zu 2,5 Milliarden Euro reduzieren. Quelle: dpa
„Goldfinger“: Die schwarz-gelbe Koalition geht gegen ein Steuersparmodell vor, mit dem Top-Verdiener mit Goldanlagen den Fiskus zunehmend austricksen. Dabei werden Rohstoffe oder Edelmetalle über Auslandsgesellschaften gekauft, was zunächst zu Verlusten führt und die Steuerlast senkt. Quelle: dpa
„Goldfinger“: Werden die Metalle später verkauft, entstehen zwar Gewinne. Diese wirken sich aber bei Top-Verdienern wegen der Doppelbesteuerungsabkommen nicht auf die Besteuerung in Deutschland aus. Die Einnahmeausfälle für den Staat summieren sich Schätzungen zufolge auf jährlich 700 Millionen Euro – aufgrund der zweifelhaften Legalität wurde der Steuertrick nach dem James-Bond-Bösewicht benannt, der seine Opfer in Gold hüllte. Quelle: dapd
Elektroautos: Teil des Gesetzespakets sind weitere Steueranreize für Elektroautos als Dienstwagen. Nach heutigem Recht muss ein Arbeitnehmer, der seinen Firmenwagen privat nutzt, monatlich ein Prozent des Listenpreises als geldwerten Vorteil versteuern. Bei dieser Regelung gilt das Elektroauto wegen der höheren Anschaffungskosten finanziell aber als unattraktiv – doch das soll sich ändern. Quelle: dpa
Elektroautos: Denn Nutzer eines Strom-Firmenwagens hätten wegen des höheren Listenpreises einen weit größeren geldwerten Vorteil zu versteuern. Bei E-Fahrzeugen soll nun die sehr teure Batterie ausgeklammert werden; ihr Anteil am Wert des Fahrzeugs würde dann nicht mehr die Steuerlast erhöhen. Quelle: dpa
Private Bildungseinrichtungen: Umsatzsteuerfrei bleiben private Musik-, Tanz- und Ballettschulen. Ursprünglich sollten alle privaten Bildungseinrichtungen, die nicht der Berufsvorbereitung dienen, mit der Umsatzsteuer von 19 Prozent belegt werden. Die Neuregelungen zur Umsatzsteuerfreiheit von Bildungsleistungen sind insgesamt aus dem Regierungsentwurf herausgenommen worden. Dies betrifft auch gewerbliche Fortbildungsinstitute, die damit wie gehabt vorsteuerberechtigt bei der Umsatzsteuer sind. Quelle: dpa
Wehrsold: Nicht mehr Bestandteil der Gesetzespläne ist die ursprünglich vorgesehene Besteuerung des Wehrsolds. Die Bezüge von Reservisten bleiben steuerfrei. Beim freiwilligen Wehrdienst wird der Grundwehrsold freigestellt. Durch den steuerlichen Grundfreibetrag und Pauschalen werden auch darüber hinausgehende Bezüge weitgehend steuerlich verschont. Verzichtet wird aber auf das vorgesehene Kindergeld für Eltern freiwillig Dienender. Quelle: dapd

Jeder Arbeitnehmer hat Ausgaben im Zusammenhang mit dem Erhalt und der Bereitstellung seiner Arbeitskraft. Arbeitskleidung, Weiterbildung, Anfahrtskosten, Fachliteratur und vieles mehr lassen die Werbungskosten steigen. Das Vorziehen von Ausgaben in diesem Bereich wirkt sich somit  unmittelbar steuermindernd aus. Wird etwa die geplante Anschaffung eines Computers noch in diesem Jahr getätigt und auch vor dem 31.12.2012 bezahlt, ist der Kaufpreis den Werbungskosten zuzurechnen und senkt unmittelbar die zu versteuernden Einkünfte. Gleiches gilt etwa für Fortbildungskurse, Büromaterial, Büromöbel oder das beruflich genutzte Smartphone. Dabei ist allerdings zu beachten, dass Steuerzahler Anschaffungen nur bis zu einem Kaufpreis von 487,90 Euro inklusive Mehrwertsteuer in einem Rutsch für das Steuerjahr 2012 geltend machen können. Was teurer ist, muss über mehrere Jahre verteilt abgeschrieben werden. Bei Computern sind das in der Regel drei Jahre. Für 2012 wäre dann nur ein Drittel des Kaufpreises steuerwirksam. Wichtig ist, dass der Rechnungsbetrag noch 2012 gezahlt wird. Auch die vorzeitige Zahlung von Fortbildungskursen, die erst 2013 stattfinden, erkennt das Finanzamt an.

Vorweggenommene Werbungskosten von Studenten
Dem Streit zwischen dem BFH und der Finanzverwaltung, ob Studenten ihre Studienkosten als vorweggenommene Werbungskosten über den Verlustvortrag beim Berufseinstieg als Steuerminderung nutzen können , hat die Bundesregierung per Gesetz ein Riegel vorgeschoben. Allerdings ist der Streit damit noch nicht beigelegt, da gegen die Klarstellung im Gesetz wieder Verfahren beim BFH anhängig sind. Gut möglich also, dass sich die Finanzverwaltung irgendwann der Rechtsauffassung des BFH anschließen wird.. „In der Praxis rate ich meinen Mandanten dazu, diese Kosten geltend zu machen“, berichtet Steuerberater Alexander Kimmerle vom Beratungsunternehmen Ecovis in Kempten. „Wir erstellen für die studierenden Kinder unserer Mandanten eine Steuererklärung und melden die Werbungskosten dem Finanzamt. Das ist eine vorsorgliche Maßnahme, für den Fall, dass sich die Rechtslage zugunsten der Studenten ändert.“ Sofern die Steuererklärung des studierenden Kindes freiwillig ist, kann sie auch bis zu vier Jahre rückwirkend erfolgen. Wer sich beeilt, kann also noch die Steuererklärung für das Jahr 2008 nachholen und Studienkosten als Werbungskosten angeben.

Krankheitskosten bündeln

In manchen Jahren kommt es dicke: Erst ein langwieriger Krankenhausaufenthalt, dann noch eine neue Brücke vom Zahnarzt, eine zu Bruch gegangene Brille muss ersetzt und außerdem die Zahnspange für den Sprössling bezahlt werden. Wer für sich und seine Familie viel Geld für die Erhaltung der Gesundheit ausgibt, kann auf Unterstützung vom Finanzamt hoffen. Denn übersteigen die Kosten den bereits erwähnten zumutbaren Eigenanteil (Zumutbarkeitsgrenze), können sie als „außergewöhnliche Belastungen“ in der Steuererklärung geltend gemacht werden. Auch diese Ausgaben mindern das zu versteuernde Einkommen. Von den Gesamtkosten wird allerdings der zumutbare Eigenanteil abgezogen. Akzeptiert wird alles, was vom Arzt verordnet, aber von der Krankenversicherung nicht gezahlt wird, also auch der Eigenanteil für verschriebene Medikamente, Kuren oder Therapien, sogar für künstliche Befruchtungen. Wer also mit seinen Ausgaben über seiner Zumutbarkeitsgrenze liegt, sollte sich unter steuerlichen Aspekten fragen, ob er nicht noch weitere Krankheitskosten in das laufende Jahr vorverlagern kann. Wer die Brille erst im neuen Jahr kauft, hat steuerlich nur dann etwas davon, wenn er erneut die Zumutbarkeitshürde überwindet.

Tipps zum Steuern sparen


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