Steuern und Recht kompakt Der Rechtstipp der Woche: Reisestorno nur aus Angst ist teuer

Der IS-Terror bedroht auch Ferienparadiese. Kann der Urlaub storniert werden? Außerdem gibt es Neues zu den Themen Lebensversicherung, Grunderwerbsteuer und Hedgefonds.

10 Tipps für einen erholsamen Urlaub
Eine Angestellte spricht mit ihrer Vorgesetzten Quelle: Fotolia.com
Die Leuchtreklame eines Hotels Quelle: Fotolia.com
Ein Haus mit Blick aufs Meer Quelle: Fotolia.com
Ein Mann sitzt mit seinem Laptop am Strand Quelle: Fotolia.com
Ein Kalender liegt auf einem Schreibtisch Quelle: Fotolia.com
Ein Frau sitz am Strand und entspannt Quelle: Fotolia.com
Ein Koffer ist auf das Dach eines Autos geschnallt Quelle: Fotolia.com
Zwei Personen geben sich nach einem Streit die Hand Quelle: obs
Menschen auf dem Weg zu einer Rafting-Tour Quelle: dapd
Eine Frau sitzt auf einer Wiese und meditiert Quelle: Fotolia.com

Mit „dringenden Sicherheitshinweisen“ für fast 30 Länder wegen Gefahren durch die Terrororganisation Islamischer Staat schreckt das Auswärtige Amt Urlauber auf. Es warnt davor, dass westliche Ausländer auch in Ländern wie Thailand oder Marokko Ziel von Anschlägen werden könnten. Wer ein mulmiges Gefühl hat, könnte eine gebuchte Pauschalreise jedoch nicht einfach absagen. „Dazu reicht eine solche Sicherheitswarnung nicht aus“, sagt Ronald Schmid, Professor für Reiserecht in Dresden. Möchte der Urlauber nicht reisen, kann er absagen, muss aber die Stornokosten tragen. Er kann mit dem Veranstalter eine Ersatzreise aushandeln, ist aber auf dessen Kulanz angewiesen. „Unsere Rücktrittskostenversicherung springt nicht ein, wenn der Kunde eine Reise absagt, weil er Angst hat“, sagt Esteban Orellano von der ERV, Marktführer bei Reiseversicherungen.

Recht einfach: Wanderer

Erst wenn das Auswärtige Amt nicht nur Sicherheitshinweise, sondern eine Reisewarnung für ein ganzes Land ausspricht, kämen Urlauber kostenfrei aus dem Vertrag. Dies gilt, wenn die Reise durch Ereignisse, die bei der Buchung noch nicht voraussehbar waren, beeinträchtigt wird, etwa weil im Reiseland ein Krieg ausgebrochen ist, es durch Attentate erschüttert wird oder eine Seuche grassiert. „Veranstalter bieten oft alternative Ziele, erwähnen aber nicht, dass der Kunde sogar vollständig vom Vertrag zurücktreten könnte“, so Schmid. Nach einer Reisewarnung, erlischt auch der Schutz einer Reisekrankenpolice.

Schnellgericht

Verrechnen erlaubt

Eine Urlauberin buchte für sich und ihren Ehemann eine Kreuzfahrt ab Dubai, inklusive Hin- und Rückflug. Die Fernreise auf dem Traumschiff lief reibungslos – bis auf den letzten Tag. Der Rückflug nach Deutschland verzögerte sich um 25 Stunden. Aufgrund des europäischen Fluggastrechts erhielten die beiden Kreuzfahrttouristen jeweils 600 Euro Entschädigung. Zusätzlich klagten sie auf eine Minderung des Reisepreises: fünf Prozent der an einem Tag anfallenden Kosten ihrer Kreuzfahrt. Zudem wehrte sich das Paar dagegen, dass der Reiseveranstalter die Entschädigung für den verspäteten Flug und die Minderung des Reisepreises verrechnen wollte. Der Bundesgerichtshof entschied, dass der Reiseveranstalter die Entschädigung für die Flugverspätung mit der Minderung des Reisepreises sehr wohl verrechnen dürfe (X ZR 126/13). Dies sei zulässig, da die beiden Urlauber die Minderung des Reisepreises ausschließlich mit der Verspätung des Rückfluges begründet hatten, so die Richter. Reiseveranstalter seien aber laut Gesetz nicht verpflichtet, Kunden für denselben Mangel zwei Mal zu entschädigen.

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