Steuern und Recht kompakt Der Rechtstipp der Woche: Rentenversicherung als Alternative zum Sparschwein

Minizinsen machen Einzahlungen in die staatliche Altersvorsorge interessant. Außerdem gibt es neues zur Absetzbarkeit von Fahrtkosten für Selbständige oder den Kosten für den Katzensitter, Pflegeheimfonds und Sonderabschreibungen für Immobilien.

Rückansicht vier Senioren Quelle: dpa

Die private Altersvorsorge enttäuscht viele Sparer. Für manche lohnt es sich, mehr Geld in die staatliche Rente zu investieren. Noch bis zum 31. März sind freiwillige Einzahlungen für das Jahr 2014 möglich. Wer Nachholbedarf haben könnte:

  • Müttern werden Kindererziehungszeiten von zwei Jahren für jedes vor 1992 geborene Kind und sogar drei Jahre bei jüngeren Kindern von der Rentenkasse gutgeschrieben. Manche Hausfrau hat darüber hinaus keine Sozialbeiträge gezahlt und erfüllt die 60 Monate Mindestversicherungszeit nicht, die sie benötigt, um überhaupt Rente zu bekommen. Wem etwa für zwei Kinder vier Beitragsjahre gutgeschrieben wurden, der kann für das fünfte Jahr 1020 Euro zahlen. Nach dem derzeitigen Stand gibt es dafür später rund 100 Euro Monatsrente. Die Einmal-Zahlung rentiert sich also rasch nach Rentenbeginn.
  • Selbstständigen berechnet die Rentenkasse, was bei freiwilligen Zahlungen als Rente herauskommt. Das Ergebnis können sie mit den Garantien privater Versicherer vergleichen. Die Staatsrente – vorausgesetzt, das Rentensystem bleibt intakt – kann besser abschneiden. Wer vor 1950 geboren und privat krankenversichert ist, darf in 2015 durch eine hohe Einmalzahlung sein Rentenkonto für 60 Beitragsmonate auffüllen und bekommt anschließend sofort eine Rente gezahlt.

  • Studenten können für Studienjahre nachzahlen, die jenseits des 25. Lebensjahres lagen oder nicht automatisch anerkannt wurden. Den Antrag müssen sie spätestens mit 45 Jahren stellen.

Schnellgericht 09-15

Fahrtkosten - Mehr drin für Selbstständige
Viele Selbstständige pendeln von ihrer Wohnung zu unterschiedlichen Einsatzorten, weil sie keinen festen Firmensitz haben, den sie ansteuern könnten. So ging es auch einer selbstständigen Musiklehrerin, die an mehreren Schulen und Kindergärten Unterricht gab. Weil dabei keiner ihrer Einsatzort eine besonders zentrale Rolle spielte, darf sie ihre tatsächlichen Fahrtkosten für die Hinund Rückwege komplett als Betriebsausgaben von der Steuer abziehen.

Selbstständige seien in dem Punkt wie Arbeitnehmer zu behandeln, entschieden die Richter am Bundesfinanzhof (III R 19/13). Bei Außendienstmonteuren oder Bauarbeitern sind die Fahrtkosten zu wechselnden Einsatzstellen bei der Steuer auch in tatsächlicher Höhe anrechenbar und nicht durch die Entfernungspauschale gedeckelt. So schreibt es etwa auch das seit 2014 gültige neue Reisekostenrecht vor. Üblicherweise dürfen die Kosten des Arbeitnehmers für die Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstätte oder des Unternehmers von der Wohnung zum Betrieb nur in Höhe von 0,30 Euro pro Kilometer einer einfachen Fahrt angesetzt werden.

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