Steuern und Recht kompakt

Der Rechtstipp der Woche: Tarifwechsel kann teuer werden

Heike Schwerdtfeger Quelle: Bert Bostelmann für WirtschaftsWoche
Heike Schwerdtfeger Korrespondentin Geld (Frankfurt am Main)

Eine medizinische Momentaufnahme kann den Risikozuschlag von Privatpatienten erhöhen. So kann ein Tarifwechsel teuer werden. Außerdem gibt es Neues zu Bankgeheimnis, schwarzen Fonds, Zinskosten und Firmenwagen.

Wann Sie lieber zum Arzt statt zur Arbeit gehen sollten
Die wenigsten Menschen bleiben wegen jedem kleinen Wehwechen zuhause und lassen sich krank schreiben. Auch aus ärztlicher Sicht spricht nichts dagegen, mit einer kleinen Erkältung zur Arbeit zu gehen. Man sollte in jedem Fall in sich hinein horchen und sich fragen, ob man sich fit genug fühlt. Quelle: dpa
Wer mit einem leichten Infekt zur Arbeit geht, sollte seinen Körper mit Hausmittelchen unterstützen und darauf achten, sich im Büro regelmäßig die Hände zu waschen, um nicht unnötig Keime zu verbreiten. Kollegen anzuniesen oder anzuhusten, sollte schon der Anstand verbieten. Quelle: Fotolia
Es kommt natürlich auch auf den jeweiligen Beruf an. Wer eine Bürotätigkeit ausübt und vielleicht auch noch in einem Einzelbüro sitzt, von dem geht eine viel geringere Gefahr aus, als von einem unkonzentrierten, schlappen Piloten oder einem Erzieher, der seine Bakterien im Kindergarten verteilt. Quelle: Fotolia
Grundsätzlich gilt: Wer Fieber hat, sollte zum Arzt und nicht zur Arbeit. Denn Fieber ist ein deutliches Warnzeichen des Körpers, das etwas im Argen liegt. Auch Husten mit Auswurf ist ein deutliches Zeichen, dass ein Arztbesuch mit anschließender Bett- oder zumindest Sofaruhe angezeigt ist. Quelle: dpa
Und auch wer sich ohne Fieber richtig mies fühlt, sollte im Bett bleiben und sich nicht aus Pflichtgefühl zur Arbeit schleppen. Auch wenn andere Kollegen schon "mit viel schlimmeren Krankheiten" zur Arbeit gekommen sind. Quelle: Fotolia
Auch Betroffene, die bei Wind und Wetter draußen arbeiten oder beruflich mit Lebensmitteln zu tun haben, sollten lieber mit ihrem Arzt besprechen, ob sie arbeitstauglich sind oder besser zu Hause bleiben sollten. Quelle: dpa
Je ansteckender eine Krankheit ist, desto länger sollte man - mit Krankenschein - zuhause bleiben. Bei Erkrankungen wie dem Noro-Virus beispielsweise, fühlt sich der Patient vielleicht schon nach ein paar Tagen wieder gut, ist aber noch die reinste Virenschleuder. Da heißt es das Haus hüten, bis der Arzt etwas anderes anordnet. Quelle: dpa

Privatversicherte sollten sich ihre Arztrechnungen genau ansehen. Wollen sie später etwa in einen günstigeren Versicherungstarif wechseln, wertet ihr Krankenversicherer frühere Diagnosen aus und nutzt dazu auch die Rechnungen. Sind dort Vorerkrankungen vermerkt, kalkulieren Versicherer daraus einen Risikozuschlag, der die Kassenprämie erhöht. Ein Kunde der Allianz Krankenversicherung wollte im Ruhestand in einen Tarif mit geringerer Selbstbeteiligung wechseln. Im neuen Tarif sollte er einen Risikozuschlag von 90 Prozent auf seinen neuen Monatsbeitrag von 376 Euro zahlen. Den Aufschlag begründet der Versicherer unter anderem mit einer Verengung der Nierenarterien, die das Krankheitsrisiko des Versicherten erhöhe. Tatsächlich hatte ein Radiologe dem Versicherten auf einer Rechnung eine solche zu einem Grad von 50 Prozent attestiert. Medizinisch wird dieser Prozentsatz so gedeutet, dass kein krankhafter Befund vorliegt. Dies attestierte auch der behandelnde Arzt. Der Bluthochdruck des Patienten wäre demnach nicht auf eine Verengung der Arterie zurückzuführen, die die Niere versorgt. Dazu müsste die Verengung mindestens 80 Prozent betragen. Von der medizinischen Momentaufnahme lässt sich die Allianz nicht beirren. In ihre Software gibt sie Diagnosen ohne Prozentangabe ein und zieht beim Risikozuschlag Erfahrungen mit dem Krankheitsbild heran. Risikozuschläge sollten künftige Beitragssteigerungen für die Versichertengemeinschaft verringern, so die Allianz.

Recht einfach: Wildwechsel

Bankgeheimnis: Oasen unter Druck

Die Staaten der Europäischen Union sind finanziell klamm. Deshalb erhöhen sie den Druck auf Kapitalanleger, die versuchen, ihr Geld vor dem Fiskus zu verstecken. Die EU-Finanzminister haben sich darauf geeinigt, dass Banken ab 2017 die Daten der Anleger zu Kapitalerträgen wie Zins-, Dividenden- und Wertpapiergewinnen an die Finanzämter des jeweiligen Wohnsitzlandes melden. Der Fiskus soll zudem auch Informationen über Mieterträge sowie Stiftungen, Treuhandgesellschaften und Versicherungen bekommen. Darauf hatten sich 67 Staaten bereits im Frühjahr unter dem Dach der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) geeinigt. „Länder wie die Schweiz und Luxemburg hatten durch die sogenannten Fatca-Gesetze gegenüber den USA ihr Bankgeheimnis aufgegeben. Sie konnten die Transparenz deshalb den EU-Nachbarn kaum verweigern“, sagt Joachim Borggräfe, Steuerrechtsexperte in der Kanzlei Castle Law. Er erwartet, dass die Zusammenarbeit vieler Staaten jetzt noch verbliebene Steueroasen wie Singapur und Hongkong unter Druck setzt, sich dem Informationsaustausch anzuschließen.

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